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Factsheet Black Friday

Studien, Fakten und Methoden zum wichtigsten ECommerce-Tag des Jahres

25.10.2023 In vier Wochen, am 24. November 2023, ist der diesjährige 'Black Friday' und damit der wichtigste Vorweihnachts-Verkaufstag des deutschen E-Commerce. Wie man sich erfolgreich auf diesen Tag vorbereitet, zeigt unser Factsheet.

 (Bild: BlackFriday.de)
Bild: BlackFriday.de
Black Friday und die darauffolgende Cyberweek sind der Winterschlussverkauf des Onlinehandels - und funktionieren Jahr für Jahr gut. Selbst wenn 78 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher die Aktionstage laut Studie des Kölner Mobilfunkanbieters Congstar   für wenig glaubwürdig halten. Dennoch gaben 17,6 Prozent der Befragten an, im Rahmen des Black Fridays auch etwas gekauft zu haben.

Aber dennoch sucht rund ein Drittel (31,1 Prozent) an Aktionstagen gezielt nach Angeboten und 36,4 Prozent vergleichen sogar die Aktionen verschiedener Anbieter. Vor allem in digitalen Zielgruppen funktioniert der Black Friday: Es interessieren sich 19,9 Prozent der Befragten vor allem für Produkte im Bereich PC-Hardware, 18,3 Prozent für Haushaltsgeräte, 11,8 Prozent für Smartphones und 8,4 Prozent für Entertainment-Produkte wie TV oder Konsolen.

Es ist ein nicht zu vernachlässigender Touchpoint in der Vorweihnachtszeit, für Onlineshops also die richtige Gelegenheit, mit Aktionen auf die eigenen Waren hinzuweisen. Unser Factsheet stellt Studien, Fakten und Erfolgsmethoden für Sie zusammen.


Die juristische Lage
rund um Abmahnungen
und die Marke Black Friday



Bislang war die unlizensierte Verwendung des Begriffs 'Black Friday' abmahngefährdet. Doch seit Ende Juni 2023 dürfen alle Betreibende von Onlineshops den Begriff 'Black Friday' verwenden. Da hat nämlich der Bundesgerichtshof den jahrelangen Rechtsstreit um die Wortmarke 'Black Friday' beendet, indem er eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision durch die Markeninhaberin zurückwies. Damit ist ein von Blackfriday.de angestrengte Entscheidung des Kammergerichts Berlin rechtskräftig, das die Marke 'Black Friday' mit Wirkung ab dem 25. April 2019 für verfallen erklärt hatte.

Seit 2013 war die Wortmarke 'Black Friday' in Deutschland für 900 eingetragene Waren und Dienstleistungen geschützt. Markeninhaberin war die Hongkonger Firma Super Union Holding, die ihr Nutzungsrecht an die Black Friday GmbH   in Wien abgetreten hatte. Seit 2016 verschickte diese Holding Abmahnungen an E-Retailer, die den Begriff 'Black Friday' für ihre Werbung nutzten.


Welche Auswirkungen Black Friday
auf die ECommerce-Kommunikation
in Deutschland hat



Eine Analyse von Milliarden kanalübergreifenden Nachrichten, die vom Black Friday bis zum Cyber Monday im Namen von Onlinehändlern versendet wurden, ergab einen Anstieg von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Diese Daten wurden von Emarsys   nach dem Shopping-Wochenende am Black Friday 2022 veröffentlicht.

Im Vorfeld der Analyse zum Black Friday   und der gemeldeten Zunahme der Kundeninteraktion über die Plattform hat Forrester Consulting   weltweit 620 Führungskräfte aus dem Marketing im Auftrag von Emarsys dazu befragt, wie Unternehmen Omnichannel-Strategien während des Black Friday am besten nutzen können. 62 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Omnichannel-Strategie zu höheren Gewinnspannen geführt hat. Während 54 Prozent sagten, dass sie zu einer größeren Kundentreue und -bindung beitragen konnte.

