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Mobile-Commerce: Trends und Herausforderungen der nächsten Jahre

13.05.2009 Für gewöhnlich brauchen Trends aus den USA in etwa zwei Jahre, bis sie in Europa angekommen sind. Daher ist eine aktuelle Trendanalyse zum Mobile-Commerce in den USA und Großbritannien schon heute für die deutsche Mobile- und E-Commerce-Branche von vitalem Interesse. Damit müssen die Unternehmen in Zukunft rechnen.

 (Bild: Hightext Verlag OHG)
Bild: Hightext Verlag OHG
In den USA und Großbritannien steht mobiles Internet und damit verbunden auch der Mobile-Commerce an der Schwelle zum Massenmarkt. Das ist die Kernaussage einer Trendanalyse der amerikanischen Shopping-Plattform und Preisvergleichers PriceGrabber.com  . 58 Prozent der fast 4.000 befragten Nutzer verfügen in den USA bereits über ein web-fähiges mobiles Endgerät. In Großbritannien sind es sogar 62 Prozent. Davon haben rund zehn Prozent schon mobil eingekauft. Aber fast doppelt so viele Nutzer verwenden ihr Handy um Preise zu vergleichen oder sich Detailinformationen zu Produkten zu besorgen. Eine iBusiness-Analyse zum Mobile-Commerce aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass in Deutschland mit diesem Wendepunkt in 2010 oder 2012 zu rechnen sein wird.

Um die Akzeptanz des Mobile-Shopping weltweit zu erhöhen, müssen sich die Shopbetreiber noch einigen Herausforderungen stellen. Die Usability vieler mobiler Online-Shops muss verbessert werden. Da sind sich vier von zehn der Umfrageteilnehmer einig. Eine Aussage, die auch Karsten Müller , Juniorprofessur für Wirtschaftspsychologie an der Uni Mannheim  , gegenüber iBusiness bestätigt hat. Es funktioniere nicht, klassische E-Commerce-Konzepte auf den Mobilmarkt zu übertragen. "Das Handy ist eigentlich sehr unfunktional", erklärt er. "Verbraucher müssen auf alle Annehmlichkeiten verzichten, die E-Commerce eigentlich ja so attraktiv machen." Beispielsweise große Produktbilder oder Preisvergleiche über mehrere Browser-Fenster hinweg.

Laut Müller gibt es "kaum eine Notwendigkeit, unbedingt unterwegs im Internet einkaufen zu müssen." Ausnahmen seien zwar Waren wie Flug- oder Nahverkehrstickets. Diese führt aber kein klassischer Online-Shop im Sortiment. Sinnvoll wäre für Wirtschaftspsychologe Müller, wenn Online-Händler im Mobil-Shop nur ein eingeschränktes Sortiment anbieten. Das sehen inzwischen auch die ersten Shop-Betreiber so. Quelle schmiedet bereits Pläne, den Mobil-Shop zu verschlanken. Das Ranking der Top-5-Herausforderungen für den Mobile-Commerce:

  1. Der Kaufprozess ist zu zeitaufwending (38 Prozent)
  2. Die Kaufabwicklung ist zu kompliziert (28 Prozent)
  3. Sonstiges (24 Prozent)
  4. Produkte sind schwer zu finden (17 Prozent)
  5. Unsicherer Zahlungsprozess (15 Prozent)

Zu den absoluten Top-Produkten, die die Nutzer über das Handy einkaufen, zählen digitale Inhalte wie beispielsweise Klingeltöne, Musik oder Videoclips. Diese Produkte haben in den USA 58 Prozent der Mobile-Shopper gekauft. Aber auch Konsumer-Elektronik wird im Durchschnitt von fast jedem zweiten Handy-Shopper gekauft. Interessant, dass auch Mode und Bücher mit einem Anteil von rund 30 Prozent durchaus Chancen haben, über Mobile-Commerce verkauft werden zu können.

Unter dem Strich setzten sich im Mobile-Commerce vor allem Technik-Artikel durch. Bei diesen Produkten werden auch deutsche Onlinehändler zu Beginn die größten Umsatzchancen haben. Diese Entwicklung ist schon jetzt in Großbritannien zu sehen. Hier haben 50 Prozent der Nutzer schon einmal EDV-Produkte über das Handy bestellt. Digitaler Content (46 Prozent) und Unterhaltungselektronik (43 Prozent) folgen auf den Rängen drei und vier. Besonders gerne kaufen die Briten nämlich Bücher im mobilen Internet. Hier sind es 47 Prozent der Mobile-Käufer.
Thema: Mobile-Commerce: Trends und Herausforderungen der nächsten Jahre

Kommentar von Olaf Groß

Warum künftig mobil geshoppt wird

Mobile-Commerce wird kommen. Nicht heute, aber in zwei Jahre ist es für den deutschen Markt durchaus realistisch, dass Onlinehändler auf diesem Weg relevante Umsatzgrößen erreichen könnten. Doch was treibt die Nutzer zum mobilen Kauf?

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