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Learning 2041: Wenn Google und Facebook die Bildung übernehmen

28.09.2016 E-Learning gewinnt endgültig an Einfluss auf die Schul- und und Weiterbildung - ist es im Mainstream angekommen, wird es Google, Facebook und Co. auf den Plan rufen. Die haben jetzt schon exzellente Startpositionen. Die Entwicklung des Wissens in den kommenden 25 Jahren.

E-Learning wird langsam altbekannte Institutionen auflösen (Bild: Pixabay / CC0)
Bild: Pixabay / CC0
E-Learning wird langsam altbekannte Institutionen auflösen

HANDLUNGSRELEVANZ

 
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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Digitalität löst langsam die etablierten Lehrinstitutionen auf - Bildung und Wissen wird für breitere Gesellschaftsschichten verfügbar. Staatliche Kontrolle ist wichtiger als zuvor.
E-Learning hat in den vergangenen Jahren eine Reihe neuer Einsatzszenarien - vor allem in Unternehmen - entdeckt. Doch trotz der Aussicht auf Zeit- und Geldersparnis sind die meisten Lösungen und Methoden nicht über Nischenszenarien hinausgekommen.

So konnte das adaptive Lernen, seit mehreren Jahren als ewiges Talent dauergehypt - noch immer nicht endgültig den Hochschulbereich erobern. Die Reise in die Unternehmen ist ebenfalls eine beschwerliche. E-Learning legt ein langsames Tempo vor, ist eher Wandel als Disruption. Das hat ein paar Gründe:

  • Lernen ist, wo immer es mit Schule und Hochschule zu tun hat, ein regulierter Markt - wer hier Erfolg sucht, muss eine Reihe von formalen Hürden überspringen.
  • Doch auch in der privatwirtschaftlichen Ausbeutung stellen sich einem 'ELearning-Big-Bang' eine Reihe hemmender Rahmenbedingungen entgegen: So kann man zwar einen smarten Lernagenten für Business-Anwendungen programmieren. Aber dass dieser Agent Zugriff auf alle relevanten Personaldaten bekommt - da sei der Betriebsrat vor.
  • Und schließlich sind da kulturelle und psychologische Barrieren - Lernen ist kein Thema, das ähnliche Euphorie entfacht wie neue Marketingmethoden oder stylische neue Endgeräte.
Dr. Lutz Goertz, Abteilungsleiter Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH  

 (Bild: mmb Institut GmbH)
Bild: mmb Institut GmbH

"In Social Media wird sich künftig viel abspielen, wenn es um E-Learning geht: Die Menschen benötigen keine Lern-Management-Systeme, sondern geben sich meist mit Low-Level-Lösungen zufrieden - etwa einer Lerngruppe bei Whatsapp oder Facebook: Man teilt in Messengern einen schönen Sonnenuntergang, warum also nicht ein Tafelbild oder Lerninhalte? Der Fortschritt im E-Learning kommt von den großen Web-Konzernen."

So wird es weniger eine mit hoher Geschwindigkeit voranschreitende Revolution geben, als eine langsame Eroberung wirtschaftlicher und schulischer Areale. Es sei denn es gibt einen Gamechanger - und das wäre durchaus möglich, wenn eine Bedingung erfüllt ist.

Sobald etwa eine Behörde massive Sparvorgaben erhält und in einer ELearning-Technologie großes Potenzial zur Kostenersparnis sieht, könnte dies dem E-Learning einen Turbo einbauen: Werden etwa alle Schulbücher aus Kostengründen durch E-Books ersetzt, so ist die Tür offen und das Thema plötzlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen - mit sicherem Beschleunigungseffekt für andere Anwendungen.

E-Learning in den Betrieben

Das größte Wachstum im ELearning-Bereich hat ELearning-Expertin Thea Payome, Chefredakteurin und Herausgeberin von Checkpoint Elearning   bei Compliance-Schulungen von Mitarbeitern beobachtet: "Das Thema hat in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland stark an Bedeutung zugelegt. Dabei hat sich der Glaube, es betreffe nur große Unternehmen, als falsch erwiesen: Der Mittelstand ist nun ein großer Treiber der Nachfrage."