Die Analyse der Plattformdaten für das Black Friday-Wochenende zeigt einen deutlichen Anstieg der Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr. E-Mail bleibt im Hinblick auf die Omnichannel-Strategie besonders wichtig, nicht nur als eigenständiger Kanal, sondern auch als Ausgangspunkt, um den Traffic auf andere Kanäle zu lenken.

Laut Emarsys Customer Loyalty Index   gaben 64 Prozent der deutschen KundInnen zu, dass sie denjenigen Geschäften am treuesten sind, die "Rabatte, Anreize und Prämien" anbieten. Während diese Zunahme der Kundenkontakte über eine Vielzahl von Kanälen ein klares Bekenntnis zu Omnichannel zeigt, warnt Emarsys davor, die schiere Menge an Kampagnen oder die Anzahl der genutzten Kanäle allein während dieser Black Friday-Verkaufsperiode zu feiern. Stattdessen argumentiert das Unternehmen, dass Marketing-Effektivität nur durch wirksames Targeting erreicht werden kann.

Die Marken, die an diesem Black-Friday-Wochenende ihre Geschäftsziele in Bezug auf Loyalität, Kundenbindung und lebenslangen Mehrwert für den Kunden und die Kundin erreichten, hatten sich auf die Personalisierung konzentriert. Die prozentuale Volumensteigerung nach Kanal im Überblick (gemessen wurde auf der Emarsys-Plattform von führenden Einzelhändlern und Marken. Verglichen wurden die Daten für das Black-Friday-Wochenende vom 25. bis 28. November 2022 gegenüber dem Vorjahr):
  • Gesamtvolumen - 45 Prozent Anstieg
  • E-Mail - 44 Prozent Anstieg
  • Push (mobil) - 54 Prozent Anstieg
  • SMS - 55 Prozent Anstieg
  • In-App - 99 Prozent Anstieg
  • Web - 48 Prozent Anstieg


Wie Sie eine
erfolgreiche
Black-Friday-Kampagne aufsetzen




Was garantiert den Erfolg einer Black-Friday-Kampagne? Wie kann trotz hoher Rabatte Umsatz generiert werden? Und wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für eine Rabatt-Aktion? Diesen Fragen ist das Marketingunternehmen RTB House   in einer internen Datenanalyse auf den Grund gegangen. Die Erkenntnisse von mehr als 150 Unternehmen aus dem Fashion-Bereich ergeben Tipps für Marketer, mit denen sie ihre Black-Friday-Rabattaktionen optimieren können.

  • 1. Die Reichweite erhöhen: Ob eine Promotion-Kampagne erfolgreich ist oder im Sand verläuft, hängt von zwei entscheidenden Fragen ab: Wie attraktiv sind die Rabatte? Und wie viele Menschen werden durch die Kampagne erreicht?

    Die Kunst ist es, beide Hebel einzusetzen. Gelingt es, dann erreicht eine Kampagne während des Aktionszeitraums einen Anstieg der Besucherzahlen von bis zu 41 Prozent. Allerdings verlassen sich viele Marketer ausschließlich auf Rabatte als Anreiz zur Steigerung der Conversion Rate und schöpfen das Potenzial des zweiten Faktors noch nicht aus.

    Tipp: Um die Reichweite zu erhöhen, lohnt es sich, vor einer Promo das Bidding zu erhöhen, die CPCs zu steigern und verstärkt auf die KundInnen einzugehen, die die Marke bereits kennen. Eine solche Re-Engagement-Kampagne zahlt sich aus, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass diese KundInnen bei der Promo auch wirklich kaufen. Gleichzeitig lohnen sich New-Traffic-Kampagnen, um neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

  • 2. Kampagne früh starten: Auf das richtige Timing kommt es an. Die Studie hat analysiert, wann Werbetreibende mit ihrer Black Friday Promotion beginnen. So starteten etwa 65 bis 70 Prozent der Werbetreibenden bereits bis zu sieben Tage vor dem lang ersehnten Freitag. Das wäre dieses Jahr also die Woche vom 13. bis 19. November 2023. Kommunikation ist hier das A und O. Dass die eigene Black-Friday-Aktion bereits eine Woche früher startet, sollte frühzeitig bekanntgegeben werden. So können sich ECommerce-Akteure zusätzliche Verkaufschancen verschaffen und laden KonsumentInnen ein, sich die frühen Rabatte zu sichern.

