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Telearbeit sorgt für Überstunden und Datenklau
03.01.2012 Die Verfügbarkeit Internet-basierter Endgeräte und ausreichende Netzbandbreiten erleichtern flexible Beschäftigungsmodelle, wie das Arbeiten von zu Hause. Diese führt allerdings zu Nebeneffekten, wie eine Studie herausgefunden hat.
Überstunden im Heimbüro
Die Studie zeigt ausserdem, dass Telearbeiter immer deutlicher mit ihrer Tätigkeit verbunden sind. So arbeiten Beschäftigte gut 13,5 Stunden unentgeltlich pro Monat als Überstunden. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die einfache Verfügbarkeit von Technologie. Gut 22 Prozent der Befragten haben ein internetfähiges Gerät nie weiter als in drei Meter Reichweite.
Dieser einfache Zugriff auf Technologie macht sich in einer hohen Arbeitszufriedenheit von Personen bemerkbar die von zu Hause tätig sind. 70 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, produktiver zu sein, und zwei Drittel von ihnen arbeitet lieber zu Hause als im eigentlichen Büro.
Die Gründe hierfür:
- Mehr Aufgaben lassen sich in kürzerer Zeit erledigen (58 Prozent),
- Störungen durch Kollegen treten nicht auf (52 Prozent) und
- Arbeitnehmer nutzen Zeit, die sie sonst für den Tratsch in der Kaffeeküche verwenden würden (48 Prozent).
- Insgesamt sind 90 Prozent der Befragten überzeugt, dass flexible Arbeitsmöglichkeiten ihrem Unternehmen helfen - wäre da nicht die Sache mit dem Datenschutz.
In den meisten Fällen führe die Privatisierung der Unternehmens-IT und die Arbeitsplatzflexibilität zu einer immer stärker vernetzten Mitarbeiterschaft. Wenn immer mehr Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten sei es für Firmen besonders wichtig, ihre Daten über eine nachhaltige Backup-Strategie zu schützen, so die Studienautoren.
Moderner als im Büro
Interessanter Weise spielen für einen Mitarbeiter technische Aspekte eine wichtige Rolle, bei seiner Entscheidung lieber von zu Hause als in der Firma zu arbeiten: In einer ähnlich gelagerten Studie ermittelte Mozy jüngst, dass 40 Prozent aller Büromitarbeiter zu Hause über modernere Computer zu verfügen als auf der eigenen Arbeitsstelle. Mitarbeiter in Deutschland nutzen dabei private Rechner, die im Schnitt zwei Jahre jünger sind als das Büro-Equipment. In Großbritannien gab einer von fünf Befragten an, zu Hause besser mit IT ausgestattet zu sein, als auf der Arbeit. 22 Prozent verfügen über einen schnelleren Breitbandzugang.
Mitarbeiter arbeiten nach Erkenntnissen der Mozy-Studie in ihrer Freizeit gerne für ihre Firma. Sie nutzen allerdings umgekehrt Arbeitszeit ganz selbstverständlich auch zur Erledigung privater Angelegenheiten. Mitarbeiter arbeiten wöchentlich im Schnitt 3,35 Stunden von zu Hause aus, nutzen jedoch 2,32 Stunden Bürozeit pro Woche für die Abarbeitung privater Aufgaben. Insgesamt überwiegt also die Anzahl der Überstunden vor dem "Freizeitausgleich" - eine Situation, von der primär die Arbeitgeber profitieren, indem sie im Schnitt insgesamt sieben Arbeitstage pro Jahr von jedem ihrer Mitarbeiter "geschenkt" bekommen.
Die Vermischung von Arbeits- und privater Zeit ist allerdings deutlich vielschichtiger als bislang angenommen. 23 Prozent der Befragten nutzten Wege von und zur Arbeitsstelle oder den Besuch von Kaffees für geschäftliche Dinge. "Working on the go" gewinnt in dem Maß an Bedeutung, indem verstärkt Internet-Hotspots im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Nur insgesamt sechs Prozent der Befragten arbeiten Vollzeit von zu Hause aus.