Besonders spannend beim E-Learning sei in diesem Bereich, wie einfach die Teilnahmenachweise selbst großer Zahlen von Mitarbeitern zu erbringen sind: 500 Mitarbeiter einer zentralen Abschlussprüfung zu unterziehen, benötigt terminliche Koordination, geeignete Räume und Massen an Papier und Stiften. Elektronisch ist es keine Herausforderung.

Als machtvolle Player für das Themengebiet Learning stellen sich immer mehr die GAFA-Konzerne auf (Google  , Amazon  , Facebook  , Apple  ) - allen voran die Suchmaschine und das Netzwerk.

Professor Ricardo Büttner, Director des Institute of Management & Information Systems  

 (Bild: FOM Hochschule)
Bild: FOM Hochschule

"Technologie wird in den kommenden Jahrzehnten ein wichtiger Treiber des Learnings sein. Bisher hinderte uns immer die mangelnde Datengrundlage über die einzelnen Menschen daran, maßgeschneiderte Angebote zu erstellen, aber nun werden diese Informationen erhoben: Im digitalen Marketing etwa. Und die wichtigsten Datenreservoire werden soziale Netzwerke sein und Apps, die biografische Informationen erfassen - Jobbörsen etwa."

Die Macht der großen Player: Kostenlose Lernumgebungen

Google und Facebook bieten kostenlose Lernumgebungen an, in denen Lehrer und Dozenten Lerngruppen einrichten und Lerninhalte ablegen können. Google Classroom   beispielsweise bietet Lehrern an Schulen die Möglichkeit, einen papierlosen Unterricht durchzuführen. Genutzt werden die gängigen und vertrauten Tools wie Google Drive, Google Docs und Gmail. Hiermit können Lehrer Aufgaben stellen und Studierende/Schüler ihre Beiträge zur Beurteilung freigeben. Die Umgebung ist werbefrei, die Funktionen sind mobil über eine App erreichbar. "Das ist ein Trend, der Anbieter von Lernmanagement- und Teilnehmerverwaltungssystemen betrifft, Bildungsentscheider sowie Lehrer und Schüler, wahrscheinlich bald auch klassische Weiterbildungsanbieter", sagt Dr. Lutz Goertz, Abteilungsleiter Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH  .

Was aktuell ein Hypethema ist, jedoch eine eingeschränkte Nachhaltigkeit hat, ist die Verheiratung zwischen Video und adaptivem Lernen: Video ist derzeit 'hot' - doch die Form ist für effektives Lernen nicht immer die richtige. Ein Hype, der angekommen ist, um zu bleiben, sind dagegen die Daten und deren Auswertung für zielgenaue Learning-Inhalte: Firmen werden immer mehr daran arbeiten, individuell maßgeschneiderte Lerninhalte in Videoform an den Kunden zu bringen. So glaubt Lutz Goertz: "Die individuelle Bereitstellung passgenauer Lern-Angebote auf Basis persönlicher Profilmerkmale wird ein besonders attraktiver Kundenzugang sein."

Wie präsent das Thema ist, zeigt etwa die Übernahme des Videolecture-Anbieters Lynda.com   durch das soziale Netzwerk Linkedin    Anfang 2015."Linkedin kann dadurch die über 4.000 Kurse von Lynda.com an seine rund 360 Millionen Mitglieder vertreiben." Doch noch spannender ist an dieser Übernahme der Aspekt, dass ein Learning-Angebot in ein soziales Netzwerk wandert: Linkedin vollzieht hier also etwas, das Facebook noch nicht getan hat, aber insgeheim planen oder vorbereiten mag: das ungeheure Reservoir sozialer Daten für Learningzwecke zu instrumentieren.

MOOCs - und die Jagd nach dem Geschäftsmodell

ELearning-Expertin Thea Payome, Chefredakteurin und Herausgeberin von Checkpoint Elearning  

"Das Problem der Massive Open Online Courses liegt in der Monetarisierung: Trotz hoher Anwenderakzeptanz fehlt es an einem Geschäftsmodell. Es gibt viele Intentionen, aus denen heraus MOOCs gemacht werden, viele spannende Konzepte von Start-ups - doch am Ende bleibt unklar, wie exakt man damit Geld verdient."