    Tipp: Die Menschen warten auf Angebote. Marketer sollten überlegen, wie sie die Vorfreude befeuern können. Eine frühe Black-Friday-Promo und die Kommunikation darüber sind dabei entscheidend.

  • 3. Maximal zwei Aktionswochen: Den Daten zufolge sind ein- bis dreitägige Promotionen das beliebteste Format für Rabattkampagnen. Ein so kurzes Event erhöht den Conversion-Wert im Durchschnitt um 95 Prozent. Doch Promo-Events mit einer Dauer von 10 bis 14 Tagen sind weitaus effektiver. Sie führen zu einem Anstieg des durchschnittlichen Conversion-Wertes um 280 Prozent. Ab einer Länge von 15 bis 21 Tagen beginnt der Wert zu sinken. Hier wäre man optimalerweise bei einem Kampagnenstartpunkt ab 6. November 2023 bzw. dem 13. November, wenn man die eigene Black-Friday-Aktion nicht schon eine Woche früher starten lässt.

    Tipp: Nicht zu kurz und nicht zu lang - eine Kampagne ist am erfolgreichsten, wenn sie 10 bis 14 Tage dauert.

  • 4. Bestellwert im Auge behalten: Bei niedrigen Preisen ist es nachvollziehbar, dass auch der durchschnittliche Bestellwert (Average Order Value, AOV) sinkt. Es ist eine große Herausforderung für Unternehmen, ihn trotz Rabattpreisen zu erhöhen. Die Datenauswertung ergab, dass nur einige wenige Top-Performer während der Aktionszeiträume einen höheren AOV als zuvor erzielen. Um den AOV bei einer Black-Friday-Aktion zu erhöhen, ist es wichtig, die besten Marketing-Tools zu verwenden und auf eine fundierte Strategie zu setzen.

    Tipp: Um Anzeigen gezielt ausspielen zu können, sind Daten entscheidend. Je mehr Datenpunkte Unternehmen zur Verfügung stehen und je besser diese aufbereitet werden, desto höher stehen die Chancen, kaufbereite Menschen zu erreichen. Deshalb ist es wichtig, sich mit der neuesten Technologie auseinanderzusetzen, denn Lösungen wie Deep Learning können den Unterschied machen. ECommerce-Unternehmen sollten zudem auf ihren eigenen Erfahrungsschatz bauen - was hat in den vergangenen Jahren funktioniert und was nicht? Werbeaktionen, die gezielt den Wert des Warenkorbs erhöhen, zum Beispiel mit jedem gekauften Artikel vergrößert sich der Rabatt (1. Produkt voller Preis, 2. Produkt -20 Prozent, 3. Produkt -25 Prozent usw.), sind beispielsweise ein bewährtes Mittel.

  • 5. Mit dem Strom schwimmen:
    Wann ist der ideale Zeitpunkt für eine Rabattaktion? Wenn die Userinnen und User die Werbeaktion erwarten, wie zum Beispiel am Black Friday oder nach Weihnachten? Oder wenn sie nicht mit Rabattaktionen rechnen, beispielsweise rund um Ostern? Das Ergebnis ist eindeutig: Zwar herrscht am Black Friday besonders große Konkurrenz unter den Anbietern, und dennoch steigert der Großteil in diesem Zeitraum seinen Umsatz. Der große Vorteil einer etablierten Werbeaktion: Die KundInnen sind darauf vorbereitet und warten nur auf den Startschuss. Außerhalb der klassischen Zeiträume müssen Marketer zwar mit wenig oder keiner Konkurrenz rechnen, doch ahnungslose Kunden und Kundinnen sind auch schwerer zu erreichen. Die Auswertung ergab hier, dass selbst die Kampagnen mit der schlechtesten Performance eine geringfügig höhere Anzahl von Unique UserInnen (2 Prozent) erreichten, während die besten Performer bis zu 41 Prozent neue Unique UserInnen erzielten.

