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Deutschen Start-ups fehlen Wachstumsmöglichkeiten

07.10.2015 Sechs von zehn jungen Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche haben derzeit eine gute Auftragslage. Ganze 93 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Monaten zudem eine positive Auftragsentwicklung. Wermutstropfen: 38 Prozent von ihnen halten schnelles Wachstum in Deutschland aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen nicht für realisierbar.

 (Bild: Jordan Meeter/flickr)
Bild: Jordan Meeter/flickr
Bild: Jordan Meeter/flickr unter Creative Commons Lizenz by
Laut den zentrale Ergebnisse der Befragung zum Trendbarometer junge IKT-Wirtschaft 2015  , die das Institut für Innovation und Technik   im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie   durchgeführt hat, gibt es in Deutschland erhebliches Potenzial an schnell wachsenden, jungen Unternehmen. So geben 69 Prozent der Befragten schnelles Wachstum als gewünschte Entwicklungsperspektive an. Mehr als die Hälfte glaubt sogar, dass dieses zwingend notwendig sei, um als Unternehmen am Markt bestehen zu können. Zum Problem wird oftmals die Finanzierung: 38 Prozent der jungen IKT-Unternehmen halten ihre Bestrebungen aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen für nicht realisierbar.

Finanzierungsmöglichkeiten lassen zu wünschen ubrig

Drei von zehn Start-ups ziehen den Schritt ins Ausland in Erwägung, weil sie in Deutschland keine Chance auf die ausreichende Akquise von Wachstumskapital sehen. Dabei stehen die Jungunternehmer alternativen Finanzierungsmöglichkeiten offener denn je gegenüber. Zwar stehen klassische Finanzierungsmöglichkeiten wie Eigenkapital (Zustimmung: 61 Prozent) und Business Angels (Zustimmung: 57 Prozent) nach wie vor an der Spitze, die Alternativen erhalten aber zunehmend mehr Gewicht: Wagniskapital als Wunschfinanzierung ist in der Einschätzung der Start-ups gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2014 um 14 Prozentpunkte auf 42 Prozent gestiegen; immerhin 34 Prozent der ITK-Start-ups sind zudem offen für Crowdfunding (2014: 23 Prozent).

75 Prozent der Befragten wurden von Erfahrungen in Schule und Ausbildung in der eigenen Unternehmensgründung bestärkt, 42 Prozent haben im Studium entsprechende Kompetenzen erworben. Nach Einschätzung der Jungunternehmer wandelt sich auch die Wahrnehmung von Gründertum in Deutschland allgemein: Deutlich mehr als die Hälfte von ihnen registriert sowohl in Medien und der Politik als auch in der Gesellschaft zunehmend gründungsfreundliche Tendenzen.

Dieses Umfeld macht Gründer in Deutschland kreativ: Sie realisieren meist nicht nur eine einzige Geschäftsidee. Während 38 Prozent an der Umsetzung weiterer Produkte oder Dienstleistungen tüfteln, haben drei Viertel aller Befragten innovative Ideen, an deren Entwicklung sie derzeit aber noch nicht arbeiten. Mehrfachgründungen sind für die IKT-Start-ups eine realistische Option, sie verlieren aber auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten nicht aus den Augen. So sind 42 Prozent der Befragten der Meinung, Start-ups sollten bereits in der Gründungsphase eine Exit-Strategie entwickeln. Die Übernahme durch ein anderes Unternehmen ist für 71 Prozent dabei gut vorstellbar.
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