MOOCs, Massive Open Online Courses, haben 2015 und 2016 großen Erfolg erfahren und bewegen sich im Mainstream. Dr. Ulrich Schmid, Geschäftsführender Gesellschafter beim MMB-Institut sieht für MOOCs in den kommenden Jahren eine stärkere Verbreitung in Unternehmen: "Bereits heute nutzen einige weltweit agierende Unternehmen wie SAP oder Microsoft das MOOC-Format: Unternehmen, die diesem Trend folgen, nutzen das Potenzial des individualisierten, zeitlich flexiblen MOOC-Ansatzes und modernisieren so ihre traditionellen Aus- und Weiterbildungsprodukte."

Problematisch bleibt jedoch für Thea Payome ein anderer Aspekt der MOOCs: "Trotz hoher Anwenderakzeptanz fehlt es an einem Geschäftsmodell. Es gibt viele Intentionen, aus denen heraus MOOCs gemacht werden, viele spannende Konzepte von Start-ups - doch am Ende bleibt unklar, wie exakt man damit Geld verdient." Damit ist das Potenzial, das in MOOCs liegt, heute noch nicht einmal ansatzweise ausgenutzt - aber immerhin haben ihre kleinen Geschwister, die Webinare, bereits eine weite Verbreitung erfahren: Kein Wunder, ist hier doch durch das implementierte Lead-Marketing ein Revenuestream gegeben, der die Verbreitung befeuert.

Die Lernzukunft: Die elektronische Akte, das gamifizierte Lernen

Fast alle Unternehmen gehen von einer steigenden Bedeutung von Blended Learning für die Fortbildung ab 2016 aus.
Fast alle Unternehmen gehen von einer steigenden Bedeutung von Blended Learning für die Fortbildung ab 2016 aus. (Grafik: mmb Institut)
Auf dem Feld der beruflichen Weiterbildung werden zwei große Trends der kommenden Jahrzehnte die Gamifizierung sein sowie die Anerkennung erworbener Verdienste beim E-Learning: Lernen wird extrem granular und divers. Angestellte schaffen sich neues Wissen an in kleinen Häppchen - mal bei Wikipedia, mal in einer speziellen App oder einem vom Arbeitgeber bereitgestellten Info-Video. Dabei können sie für jeden Lernfortschritt Badges sammeln, indem sie etwa in einem gewonnenen Quiz bestätigen, dass die Infos aufgenommen wurden.

Die Badges sind heute noch nichts oder nicht viel wert und selbst anerkannte Weiterbildungszertifikate aus Online-Angeboten zerschellen oft an Medienhürden: So kommt es 2016 durchaus noch vor, dass sich jemand ein Online-Zertifikat durch die Teilnahme an einem MOOC erwirbt. Doch das lässt sich nicht einfach systemübergreifend exportieren. Also druckt er das Schreiben aus, scannt es wieder ein und lässt es in seiner elektronischen Personalakte deponieren, damit es bei einer Beförderung in die Waagschale geworfen wird.

