Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Das ist der Kipppunkt bei Rabattversprechen
02.01.2024 Wie muss ein Rabatt wirklich aussehen, damit sich ein Mensch zum Kauf entschließt? Eine Studie gibt darüber jetzt Aufschluss.
Und dabei kann Werbung eine wichtige aktivierende Rolle spielen: Denn für signifikant mehr Interviewte spielt in den letzten Tagen vor dem Fest Werbung eine Rolle, um noch kurzfristig letzte Geschenkideen zu finden. Das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz verliert beim Christmas-Shopping jedoch seit 2021 an Relevanz. Aber auch Rührseligkeit und übersteigerte Romantik kommen in diesem Jahr weniger gut an. Dafür wünschen sich mehr als die Hälfte der Befragten, mit Lachen und Phantasie angesprochen zu werden.
Bei den Menschen ist ein neuer Realismus eingekehrt und sie blicken zunehmend kritisch hinter die Fassade. Dies spiegelt sich auch in ihrer Einstellung zur Werbung wider. Die Erwartung ist daher nicht, dass Marken oder Produkte altruistisch die Welt retten wollen. Man sei sich bewusst, dass Werbung nur verkaufen soll. Dieser Bewusstseinswandel zeige sich auch durch die steigende Relevanz des Produktnutzens in der Markenkommunikation.
Marken sind vermehrt Rabattdruck ausgeliefert
Die vorweihnachtliche Geschenke-Rallye wird meist von der Black Week im November eingeläutet, was in diesem Jahr unter dem Einfluss der anhaltenden Inflationssorgen besonders intensiv zu beobachten war und dem allgemeinen Trend entspricht: So gab gut ein Drittel der Radar-Befragten an, in diesem Jahr häufiger Markenprodukte im Rahmen von Rabattaktionen gekauft zu haben als in den Jahren zuvor. Knapp 60 Prozent sagten, dass sie mit dem Kauf von Markenprodukten warten würden, bis wieder Reduzierungen stattfinden.Doch welchen Discount-Druck halten Marken aus, bevor ihr Wert und das Produktvertrauen womöglich erodieren? Schließlich stimmten mit 46 Prozent fast die Hälfte der Befragten der Aussage zu, dass sie bei hohen Rabatten daran zweifeln würden, ob die Markenqualität überhaupt einen höheren regulären Preis wert sei. Bei der Gruppe dieser "Zweifler" haben die Forscher weiter nachgebohrt, ab welcher Rabatthöhe es für das Markenversprechen kritisch werden könnte. Das Ergebnis: Bei Nachlässen bis 15 Prozent besteht nur ein minimales Risiko. Bis 35 Prozent Rabatt besteht noch ein vertretbarer Spielraum zwischen "Fläche leerräumen" und die Marke wertvoll halten.
Der kritische rote Bereich beginnt bei Nachlässen ab 36 Prozent, ab 60 Prozent besteht sogar ein hohes Risiko, dass das Vertrauen in die Markenqualität zerstört wird. Pilot-Geschäftsführerin Martina Vollbehr : "Wir sehen hier ein Spannungsfeld, das nicht zuletzt auch direkt die Profitabilität von Rabattaktionen betrifft." Kurzfristig habe das sogar das Potenzial, Erstkäufer anzulocken, die nach einer Zeit zu Wiederkäufern werden. Umgekehrt aber "züchtet der Markt so eine immer größer werdende Gruppe an Smartshoppern heran, die von Marke zu Marke hüpfen. Damit werden wiederum höhere Investitionen in Markenbild und Differenzierung notwendig - sofern man keinen Image-Schaden provozieren will -, die durch reguläre Umsätze schwer zu refinanzieren sind und wiederum zu neuen Rabatten führen müssen: eine Spirale, die sich eher in die falsche Richtung dreht."
Broadcasting kann entspannen und Marken stärken
Das Vertrauen in Marken kann auch ein wesentlicher Parameter bei der strategischen Aussteuerung von Kampagnen sein. So präferieren Befragte, die stärker das Gefühl haben, dass man sich auf Marken auch in unsicheren Zeiten verlassen kann, signifikant häufiger Live-TV für entspannende Medienmomente.Soziale Medien haben bei diesem Nutzungsbedürfnis dagegen eine deutlich geringere Relevanz. Die besondere Stärke von Broadcast-Werbung läge darin, virtuelle Gemeinschaft zu stiften und damit Markenvertrauen zu generieren. Im Gegensatz dazu eigne sich Social Media besser für psychografische Segmentierungen, birgt aber auch das Risiko von Polarisierungen, welche letztendlich die Brand Safety untergraben könne.
Befragt wurden 1.000 Menschen ab 18 Jahren. Die Stichprobe ist online repräsentativ.
