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Internet ante portas: Warum vergangene Woche global 'Mediageddon' war

10.08.2015 In Deutschland wird die zweitgrößte Sonntagszeitung eingestellt, in den USA erleiden Medien-Aktien den größten Kurseinbruch seit 2008: Die vergangene Woche war keine gute Woche für traditionelle Medien - Internet als Verbreitungsmedium für Video und News sorgen für ein "Mediadeggon".

Der S&P 500 Media Index macht den größten Zwei-Tages-Fall seit 2008: Ein Zeichen dafür, wie unsicher die Börsen sind, was die Gewinnaussichten von Medienkonzernen sind (Bild: Bloomberg)
Bild: Bloomberg
Der S&P 500 Media Index macht den größten Zwei-Tages-Fall seit 2008: Ein Zeichen dafür, wie unsicher die Börsen sind, was die Gewinnaussichten von Medienkonzernen sind
Die Gesellschafter von Sonntag Aktuell   wollen die nach der Bild am Sonntag   zweitgrößte Sonntagszeitung Deutschlands zum 31. März 2016 einstellen. Das will Kress   aus Unternehmenskreisen erfahren haben. Betroffen vom Aus sind bis zu 4000 Zustellerinnen und Zusteller, die ersten Kündigungen werden schon in den kommenden Wochen ausgesprochen - Fristen müssen eingehalten werden. Sonntag Aktuell, gegründet 1979, gehört zur Südwestdeutschen Medienholding   (Süddeutsche  , Stuttgarter Nachrichten  , Stuttgarter Zeitung  ), in deren Konzernumfeld auch Medienfachtitel wie W&V   und Internet World   erscheinen. Die Sonntagszeitung erscheint als siebte Ausgabe verschiedener Regionalzeitungen ohne Zuschlag zum Abo-Preis. Die Auflage sank zuletzt unter 600.000 Exemplare. Grund für die Entscheidung seien hohe Zustellungskosten und ein dramatischer Einbruch bei den Anzeigenerlösen.

Die Angst der Medienkonzerne vor dem Internet ist global zu spüren - und nicht allein auf den Print-Sektor festgelegt. Der globale Medienaktienindex von Standards & Poor  , der S&P 500 Media Index   legte binnen zwei Tagen den höchsten Verlust hin seit 2008, nachdem Disney-Chef   Bob Iger in Zusammenhang mit seinem Kabelkanal ESPN   darüber philosophiert hatte, dass sich das Nutzungsverhalten jüngerer Zielgruppen in den USA verändert - weg vom Kabelfernsehen, hin zum Internet. Die Aktionäre interpretierten das als die Idee, ESPN künftig nicht (wie bisher) nur indirekt via Kabelnetz-Betreibern zu vermarkten - sondern als Video-on-demand-Angebot direkt. Die Aktien von Kabelanbietern verloren drastisch: Viacom   (minus 20 Prozent), Fox   und Discovery Network   (beide minus 11 Prozent). Selbst Disney (minus neun Prozent) und CBS   (minus sechs Prozent) gaben stark ab. Grund ist, dass ESPN als 24-Stunden-Sportangebot in den US-Kabelnetzen ein unverzichtbares Angebot für viele Kabel-Kunden ist.

Die Kurse haben sich bislang kaum erholt - ein Zeichen dafür, dass Aktionäre von Medienkonzernen immer weniger der Überzeugung sind, dass Medienunternehmen in Zukunft Geld verdienen können - wenn sie kein per Internet getriebenes Geschäftsmodell besitzen.
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