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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Globalisierung bleibt auf Rekordniveau - trotz geopolitischer Spannungen
10.03.2026 Geopolitische Konflikte und neue Zölle bremsen die Globalisierung bislang kaum. Internationale Handels-, Kapital- und Personenströme sind überraschend stabil. Besonders positiv auf den Welthandel wirkt sich der Boom rund um KI-Infrastrukturen aus.
Grundlage des Berichts sind mehr als neun Millionen Datenpunkte zu internationalen Strömen von Handel, Kapital, Informationen und Personen. Analysiert werden 180 Länder, die zusammen 99,6 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 99 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren.
KI-Boom treibt den Welthandel
Der weltweite Warenhandel wuchs 2025 schneller als in jedem Jahr seit 2017, von den Corona-Jahren abgesehen. Ein wichtiger Treiber war laut World Trade Organization der stark gestiegene Bedarf an Komponenten für KI-Infrastruktur. In den ersten drei Quartalen 2025 entfielen 42 Prozent des Wachstums im globalen Warenhandel auf entsprechende Produkte.
Bis 2029 erwarten die AutorInnen des Reports ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Welthandels von 2,6 Prozent. Dieses Tempo entspricht ungefähr dem Wachstum des vergangenen Jahrzehnts.
USA und China entkoppeln sich weiter
Die wirtschaftliche Entkopplung zwischen den USA und China setzt sich fort, betrifft global jedoch nur einen kleinen Teil der internationalen Ströme. Der Anteil des Handels zwischen beiden Ländern am Welthandel sank von 2,7 Prozent im Jahr 2024 auf 2,0 Prozent in den ersten drei Quartalen 2025.
Auch bei internationalen Unternehmensinvestitionen spielt die Beziehung zwischen den beiden Volkswirtschaften eine vergleichsweise geringe Rolle. Der Anteil entsprechender Investitionen lag 2025 bei weniger als einem Prozent.
"Politische Rahmenbedingungen für die Globalisierung sind deutlich volatiler als die tatsächlichen Ströme zwischen Ländern", sagt Steven A. Altman , Direktor der DHL Initiative on Globalization an der NYU Stern. "Globale Handelsmuster haben sich 2025 zwar stärker verändert als in einem typischen Jahr - aber weniger stark als während anderer Verwerfungen in letzter Zeit, wie etwa in der frühen Phase des Ukrainekriegs. Die Risiken für die Globalisierung sind real - gleichzeitig bleiben globale Ströme widerstandsfähig."
Auch wenn sich die USA und China entkoppeln, halten die meisten Länder an ihren langjährigen Partnerstaaten fest. In den vergangenen zehn Jahren verlagerten sich nur 4-6 Prozent des weltweiten Warenhandels, der Greenfield-FDI und der grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen weg von geopolitischen Rivalen. Die meisten dieser verlagerten Ströme flossen nicht zu engen Verbündeten, sondern in Länder mit flexiblen geopolitischen Positionen wie Indien und Vietnam. Insgesamt bleibt die Weltwirtschaft weit von einer breiten Spaltung in rivalisierende Blöcke entfernt.
Längere Transportwege statt Regionalisierung
Entgegen vieler Prognosen zeigen die Daten keine klare Regionalisierung der Weltwirtschaft. 2025 legten Handelsgüter durchschnittlich 5.010 Kilometer zurück und damit so viele wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen.
Im Länderranking des Reports führt erneut Singapur als die am stärksten globalisierte Volkswirtschaft der Welt, gefolgt von Luxemburg und den Niederlanden. Bei den Regionen liegt Europa vor Nordamerika sowie dem Nahen Osten und Nordafrika.
Personenströme auf Rekordniveau
Neben dem Handel zeigt der Bericht unterschiedliche Entwicklungen bei anderen globalen Strömen. Internationale Reisen, Migration und Studentenmobilität haben sich nach der Pandemie vollständig erholt und erreichen neue Höchststände. Informationsströme entwickeln sich dagegen volatiler. Geopolitische Spannungen und zunehmende Beschränkungen von Datenflüssen bremsen nach Einschätzung der AutorInnen die weitere Globalisierung digitaler Informationen.
"Die Globalisierung behauptet sich - und das allein spricht Bände über ihren Wert", sagt John Pearson , CEO von DHL Express. Länder und Unternehmen würden weiterhin auf internationale Vernetzung setzen, selbst in politisch unsicheren Zeiten.
