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Mobile Multimedia-Welt: Handy-TV wird eine tragende Säule

von UKL

06.09.2006 (iBusiness) Handy TV wird im deutschsprachigen Raum einen rasanten Boom erleben, hat nun eine aktuelle Studie herausgefunden. In Deutschland werden Ende 2010 gut ein Viertel der Bevölkerung ihr Mobiltelefon gelegentlich als Fernsehgerät nutzen. Wieviel Geld die Nutzer bereit sind auszugeben, haben die Marktforscher ebenfalls herausgefunden.

Nach Angaben von Mediareports Prognos   entwickelt sich Handy TV laut der neuen Studie 'Mobilkommunikation 2010' im deutschsprachigen Raum zu einem wichtigen Dienst der mobilen Multimediawelt. In Deutschland werden Ende 2010 etwa 26 Prozent der Bevölkerung, das sind mehr als 20 Millionen Personen, ihr Mobiltelefon zumindest gelegentlich als Fernsehgerät nutzen. In der Schweiz liegt dieser Anteil bei 24 Prozent, in Österreich gar bei 31 Prozent.

Begünstigt wird die Entwicklung laut Studie, weil Handy-TV im Unterschied zu vielen anderen Mobilfunkdiensten kein komplexer und erklärungsbedürftiger Dienst ist. Zudem sind einige TV-Programme bereits Bestandteil von Portalpaketen, für die Mobilfunknutzer nicht extra bezahlen müssen. Die Einstiegshürden sind laut den Analysten somit vergleichsweise niedrig.

"Die Hemdentasche wird nicht größer werden", begründet Studienautor Holger Delpho auf iBusiness-Nachfrage das Wachstum beim Handy-TV. So werde sich auch in den nächsten fünf Jahren die Bildschmirmgröße der Handys nicht ändern. "Der kleine Bildschirm ist aber ausreichend, um sich unterwegs kurz News anzusehen." Ein Vorteil sei, dass das Handy immer an der Person und deshalb ständig verfügbar sei. "Beim dem vom Nutzer praktizierten Zwischendurchfernsehen, geht es um fünf bis zehn Minuten", so Delpho.

Nutzungshäufigkeit und -intensität von Handy TV werden deshalb wesentlich geringer sein als beim Wohnzimmer-TV. Fünf bis zehn Minuten werden die Nutzerinnen und Nutzer laut Studie im Durchschnitt täglich Handy TV auf ihren kleinen Bildschirmen schauen. Dieser Spaß wird ihnen pro Monat im Mittel drei Euro wert sein, so dass die Umsätze mit Handy-TV im Jahr 2010 knapp zehn Prozent der mobilen Datenumsätze ausmachen. Der Markt befindet sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch in der Wachstumsphase, so dass in den nachfolgenden Jahren höhere Umsätze zur Refinanzierung der Investitionen erzielt werden.

"Es wird keine Killer-Applikation geben", ist sich Delpho sicher. Wichtig seien bekannte Marken, wie die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender. "Daneben wird es aber auch spezielle Spartenangebote geben, wie Kurzgeschichten-Filme von drei bis vier Minuten Länge", erklärt Delpho die zukünftige Handy-TV-Landschaft. Der Kunde wolle im jeweiligen Nutzer-System eine aktuelle Information, einen lustigen Film ansehen oder sich beispielsweise über neue Kinofilme informieren.

Als wesentliche Voraussetzung für die dynamische Nutzerentwicklung ist laut Mediareports Prognos allerdings eine schnelle Einigung von Mobilfunkanbietern und Rundfunkveranstaltern untereinander und mit der Politik auf tragfähige Geschäftsmodelle. Für die erste Phase der Marktdiffusion sind UMTS- und HSDPA-Netze ausreichend, ab dem Jahr 2008 werden dann laut Studie zusätzliche Broadcast-Netze (wie DVB-H, T-DMB) erforderlich, um das steigende Datenvolumen zu bewältigen.

Grundlage der Reports bilden umfangreiche und kontinuierlich durchgeführte Recherchen und Marktbeobachtungen in den Medien- und Kommunikationsmärkten. Verfügbare Quellen werden analysiert, hinsichtlich ihrer Aussagefähigkeit und Qualität bewertet und - bei Eignung - als Grundlage für die Datenbasis ausgewählt.

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