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Web 2.0: In welche Features deutsche Shopbetreiber investieren wollen
12.10.2007 Web 2.0 wird zunehmend zum Mainstream in deutschen Online-Shops. Denn während vor einem Jahr noch viele Shop-Betreiber Social Commerce als "überschätztes Hype-Thema" abkanzelten, zeigt eine aktuelle Studie nun eine Kehrtwende. So will fast jeder deutsche Händler seine Plattform um Web-2.0-Features wie Bewertungs- oder Kommentarfunktionen erweitern. Aus gutem Grund, wie eine iBusiness-Befragung zeigt.
Ebenfalls hoch im Kurs stehen bei Händlern eigene Foren oder Communities. Immerhin vier von zehn Shop-Betreibern (43 Prozent der Befragten) haben vor, ihren Kunden künftig eine Plattform zum gegenseitigen Austausch auf ihrer Seite zu bieten. Eine stärkere Verlinkung mit anderen Online-Diensten über Mash-ups planen noch 36 Prozent der befragten Händler.
Interessant: Viele Händler sehen in Web-2.0-Diensten vor allem eine Gelegenheit dazu, ihre Nutzer am Auf- und Ausbau ihrer Online-Plattform zu beteiligen. Selbst verstärkt Inhalte generieren, wollen dagegen deutlich weniger Shop-Betreiber. So will nur jeder vierte Händler (24 Prozent der Befragten) in Zukunft einen Corporate Blog betreiben, wo er selbst regelmäßig aktuelle Inhalte liefern muss.
"Einen Weblog mit Themen und Inhalten zu pflegen, ist Händlern zu aufwändig", argumentiert T-Systems MMS. Ähnliches gilt wohl auch für Tagging: Zwar erachten Shop-Betreiber eine Verschlagwortung ihres Sortiments durch ihre Nutzer als "sinnvoll zur Kundenorientierung". Da die Pflege eines Schlagwort-Katalogs aber ebenfalls sehr aufwändig ist, möchten nur 21 Prozent der befragten Händler in Tagging investieren.
Die Studie zeigt auch: Je bekannter ein Web-2.0-Dienst ist, umso mehr können sich Shop-Betreiber dafür begeistern. Mit den Begriffen 'Communitiy' und 'Forum' können zum Beispiel fast alle Händler (97 Prozent der Befragten) etwas anfangen. 'Tagging' und 'Mash-Ups' dagegen werden von Shop-Betreibern kaum mit Web 2.0 assoziiert.
Die höchste Bekanntheit bei den Shops haben mit 97 Prozent Online-Communities und -Foren, am meisten im Einsatz sind hingegen Gadgets (37 Prozent) wie Spiele oder Mauskilometerzähler. Als besonders zukunftsträchtig stuften die Shop-Betreiber Produktbewertungen ein: 25 Prozent haben sie bereits im Einsatz, aber weitere 57 Prozent planen, Bewertungen künftig anzubieten.
Die Studie von T-Systems zeigt, dass Web 2.0 zunehmend Mainstream wird. Denn eine exklusive Umfrage von Hightext iBusiness und dem Versandhausberater unter deutschprachigen Onlineshop-Betreibern kam vor Jahresfrist noch zu einem deutlich anderen Ergebnis. Zwar war bereits im Sommer 2006 jeder fünfte Händler der Meinung, dass "Social Commerce den Internet-Handel revolutionieren wird". Mehr als jeder Dritte (36 Prozent der Befragten) ging aber davon aus, dass Social Commerce lediglich ein "überschätztes Hype-Thema" ist.
Vergleichsweise verhalten im Vergleich zur aktuellen Studie von T-Systems fielen daher auch die Investitionsabsichten aus. Zwar gab bereits damals jeder zweite Händler an, Bewertungsfunktionen auf der Agenda zu haben. Investitionen in Foren oder Communities dagegen waren aber zum Beispiel erst bei 15 Prozent der Befragten ein Thema.
Hierzulande gelten vor allem die großen Versandhändler mit Online-Shop wie Quelle , Otto , Neckermann und Weltbild als Vorreiter in Sachen Social Commerce und Web 2.0. Für die kommende Ausgabe 21/2007 der iBusiness Executive Summary hat die iBusiness-Redaktion daher einmal nachgehakt, was Web-2.0-Dienste wie Bewertungsfunktionen oder Blogs letzten Ende für den Umsatz der Händler bringen.
Das Ergebnis: Alle befragten Händler konnten durch Web 2.0 in ihrem Shop die Verweildauer ihrer Nutzer erhöhen, Nutzer öfter auf ihre Plattform locken und unterm Strich damit mehr Umsätze generieren. "Kaufempfehlungen, die über andere Nutzer zustanden kommen, bringen uns signifikante Mehrumsätze", hat etwa Michael Sorg , Leiter Neue Medien bei Neckermann, bemerkt.
Je nachdem, welches Web-2.0-Feature Shops einsetzen, ergeben sich andere Vorteile. Welche das sind lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden) ab Montag, 29. Oktober 2007, exklusiv in Ausgabe 21/2007 der iBusiness Executive Summary.
