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Polizei wird zur Social-Media-Macht

06.09.2018 Bundesweit betreiben Polizeibehörden bereits 331 Profile, darunter 159 offizielle Accounts bei Twitter  , 138 bei Facebook  , 25 bei Instagram  , 8 bei Youtube   und einen bei Snapchat  . Das hat eine Umfrage des NDR-Medienmagazins Zapp bei Ländern, BKA und Bundespolizei ergeben.

Warnung vor Fake News auf Facebook der Polizei Rosenheim (Bild: Polizei Oberbayern Süd / Screenshot: iBusiness.de)
Bild: Polizei Oberbayern Süd / Screenshot: iBusiness.de
Warnung vor Fake News auf Facebook der Polizei Rosenheim
Information und Imagepflege, aber auch Unterhaltung und neuerdings sogar der Kampf gegen Fake News: Die Polizei baut ihre Präsenz in sozialen Netzwerken rasant aus. Die Polizei beschäftigt dafür bundesweit bereits mehr als 80 Social-Media-Manager, die sich ausschließlich um die Pflege und den Ausbau zentraler Profile kümmern.

In Niedersachsen zeigt sich, wie strategisch die Polizei soziale Netzwerke bespielt: Unter dem Stichwort 'Social Community Policing' sind bereits zwölf Beamte mit persönlichen Profilen im digitalen Einsatz - weitere sollen bald folgen. Auf diesem Weg sollen die Polizisten für Bürger direkt ansprechbar sein, aktuelle Informationen vermitteln und Präventionsarbeit leisten. Darüber hinaus sollen sie in den sozialen Netzen gezielt Ausschau nach Fake News aus ihrer Region halten, vor allem wenn es um Gerüchte geht, die die Polizei selbst betreffen.

Doch das Engagement in den sozialen Netzen stößt auch auf Kritik. Der Polizei- und Konfliktforscher Dr. Peter Ullrich von der Technischen Universität Berlin   bemängelt, dass es für den zunehmenden Einsatz der Polizei in sozialen Netzwerken bislang keine klaren Regeln gebe, viele Aktionen seien reine PR: "Mit Bildern von Hunden, Katzen und geretteten Vögeln, die aus dem Nest gefallen sind, wird ein Bild gezeigt, das mit der Organisation und ihren Aufgaben wenig zu tun hat."

Im Alltag sei die Polizei vor allem mit Konflikten und Problemen beschäftigt, die sie selbst kaum thematisiere. So werde die Polizei bei Auseinandersetzungen etwa im Umfeld politischer Demonstrationen oft selbst zur Konfliktpartei. "Damit kommt die Polizei ganz schnell in eine Position, wo sie nicht mehr neutral ist."
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