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Dorf sorgt in Eigenregie für Breitbandanbindung
07.10.2008 Die flächendeckende Breitbandversorgung in deutschen Städten ist Standard. Deutlich anders sieht das häufig fernab der Stadtgrenzen aus. Weil dort der Ausbau nur schleppend und mit hohen Kosten verbunden vonstatten geht, hat jetzt ein kleines Dorf selbst zum Spaten gegriffen.
Die Arbeit hat sich gelohnt: Rund 90.000 Euro konnten die Waldstettener durch ihre Eigeninitiative einsparen. Schließen nun noch 115 Haushalte einen Zwei-Jahres-Vertrag über einen DSL-Abschluss ab, übernimmt die Telekom die restlichen 110.000 Euro. Laut der Gemeinde haben sich 50 Einwohner zwischen 12 und 78 Jahren an den Bauarbeiten beteiligt. 90 DSL-Verträge liegen beim Ortsvorsteher auf dem Tisch.
Obwohl sich positive Tendenzen bei der Entwicklung einer flächendeckenden Breitbandversorgung in Deutschland zeigen, verfügen über 700.000 Haushalte über keinen Breitbandzugang. Das entspricht rund zwölf Prozent der Bürger, in Ostdeutschland sogar fast 40 Prozent. Besonders betroffen sind vor allem ländliche Gebiete. Die mangelhafte Breitbandversorgung hierzulande hatte erst kürzlich erneut die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft, Viviane Reding scharf kritisiert. Vor allem für Unternehmen in ländlichen Regionen bedeute der Mangel große Nachteile. Ursache für den ungenügenden Breitbandausbau in Deutschland sei fehlender Wettbewerb, weshalb nicht ausreichend investiert werde. Die EU-Kommission denkt daher darüber nach, Breitbandzugänge für alle Bürger per Universaldienstverpflichtung vorzuschreiben. Im europäischen Vergleich ist Deutschland nur Mittelmaß in der Breitbandversorgung. Die Nase vor haben vor allem skandinavische Länder.
