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T-Mobile startet Portal für virtuelle Schnitzeljagden

10.07.2009 Der Marktführer unter Deutschlands Mobilfunkbetreibern bringt zur Gamescom in Köln ein neues Portal auf die Rampe: Location based Games könnten damit aus der Nische in den Fokus der Branche rücken.

 (Bild: Orbster)
Bild: Orbster
Die Idee ist nicht wirklich neu: Das Spielfeld ist die Wirklichkeit. Aufgaben kommen via Netzanbindung, und der Controler zum Spiel ist das Handy. Location based games heißen solche Applikationen oder auch augmented reality games. Seit 2001 gab es dazu vor allem im akademischen Umfeld Experimente. Dabei zeigten sich "häufig technische Probleme, die wiederum den Spielspass erheblich beeinflussen können", referiert der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware BIU  . Bislang hätten die Spielekonzepte offenbar keine nachhaltige Begeisterung ausgelöst, und so müsse man in Deutschland von "einem absoluten Nischenmarkt sprechen", so BIU weiter.

Das ändert sich gerade, ist Georg Broxtermann überzeugt, Gründer und Geschäftsführer der Softwareschmiede Orbster  . Die Programmierer aus Karlsruhe haben vergangene Weihnachten das Spiel GPS-Mission   ins Netz gestellt. Die app für Apples   iPhone wurde rund 100.000 mal heruntergeladen, mehrere Zehntausend Nutzer aus etwa 60 Ländern haben sich seitdem auf der Site registriert. Dort bekommen virtuelle Schnitzeljäger neue Missionen oder können eigene einstellen.

"Das ist erst der Anfang", gibt sich Broxtermann optimistisch. Denn vor allem mit dem iPhone seien "erstmals die Telefone da, mit denen das richtig Spass macht". In Verbindung mit den Flatrates der Mobilfunkbetreiber bestehe nun eine echte Chance, mit location based games aus der Nische zum Konsumentenmarkt zu gelangen.

Etwas zurückhaltender formuliert Harald Hesse , Chefredakteur des Fachmagazins GamesMarkt   seine Einschätzung: "Das ist eine sehr interessante Anwendung." Das tatsächliche Potential werde bereits in naher Zukunft deutlich, so Hesse.

Generell sehen etwa die Marktforscher von Goldmedia im Markt der Handy-Games enormes Wachstum für die kommenden Jahre: Im vergangenen Jahr machten die Umsätze der Branche Handy-Games in Deutschland allein 60 Millionen Euro aus. Für das Jahr 2012 rechnet Goldmedia mit einem Umsatz von 105 Millionen Euro. Einer der Hoffnungsträger könnten location based games sein.

GPS-Mission ist kostenlos. Das Geschäftsmodell von Orbster ruht auf anderen Beinen: Im Konsumer-Bereich soll Geld mit dem Verkauf von virtuellen Gütern (Karten, Missionen, u.ä.m.) verdient werden. Für potentielle Business-Partner denkt Broxtermann an speziell gefertigte Missionen unter einem Brand. Kaffeehaus-Ketten kommen für ihn ebenso in Frage wie Städte oder Tourismus-Partner. Mit einem Mobilfunkbetreiber hat Orbster bereits eine Vereinbarung getroffen: T-Mobile   will zur Kölner Gamescom ein eigenes Portal zum Thema starten.
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