    Tipp: Marketer sollten auf bekannte Aktionstage setzen, denn unbekannte Aktionstage sind in der Umsetzung sehr zeitaufwendig. Während der bekannten Anlässe, etwa dem Black Friday, sind New-Traffic-Kampagnen sinnvoll, damit die Aktion möglichst viele Menschen erreicht.



Wie Sie Ihre
Black-Friday-Kommunikation
zusätzlich psychologisch verbessern



Mit diesen Methoden kontrollieren Sie nicht nur die Wahrnehmung und steigern Ihre Überzeugungskraft, sondern Sie lenken vor allem die Aufmerksamkeit auf die von Ihnen gewünschte Aktion. Wir stellen Ihnen kurz und knapp einfache Änderungen für Ihr Content-Marketing vor, die das Kundenerlebnis und somit die Conversion Rate beeinflussen und Ihre Produkte wesentlich überzeugender machen können. Alle Methoden sind sowohl für B2C als auch für B2B geeignet.

  • 1. Der BYAF-Effekt: Die BYAF-Technik ist eine ganz einfache Methode und wurde bei über 22.000 TeilnehmerInnen in mehr als 43 Studien umfassend untersucht. Die Buchstaben BYAF stehen für "But You Are Free" und bedeuten "Aber du kannst du dich frei entscheiden". Bei diesem Ansatz geht es darum, die Entscheidungsfreiheit der Menschen zu bekräftigen. Wenn Sie jemanden bitten, etwas zu tun, geben Sie ihm mit dieser Methode das Gefühl, dass er oder sie dennoch frei wählen kann. Indem diese Freiheit bekräftigt wird, betonen Sie vordergründig das Recht der KundInnen, "Nein" zu sagen und das Angebot abzulehnen.

    Überraschenderweise tritt jedoch die gegenteilige Wirkung ein: Die KundInnen sind eher geneigt, Ihnen zuzustimmen. Indem Sie Ihrem Gegenüber die Wahl überlassen, erzeugen Sie bei ihm einen Entscheidungsdruck und damit die Furcht, die falsche Wahl zu treffen. Etwas in ihm scheut sich vor dieser Last und er ist froh, einen guten Rat zu erhalten - Ihren Rat. Indem Sie betonen, dass er die Kontrolle hat, erhöhen Sie automatisch die Überzeugungskraft Ihrer Argumente. Verschiedene Studien   beweisen, dass durch das scheinbare Entfernen des Verkaufsdrucks die Abschlusswahrscheinlichkeit um das Doppelte steigen kann.

    Hierbei ist die genaue Wortwahl nicht besonders wichtig. Formulierungen wie "Aber du bist natürlich zu nichts verpflichtet", "Kein Druck", "Es liegt ganz bei dir", "Was auch immer du bevorzugst" oder "Ganz wie du magst" funktionieren genauso gut wie "Fühl dich frei".

  • 2. Die "auch dann"-Formel: Mit dieser Methode können Sie viel erfolgreicher Produkte verkaufen, auch dann, wenn Sie wenig Zeit haben. Wie das geht? Sie haben es eben schon gelernt. (Der Trick liegt in der "auch dann"-Formulierung.) Die Umsetzung ist denkbar einfach. Sie ergänzen jeden Satz um einen Modalsatz. Der Modalsatz kann mit "auch dann" eingeleitet werden, aber auch mit anderen Konjunktionen wie: indem, sodass, weil, obwohl, damit, wenn oder falls.