Ein massiver Hemmschuh sind dabei freilich Datenschutz und eine Institution wie der Betriebsrat, die sich der elektronischen Durchleuchtung der Belegschaft sowie der Leistungsanalyse per Knopfdruck und Punktesammeln widersetzen werden. Und für Lutz Goertz ist ein grenzenloses Primat technischer Machbarkeit hier auch nicht wünschenswert: "Eine reine Leistungsanalyse aufgrund von Badges und über Zertifikaten erworbenen Punkten ist durchaus kritisch zu sehen: Mitarbeiter A hat 100 Punkte, B aber nur 85 - ist deswegen A automatisch besser als B? Vielleicht ist B empathischer, führungsstärker, stressresistenter. Doch es wird zweifellos eine zunehmende Personalisierung der Arbeitnehmer-Daten stattfinden."
Mit Apps und browserbasiertem Lernen lässt sich in den kommenden drei Jahren am ehesten Geld im E-Learning verdienen, sagen Unternehmen aus der Branche.
Mit Apps und browserbasiertem Lernen lässt sich in den kommenden drei Jahren am ehesten Geld im E-Learning verdienen, sagen Unternehmen aus der Branche. (Grafik: mmb Institut)
Hype-Technologien wie die Virtual oder die Augmented Reality werden im Lernen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu substanzielleren Anwendungen führen, als es derzeit auf allen anderen Feldern (mit Ausnahme des Gamings vielleicht) der Fall ist - jedenfalls bestätigten sich die Marketer-Träume von virtuellen Shoppingwelten und Pokemon-Marketing bislang nicht. Im Learning dagegen existieren heute bereits Lernumfelder, die fließend die Grenze zwischen der Augmented und der virtuellen Realität überschreiten: Industriemaschinen, in die der Lehrling einen Röntgenblick hineinwerfen kann, wenn er sein Tablet davorhält.

Das Ganze ist freilich ein Anwendungsumfeld, das sowohl in den Kinderschuhen steckt als auch seine Grenzen kennt: So wird niemand Buchhaltung oder Rechnungsprüfung mit virtuellen Mitteln lehren oder lernen, aber Lutz Goertz sieht dennoch die Anwendungsfelder wachsen: "In der Physik ließen sich Atome in Simulationen auseinandernehmen und zusammensetzen oder man stellt IT-Prozesse sinnbildlich dar - etwa als eine Kette von Prozessen, die der Nutzer wie ein Modell betrachten und erkunden kann:"

Gute Aussichten für das E-Learning: Die Digitalisierung erzeugt laut drei von vier befragten Unternehmen neuen Bedarf nach Qualifikation.
Gute Aussichten für das E-Learning: Die Digitalisierung erzeugt laut drei von vier befragten Unternehmen neuen Bedarf nach Qualifikation. (Grafik: TNS Infratest/Studiengemeinschaft Darmstadt) Quelle: http://www.sgd.de/
Der Weg, den neue Technologien ins Learning nehmen, ist unterschiedlich lang: Spricht man von einem Learning im militärischen Umfeld, so stehen neue virtuelle Simulationstechniken bereits heute groß im Kurs, um etwa Soldaten auf das Schlachtfeld vorzubereiten oder Piloten das Steuern eines Düsenjägers beizubringen. Die Wirtschaft ist dann häufig die nächste Station, die neue Learning-Lösungen erreichen, oft folgt der schulische Betrieb zuletzt.

Doch lässt sich so etwas freilich nicht pauschalisieren: Hochschulumfelder mit ihrer größeren Nähe zur Forschung können hier Vorreiter bei der Adaption neuer Anwendungen sein. Auch finden zumindest Smartphones und Tablets auf einem eher informellen Weg allmählich Eingang ins Schulische: "Formen des Lernens in Gruppen setzen sich mehr und mehr durch und lösen Frontalunterricht ab, was durch die Schüler sogar sehr begrüßt wird", sagt Lutz Goertz. "Die Schüler in den Gruppen arbeiten nicht zwingend mit digitalen Medien, aber recherchieren eigenständig bestimmte Themen oder arbeiten an Projekten - und dabei ist es dann üblich, dass das Smartphone hinzugezogen werden darf, um etwas nachzusehen - oder es gibt Kommunikation über Messenger in den einzelnen Gruppen." Die Schullandschaft gestaltet sich in der Adaption elektronischer Mittel sehr unterschiedlich: Von einzelnen fortschrittlichen Leuchttürmen bis zur Steinzeit sei quasi alles vertreten.

