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Internet ante portas: Warum vergangene Woche global 'Mediageddon' war
10.08.2015 In Deutschland wird die zweitgrößte Sonntagszeitung eingestellt, in den USA erleiden Medien-Aktien den größten Kurseinbruch seit 2008: Die vergangene Woche war keine gute Woche für traditionelle Medien - Internet als Verbreitungsmedium für Video und News sorgen für ein "Mediadeggon".
Die Angst der Medienkonzerne vor dem Internet ist global zu spüren - und nicht allein auf den Print-Sektor festgelegt. Der globale Medienaktienindex von Standards & Poor , der S&P 500 Media Index legte binnen zwei Tagen den höchsten Verlust hin seit 2008, nachdem Disney-Chef Bob Iger in Zusammenhang mit seinem Kabelkanal ESPN darüber philosophiert hatte, dass sich das Nutzungsverhalten jüngerer Zielgruppen in den USA verändert - weg vom Kabelfernsehen, hin zum Internet. Die Aktionäre interpretierten das als die Idee, ESPN künftig nicht (wie bisher) nur indirekt via Kabelnetz-Betreibern zu vermarkten - sondern als Video-on-demand-Angebot direkt. Die Aktien von Kabelanbietern verloren drastisch: Viacom (minus 20 Prozent), Fox und Discovery Network (beide minus 11 Prozent). Selbst Disney (minus neun Prozent) und CBS (minus sechs Prozent) gaben stark ab. Grund ist, dass ESPN als 24-Stunden-Sportangebot in den US-Kabelnetzen ein unverzichtbares Angebot für viele Kabel-Kunden ist.
Die Kurse haben sich bislang kaum erholt - ein Zeichen dafür, dass Aktionäre von Medienkonzernen immer weniger der Überzeugung sind, dass Medienunternehmen in Zukunft Geld verdienen können - wenn sie kein per Internet getriebenes Geschäftsmodell besitzen.