    Die Formel lautet: Das (Produkt ergänzen), welches (Wertversprechen ergänzen), auch wenn (Einwand ergänzen). Zum Beispiel: "Sie erhalten Ihren Black-Friday-Rabatt auch dann, wenn Sie erst nach Ende der Cyberweek bezahlen". Mit dieser Technik werden gängige Einwände sogleich aufgegriffen und (scheinbar) entkräftigt. Ihr Content wirkt automatisch überzeugender.

  • 3. Der Processing-Fluency-Effekt: Dieser Effekt beschreibt die Leichtigkeit, mit der unser Gehirn Informationen verarbeiten kann. Schwierige Informationen erfordern immer das Eingreifen des rationalen Teils unseres Gehirns und viel Anstrengung, um alle Informationen zu verarbeiten. Wenn der Stimulus allerdings leicht zu verstehen ist, kann unser Gehirn sich nur auf den emotionalen Teil verlassen und die Informationen sofort - quasi intuitiv - verarbeiten. Letzteres ist das, was unser Gehirn liebt: Intuition ist schnell und einfach. Rationale Überlegungen sind dagegen schwierig und zeitaufwendig.

    Deshalb bevorzugen wir auch Marken und Marketingbotschaften, die uns nicht zum Nachdenken zwingen. Schreiben Sie daher kurze Social Media Posts, nutzen Sie klare und prägnante Handlungsaufforderungen, Infografiken, Emojis (wenn sie zu Ihrer Marke passen) oder verwenden Sie Hashtags, um das Thema Ihrer Inhalte hervorzuheben. In Kampagnen, auf Landingpages, bei der Beschreibung von Services nutzen Sie Begriffe, die einfach auszusprechen und zu erinnern sind. Sobald etwas schwierig oder kompliziert wird, erzeugt dies kognitive Spannungen und führt automatisch zu Misstrauen und Ablehnung. Deswegen: Entweder machen Sie es super-einfach oder Sie geben dem Leser bzw. der Leserin wirklich etwas zum Nachdenken. Dazwischen gibt es nichts.

  • 4. Die Ja-Technik: Die wichtigste Frage vorab. Wollen Sie überhaupt an Black Friday mehr Umsatz erzielen? Diese Frage erlaubt nur eine Antwort: "Ja". Und damit sind wir auf dem Weg der Ja-Technik, der wohl bekanntesten Verkaufstechnik. Sobald Menschen wiederholt "Ja" sagen, und damit sogenannte Mikro-Conversions abgeben, werden sie wahrscheinlich auch die nächste Frage mit einem "Ja" beantworten. Die Psychologie dahinter ist das Konsistenzprinzip nach Robert Cialdini . Es beschreibt, dass wir unsere Verpflichtungen konsequent einhalten und auch als konsistent wahrgenommen werden möchten.

    Einige Beispiele für allgemeine Fragen, mit denen Sie ganz einfach Ja-Antworten abholen können (vorausgesetzt, Sie kennen Ihre Kundschaft):
    • Möchten Sie ... ?
    • Wollen Sie nicht auch ... ?
    • Haben Sie sich schon einmal gefragt ... ?
    • Haben Sie sich jemals Gedanken über ... gemacht?
    • Sind Sie interessiert an ... ?
    • Wollen (brauchen oder verdienen) Sie eine bessere ... ?

  • 5. Fear Of Missing Out: Diese auch Loss Aversion genannte Technik ist die wohl meistgenutzte Conversion-Technik in der Onlinewelt. Seit über 10 Millionen Jahren ist die Wirkungsweise dieses Mechanismus durch die Evolution fest in unserem Gehirn verankert. Und auch heute noch sind wir immer noch darauf konditioniert, Verluste zu fürchten. Dies beginnt schon im frühen Kindesalter, wenn wir fürchten, bei Sport und Spiel zu verlieren. Später machen uns finanzielle Verluste mehr zu schaffen, als die Freude über einen Gewinn. Wer diese Technik nutzen möchte, kann einfache Tricks verwenden: Formulierungen wie "Jetzt kaufen, nur noch 2 Stück lieferbar" oder "Letzte Chance, nur noch 3 Stunden für 20% Rabatt" wirken immer Wunder.