(Grafik: Hightext Verlag)
Die Einflussanalyse ist eine wissenschaftliche Methode der Zukunftsforschung. Dabei werden in einem ersten Schritt potenzielle Einflussfaktoren gesammelt. Für sie wird in einem zweiten Schritt in einer Kreuzmatrix gegenseitig überprüft, ob die einzelnen Faktoren einen schwachen, starken oder keinen Einfluss aufeinander ausüben. Ein entsprechender Wert von 0-3 wird eingetragen. Die Werte aller Zeilen und Spalten werden aufaddiert. Nun kann sowohl festgestellt werden, wie hoch für den jeweiligen potenziellen Einflussfaktor der kumulierte aktive Einfluss (beeinflusst) und wie hoch der kumulierte passive Einfluss (wird beeinflusst) ist. Hohe Aktivsumme und hohe Passivsumme identifizieren kritische Faktoren (vernetzt), hohe Aktiv- und niedrige Passivsumme aktive Faktoren (Hebel). Niedrige Aktivsumme und hohe Passivsumme identifizieren hingegen passive Faktoren (Indikatoren). Generell niedrige Werte entlarven träge Faktoren (Puffer).
Lesebeispiel: Der Netzausbau erhält eine hohe Aktiv- und niedrige Passivsumme. Er beeinflusst die Industrieentwicklung also stark und wird selbst von wenigen anderen Faktoren beeinflusst. Er ist also ein starker Hebel für die Industrie; gibt es hier große Änderungen, beeinflusst dies das E-Learning stark. Umgekehrt hat Produktivität eine niedrige Aktiv- und hohe Passivsumme. Da sich Produktivität von vielen anderen Faktoren beeinflussen lässt, selbst aber wenig beeinflusst, ist ihr Einfluss auf die Industrie gering.

Auf Basis der Matrix haben wie die acht Faktoren ermittelt, die den Fortschritt am stärksten beeinflussen - sie gehören zu den vernetzten und den Hebel-Faktoren. Für diese Trendindikatoren haben wir allgemeine Thesen formuliert und daraufhin untersucht, auf welche Art und Weise sie das Learning in den nächsten 25 Jahren beeinflussen werden:

 (Bild: Carsten Wiemann)
Bild: Carsten Wiemann
Bild: Carsten Wiemann unter Creative Commons Lizenz by

1. Staatliche Regulierung

Thesen:
  • Bildung- und Lernen ist ein hochregulierter Markt, was die Fortschritte in diesen Feldern stark ausbremst - kaum ein anderes Umfeld der digitalen Wirtschaft verfügt über eine derart regulierte und obendrein noch in sechzehn Bundesländer fragmentierte Landschaft.
  • Weniger regulierte Märkte sind etwa der berufliche und der Nachmittagsmarkt (Nachhilfe), die jedoch individuelle Entschleuniger besitzen (Arbeit - Betriebsrat).
Auswirkung: Die staatliche Regulierung ist kein reiner Fluch, sondern zugleich auch ein wichtiges Mittel zur Qualitätssicherung der Lerninhalte: Sollten alle Regulierungen abgeschafft und der Markt liberalisiertwerden , so würden die großen Internetkonzerne schlagartig massive Vorteile gegenüber den etablierten Playern der Bildungsindustrie haben - das bedeutete: Google und Co. könnten mehr oder weniger subtil versuchen, auf Bildungsinhalte Einfluss zu nehmen und etwa auf Datenausbeute und Marketing fußende Geschäftsmodelle innerhalb der Inhalte zu etablieren. Man stelle sich etwa vor, ein Apple würde ein E-Book herausgeben, das die Europäische Steuergesetzgebung erläutert. Vor diesem Hintergrund erscheint die Regulierung des Marktes nicht nur als notwendiges Übel, sondern zugleich auch als wichtige Institution, die so schnell nicht verschwinden wird. Ein Katalysator für den Abbau staatlicher Einschränkungen könnte indes Kostenersparnis sein (siehe unten).

