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Droht Agenturen schon die nächste Disruptionswelle?
21.05.2024 Die jüngsten KI-Entwicklungen könnten zu einem erheblichen Preisverfall bei Agenturen führen. Vor allem eine chinesische Innovation.
ChatGPT4o wiederum kann jetzt wirklich live, also simultan übersetzen, so die Ankündigung von Mira Murati , CTO von OpenAI. Alles neue Werkzeuge, die vieles erleichtern könnten. Zum Beispiel die Arbeit von Musikern oder Programmierern, die so fehlende Übergänge und Codes bequem und hoffentlich passend einsetzen könnten. Von Textbausteinen ganz zu schweigen.
Was sich direkt auf die Dienstleistungs-Preise auswirken dürfte, wie wir schon vor einem Jahr prognostiziert hatten (Die vierte Welle der Agentur-Disruption: Wie sich die Welt für Agenturen verändern wird). Geht es leichter, also schneller, von der Hand, muss das ja dann nicht auch noch bezahlt werden, werden auftraggebende Unternehmen ihren Agenturen sicher erzählen, sollten die Assistenten und multimodalen KI-Modelle denn tatsächlich so gut funktionieren wie versprochen.
Und das gilt erst recht für eine weitere Neuerung, die derzeit in China vorbereitet sind. (Danke an Christian Bennefeld für den Hinweis auf LinkedIn ). Demnach hat der Internetkonzern Tencent zusammen mit Wissenschaftlern von chinesischen Universitäten eine KI mit dem Namen Hunyuan-DiT entwickelt, die eine bisher ungesehene Neuerung mitbringt: Sie soll in bestehende Bilder eingreifen und sie nach Belieben verändern können. Fehlt ein Detail, kann es einfach per Textbefehl eingefügt werden. Die KI erledigt das schon.
Sollte so die Arbeit vieler Agenturen und Unternehmen in Zukunft aussehen? Bilder für Website, Online-Shop, Social-Media-Post oder Werbekampagne werden nur noch ungefähr produziert, muss ja nicht perfekt sein, was nicht gefällt, wird nachträglich von der KI im Nu nach Gusto geändert. Beliebige Objekte könnten aus den Trainingsdaten oder gleich aus dem zu bearbeitenden Bild selbst hinzugefügt, ausgetauscht oder gelöscht werden.
Was für die Hochglanz-Branding-Kampagne wohl auch in Zukunft nicht gelten wird - jedenfalls nicht nach dem derzeitigen Stand der Technik - dürfte mittelfristig (so die chinesischen Ankündigungen halten, was sie versprechen) für die Middle-of-the-Road-Werbung aber ebenfalls drastische Preisreduktionen zur Folge haben. Und damit vielleicht schon die fünfte Disruptionswelle auslösen.
Christian Gehl, iBusiness-Analyst
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