    Auch Countdown-Timer während des Black Friday sind hilfreich - allerdings nur, wenn diese nicht über die gesamte Cyberweek genutzt werden. Anderenfalls verlieren sie ihre Wirkung. Besser ist es, Tagesangebote zeitlich zu limitieren. Nur, wenn Menschen wirklich glauben, dass es etwas zu verlieren, einen Verlust gibt, funktioniert diese Technik.

  • 6. FOMO mit Ownership-Effekt kombinieren: Sie können Ihrer Kundschaft das Gefühl vermitteln, wie es ist, ein bestimmtes Produkt zu besitzen. Zeigen Sie Bilder von Menschen, die gerne mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung interagieren. Zeigen Sie Videos, in denen Ihr Produkt von anderen genutzt wird oder promoten Sie Testimonials.


Wie Sie
Traffic-Spitzen
meistern



Der Black Friday und die Cyber-Week leiten die Hochsaison für das Online-Shopping ein. Laut einer Erhebung von Platform.sh   ist der Traffic auf E-Commerce-Websites am Black Friday und während der Cyberweek 2022 um bis zu 80 Prozent gestiegen. Die 12.000 von Platform.sh untersuchten ECommerce-Websites verzeichneten am Black Friday zwei Milliarden Besuche. Für Onlinehändler stellen diese temporären Nachfrage-Peaks eine große Herausforderung dar, denn die kurzen, heftigen Anstiege der Besucherzahlen und die damit verbundenen Transaktionen sind eine starke Belastung für das System, das normalerweise für deutlich geringere Zugriffszahlen und Transaktionen ausgelegt ist.

Daher erfordert es nicht nur eine durchdachte Marketing-Strategie, sondern auch die richtige Website-Strategie, um sich auf die Shopping-Hochsaison vorzubereiten. Web-Expert Mathieu Strauch von Platform.sh   gibt fünf Tipps, mit denen Unternehmen die Herausforderungen strategischer und nachhaltiger angehen können:

  • 1. Marketingaktionen versus Web-Performance: Marketing-Teams sind vor dem Black-Friday-Ansturm maximal gefordert. Häufig müssen Kampagnen noch kurz vor dem Startschuss zum Aktionstag angepasst werden, weil zum Beispiel Produkte nicht zur Verfügung stehen und ausgetauscht werden müssen, sich das Pricing ändert oder die Konkurrenz schneller war mit einer Aktion. Gleichzeitig sollen die Website und Web-App Administratoren sicherstellen, dass die Performance während der Cyberweek einwandfrei ist und die Sites und Apps störungsfrei funktionieren. Um dies zu gewährleisten, gab es in vielen Unternehmen einen harten Stopp für Änderungen, sodass kurzfristige Anpassungen fast unmöglich waren, ohne eine Gefährdung darzustellen. Das Einsetzen von Plattformen, zum Entwickeln und Skalieren von Websites, kann diesen Interessenskonflikt lösen. Solche Web-Plattformen ermöglichen schnelle Reaktionszeiten, sodass die Web-Verantwortlichen ohne großen Aufwand bis zur letzten Minute auf Änderungen reagieren können.

