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Mehrheit will digitales Gesundheitssystem
13.09.2017 Die Mehrheit der Deutschen hat keine Bedenken, ihren Ärzten persönliche Daten zur Gesundheitsgeschichte digital zur Verfügung zu stellen. 77 Prozent versprechen sich durch die Einführung einer elektronischen Patientenakte bessere Diagnosen und Behandlungen. Einen weiteren Vorteil der bevorstehenden Digitalisierung im Gesundheitssystem sehen viele Versicherte in der besseren medizinischen Versorgung ländlicher Gebiete, etwa durch mögliche Online-Sprechstunden. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie "Zukunft der Gesundheitsversorgung" der Krankenkasse Pronova BKK .
Etwas mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich dafür aus, einen Arztbesuch durch eine Online-Videokonferenz zu ersetzen, wenn keine körperliche Untersuchung notwendig ist. Für eine so genannte Zweitmeinung als Entscheidungshilfe für oder gegen eine erste Behandlungsempfehlung würden sogar 71 Prozent eine Online-Videosprechstunde in Anspruch nehmen. Digitale Ergänzungsangebote wie Online-Videosprechstunden würden nach Meinung von 80 Prozent der Befragten zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf dem Land führen. Dort herrscht zunehmender Ärztemangel, weil Mediziner in ihren Leistungen heute strenger reglementiert werden als früher und sich eine Praxis am ehesten in Ballungsräumen rentiert.
Zu einer guten Gesundheitsversorgung gehört außerdem eine zuverlässige und schnelle Medikamentenversorgung. Rezeptfreie Medikamente können bereits über Online-Apotheken bestellt werden. Drei Viertel der Bundesbürgerinnen und -bürger sprechen sich dafür aus, dies auch für verschreibungspflichtige Arzneimittel zu erlauben, sofern ein Rezept per E-Mail eingereicht wird. Bisher ist dies nur über den deutlich längerfristigen Postweg möglich.
Für die Studie wurden 1.000 Bundesbürger befragt. Sie ist repräsentativ nach Geschlecht, Alter und Region.
