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Übersicht: Definition der Bewertungskriterien
28.01.2026 iBusiness hat ein alltagsnahes Bewertungsraster entwickelt, um die Erfolgsaussichten eines Hypes zu bestimmen. Jeder Trend wird in zentrale Kriterien zerlegen, die in ihrer Gesamtheit ein präzises Bild davon zeichnen, welche disruptive Kraft einem Trend innewohnt. Diese fünf Kriterien haben wir dafür identifiziert:
- Nutzerverhalten Bewertet wird, wie gut sich ein Trend in bestehende Gewohnheiten und Routinen einfügt. Hohe Werte erhalten Technologien, die vertrautes Verhalten unterstützen oder verstärken. Werden neue, ungewohnte oder erklärungsbedürftige Nutzungsweisen vorausgesetzt, sinkt der Wert.
Beispiel: Abo-Commerce funktioniert ähnlich wie E-Commerce und ist daher sehr gewohnt (hoher Wert). Allerdings wird im Vergleich zum Dash-Button ein gewisser Planungs- und Verwaltungsaufwand vorausgesetzt, daher erfolgt eine leichte Abwertung.
- Alltagstauglichkeit Bewertet wird, ob ein Trend im realen Alltag zuverlässig funktioniert. Entscheidend sind technische Reife, Nutzungshäufigkeit, Kontextrobustheit und praktische Anwendbarkeit.
Beispiel: E-Commerce ist robust und erprobt und erhält daher eine hohe Wertung. Same-Day-Delivery stellt demgegenüber zwar zunächst sogar eine Verbesserung dar - funktioniert allerdings nur bei wenigen Sortimenten. Daher ist die Alltagstauglichkeit niedriger.
- Ökonomische Tragfähigkeit Bewertet wird die wirtschaftliche Nachhaltigkeit eines Trends. Berücksichtigt werden Kosten bzw. Kostenvorteile, Skalierbarkeit und Zahlungsbereitschaft.
Beispiel: Roboterlieferungen erlauben zwar (Personal-)Kosteneinsparungen, werden aber durch (noch) hohe Investitionskosten unwirtschaftlich. Micro-Mobility-Lösungen sind dagegen wirtschaftlich darstellbar, weil ein individueller Nutzen entsteht, der eine erhöhte Zahlungsbereitschaft auslöst.
- Soziale Akzeptanz Bewertet wird die gesellschaftliche und regulatorische Anschlussfähigkeit (Vertrauen, Datenschutz, Sicherheitsfragen), aber auch die tatsächliche Verbreitung der Produkte.
Beispiel: Die gesellschaftliche Akzeptanz von Smartphone, Smartwatch und Fitnesstracker werden als ungefähr gleich hoch eingestuft. Die Verbreitung von Smartphones ist jedoch höher. Daraus ergibt sich eine höhere Bewertung. Umgekehrt: Die Verbreitung von Big Data und Programatic Advertising im Marketing sind sehr hoch - die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch niedrig. Dies führt zu einer Abwertung.
- Use Case vs. Narrativ Bewertet wird das Verhältnis zwischen konkretem Anwendungsnutzen und übergeordnetem Zukunftsversprechen. Hohe Werte erhalten Trends mit klaren, leicht erklärbaren Use Cases. Niedrige Werte stehen für stark narrativ-getriebene Konzepte mit unklarem Alltagsnutzen.
Beispiel: Die Idee einer vollständig virtuellen Welt hat eine hohe visionäre Anziehungskraft - gegen die der praktische Nutzen aber steil abfällt. Den Vorteil eines Smartphones kann man dagegen leicht erklären - und in der Praxis auch erleben und verstehen.