  • 2. Skalierbarkeit ohne "Leerstand" außerhalb der Peak Season: Manche ECommerce-Unternehmen müssen am ersten Cyber-Shopping-Weekend bis zu 106.000 Website-Besuche in der Sekunde bewältigen können. Unternehmen mit eigenen Servern halten für Peaks wie die Weihnachtssaison oder andere Aktionen viel Kapazität vor, die im restlichen Jahr nicht benötigt werden. Die Alternative, im entscheidenden Moment nicht genügend Kapazität zu haben, sodass die Server unter der Last zusammenbrechen, ist wirtschaftlich noch riskanter. Das Ergebnis ist, dass in der restlichen Zeit 60-80 Prozent der Kapazität nicht genutzt werden. Das erfordert nicht nur hohe Investitionen in die Hardware, sondern auch Ressourcen für Betrieb und Wartung sowie Energiekosten, die immer stärker ins Gewicht fallen. Viele Unternehmen stellen daher auf die Zusammenarbeit mit Hosting-Anbietern um, damit sie bei Bedarf skalieren können. Wenn diese Zusammenarbeit über einen Plattform-Anbieter läuft, der gleichzeitig die Entwicklung, Skalierung und das Management der Apps unterstützt, kann die Nutzung und Auslastung noch besser gesteuert und optimiert werden.

  • 3. Performance und Energieverbrauch senken durch Code-Optimierung: Die Performance und die Ladezeiten von Websites und Apps sind ein Schlüsselfaktor für die Kundenzufriedenheit und den Umsatz. Hier empfiehlt es sich, einen möglichen Partner nach Referenzen bei extremen Belastungen zu fragen. Besonders fortschrittliche Lösungen helfen Entwicklern sogar dabei, die Performance von Sites und Anwendungen zu optimieren, indem sie zeigen, wo genau bestimmte Codes verbessert werden können, um die Ladezeiten, und auch die SEO-Ergebnisse zu verbessern. Ein weiterer Vorteil für eine optimierte Performance: Es spart auch Energie. Denn, je mehr Daten transferiert werden, desto höher der Energieverbrauch.

  • 4. Kostensenkung und Nachhaltigkeit muss kein Widerspruch sein: Die Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Umwelt sind größer als man denkt. Ganze vier Prozent macht ihr Anteil mittlerweile am weltweiten CO2-Ausstoß und Energieverbrauch aus - genauso viel wie die Luftfahrt. EndkundInnen und Investoren wählen Unternehmen daher auch immer mehr danach aus, ob diese nachweislich in die Verbesserung ihrer Prozesse in Richtung Nachhaltigkeit investieren. Mithilfe einer besonders hohen Serverdichte kann die Zusammenarbeit mit Plattform-Betreibern den Energieverbrauch um bis zu einem Faktor 10 senken. Erste Anbieter stellen ihren KundInnen sogar APIs und Tools zur Verfügung, über die der CO₂-Verbrauch nachvollziehbar wird. Damit können Unternehmen fundierte Entscheidungen treffen, die die CO₂-Bilanz ihrer IT verbessern. Zudem können Unternehmen bei einigen Plattform-Anbietern auch den Standort der genutzten Rechenzentren mitbestimmen und sich beispielsweise für einen Standort entscheiden, der überwiegend erneuerbare Energien nutzt.

  • 5. Mehr Transparenz durch zentrales Management: Das Entwickeln und das Management von Websites und -Apps auf einer zentralen Plattform zusammenzuführen, steigert auch die Transparenz und eröffnet zusätzliche Vorteile für das Monitoring sowie die Automatisierung von Routineprozessen. Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz unterstützen die Manager und Administratoren dabei, die Applikationen zu überwachen, Probleme bei der Performance zu erkennen und helfen sogar bei derer unmittelbaren Behebung. Durch diese Vereinfachung der oft zeitraubenden Prozesse können sich Unternehmen stärker auf die Shopping-Erfahrung ihrer Kundinnen und Kunden fokussieren - wie etwa die Gestaltung des Benutzererlebnisses im Shop oder auch Funktionen, die das Einkaufen einfach und intuitiv machen. Anstatt sich Gedanken um die Infrastruktur machen zu müssen.
Thema: Studien, Fakten und Methoden zum wichtigsten ECommerce-Tag des Jahres

Kommentar von Joachim Graf

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 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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