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Trend: Online-Magazine stellen Print-Archive kostenlos ins Netz

14.01.2008 Ab sofort können Leser des Nachrichten Magazins Focus online auf sämtliche Inhalte der Printausgaben seit 1993 zugreifen. Damit kommen die Münchner einem direkten Konkurrenten zuvor, der die Öffnung ihres Archivs bereits im letzten Jahr ankündigten.

Das Nachrichtenmagazin Focus hat sein komplettes Print-Archiv kostenlos ins Netz gestellt. Alle seit dem 18. Januar 1993 erschienen Artikel - mittlerweile mehr als 100.000 Beiträge - können unter www.focus.de/archiv ab sofort nach einem gewissen zeitlichen Abstand abgerufen werden.

Ein halbes Jahr hat der Verlag zusammen mit Computerwissenschaftlern an der netzgerechten Aufbereitung des neuen Online-Archivs gearbeitet, erklärt Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner . Das Ziel war die Entwicklung neuer Suchmethoden, um die Inhalte für die Nutzer auch intuitiv erschließbar zu machen. Ohne lange Recherchen können die Nutzer in Zukunft mit zwei, drei Mausklicks alle wesentlichen Beiträge zu den gesuchten Themen abrufen. Die zusätzlichen Recherche-Funktionen werden in den kommenden Wochen freigeschaltet.

Mitte Dezember letzten Jahres hatte bereits Der Spiegel   die Öffnung seines Archivs angekündigt. Zusätzlich ist geplant, die eigenen Inhalte mit dem Content von Drittanbietern, konkret mit den Inhalten der Bertelsmann-Lexika und der deutschsprachigen Wikipedia zu verknüpfen (siehe iBusniess vom 18.12.2007).

Zu den strategischen Hintergründen wollte sich Focus bis Redaktionsschluss nicht äußern. Die kostenlose Öffnung der Archive kann als Scheitern der Paid-Content-Strategie sowohl beim Focus als auch beim Spiegel angesehen werden. Im Business-to-Consumer-Segement ist die Bereitschaft für Informationen im Internet Geld zu zahlen immer noch schwach ausgebildet. Ganz im Gegenteil zum Business-Segement, in dem Paid-Content mittlerweile ein etabliertes Geschäftsmodell ist.
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