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Mobile-Commerce: Trends und Herausforderungen der nächsten Jahre
13.05.2009 Für gewöhnlich brauchen Trends aus den USA in etwa zwei Jahre, bis sie in Europa angekommen sind. Daher ist eine aktuelle Trendanalyse zum Mobile-Commerce in den USA und Großbritannien schon heute für die deutsche Mobile- und E-Commerce-Branche von vitalem Interesse. Damit müssen die Unternehmen in Zukunft rechnen.
Um die Akzeptanz des Mobile-Shopping weltweit zu erhöhen, müssen sich die Shopbetreiber noch einigen Herausforderungen stellen. Die Usability vieler mobiler Online-Shops muss verbessert werden. Da sind sich vier von zehn der Umfrageteilnehmer einig. Eine Aussage, die auch Karsten Müller , Juniorprofessur für Wirtschaftspsychologie an der Uni Mannheim , gegenüber iBusiness bestätigt hat. Es funktioniere nicht, klassische E-Commerce-Konzepte auf den Mobilmarkt zu übertragen. "Das Handy ist eigentlich sehr unfunktional", erklärt er. "Verbraucher müssen auf alle Annehmlichkeiten verzichten, die E-Commerce eigentlich ja so attraktiv machen." Beispielsweise große Produktbilder oder Preisvergleiche über mehrere Browser-Fenster hinweg.
Laut Müller gibt es "kaum eine Notwendigkeit, unbedingt unterwegs im Internet einkaufen zu müssen." Ausnahmen seien zwar Waren wie Flug- oder Nahverkehrstickets. Diese führt aber kein klassischer Online-Shop im Sortiment. Sinnvoll wäre für Wirtschaftspsychologe Müller, wenn Online-Händler im Mobil-Shop nur ein eingeschränktes Sortiment anbieten. Das sehen inzwischen auch die ersten Shop-Betreiber so. Quelle schmiedet bereits Pläne, den Mobil-Shop zu verschlanken. Das Ranking der Top-5-Herausforderungen für den Mobile-Commerce:
- Der Kaufprozess ist zu zeitaufwending (38 Prozent)
- Die Kaufabwicklung ist zu kompliziert (28 Prozent)
- Sonstiges (24 Prozent)
- Produkte sind schwer zu finden (17 Prozent)
- Unsicherer Zahlungsprozess (15 Prozent)
Zu den absoluten Top-Produkten, die die Nutzer über das Handy einkaufen, zählen digitale Inhalte wie beispielsweise Klingeltöne, Musik oder Videoclips. Diese Produkte haben in den USA 58 Prozent der Mobile-Shopper gekauft. Aber auch Konsumer-Elektronik wird im Durchschnitt von fast jedem zweiten Handy-Shopper gekauft. Interessant, dass auch Mode und Bücher mit einem Anteil von rund 30 Prozent durchaus Chancen haben, über Mobile-Commerce verkauft werden zu können.
Unter dem Strich setzten sich im Mobile-Commerce vor allem Technik-Artikel durch. Bei diesen Produkten werden auch deutsche Onlinehändler zu Beginn die größten Umsatzchancen haben. Diese Entwicklung ist schon jetzt in Großbritannien zu sehen. Hier haben 50 Prozent der Nutzer schon einmal EDV-Produkte über das Handy bestellt. Digitaler Content (46 Prozent) und Unterhaltungselektronik (43 Prozent) folgen auf den Rängen drei und vier. Besonders gerne kaufen die Briten nämlich Bücher im mobilen Internet. Hier sind es 47 Prozent der Mobile-Käufer.