 (Bild: terimakasih0 / Pixabay)
Bild: terimakasih0 / Pixabay

2. Mobiles Internet

Thesen:
  • Für den Konsum von Online-Inhalten sind funktionierende mobile Datenverbindungen wichtig, sie sind jedoch nicht auschlaggebend für den Erfolg von Learning-Anwendungen, da eine Reihe anderer Faktoren von grundsätzlicher Bedeutung sind.
Auswirkung: Mobiles Internet hat vor allem einen Einfluss auf das Lernen in Unterwegsszenarien: Gute Datenverbindungen können Nutzer hier animieren, sich spontanen mehr und aufwändigere Lernnuggets zu beschaffen - etwa das Erklärvideo während der U-Bahn-Fahrt zu konsumieren oder mehr Begriffe und Sachverhalte mal eben nachzuschlagen. Mobiles Internet hat somit auf mobiles Lernen einen wichtigen Einfluss, das Learning insgesamt, sein Erfolg oder Scheitern indes, wird nicht vom Ausbau der Datenverbindungen abhängen - es ist ein bedeutender Faktor, aber keiner, der für sich betrachtet die Macht hat, Learning insgesamt in den Mainstream zu heben.

 (Bild: delphinmedia/Pixabay)
Bild: delphinmedia/Pixabay

3. Technologie

  • Technologie ist ein Treiber von digitalem Learning.
  • Für gewöhnlich werden neue Technologien zunächst in anderen Umfeldern auf ihre Verwertbarkeit analysiert und instrumentiert, die Ausbeutung für Lernanwendungen folgt in der Wertschöpfungskette erst später.
Auswirkung:Technologie wird vor allem einen erheblichen Einfluss auf die Datenökonomie im Lernumfeld haben: etwa in Form der fortschreitenden Vernetzung der Nutzer untereinander, von Geräten und immer schnelleren Prozessoren, die Big Data erst möglich machen. Nun stehen erstmals - meist zu Marketingzwecken erhobene Daten - zur Verfügung, mit denen sich Lernangebote maßschneidern lassen.

Aber auch Anwendungen aus dem Bereich von Augmented und virtueller Realität finden im Learning eben jene sinnvollen Anwendungen, die die Hersteller in Marketing, bei Wearables und sonstigen Mainstream-Szenarien vergeblich herbeiwünschen. Allerdings wächst eine Generation heran, für die technologische Geräte und Lösungen reine Verstärkungen ihres organischen Selbst, also ganz natürliche Selbstextensionen sind - junge Menschen akzeptieren Technologie in stärkerem Maße, sodass viele Lösungen und Anwendungen, die heute noch auf den großen Erfolg warten, in 25 Jahren durchaus den Weg in den Learning-Mainstream gefunden haben - mit der jungen Generation als Treiber.

 (Bild: bykst/pixabay)
Bild: bykst/Pixabay

4. Semantic Web

  • Das Semantic Web, also das maschinenlesbare, vertaggte und markierte Web, ist die Voraussetzung für komplexe Agentenlösungen.
  • Im Semantic Web können Anbieter von Lernanwendungen ihre Inhalte für Bots und Agenten als Lernanwendungen markieren und sie somit von minderwertigen oder kommerziellen Inhalten trennen.
Auswirkung: Wird das Web maschinenlesbar, können virtuelle Assistenten wie Siri, Cortana und Google Now also Lerncontent von Content-Marketing unterscheiden, so wird eine wichtige Voraussetzung für Funktion, Vertrauen und Anerkennung der Inhalte durch den Nutzer geschaffen. Ganz abgesehen davon, dass ein komplett maschinenlesbares Web - inklusive Audio und Video - für Agenten schier unendliches Potenzial bieten würde: Die im Web abgebildete Welt würde in ihrer Gesamtheit für Maschinen durchsuchbar und verständlich. Lernagenten könnten selbstorganisierend Lernpläne erstellen, die Stoffe in Lektionen unterteilen und auf den Fortschritt und die Fähigkeiten des Nutzers eingehen.

 (Bild: Screenshot)
Bild: Screenshot

5. Online-Wissensportale

  • Suchmaschinen, Wikis aber auch Appstores, Social Media und Lexika wie Online-Wörterbücher sind nebenbei auch frei verfügbare Lernportale, deren Anbieter große Reichweiten und Marktmacht besitzen.
  • Über diese Portale haben vor allem große Internetkonzerne wie Google und Facebook großen Einfluss auf den Learningmarkt.
  • Hinzu kommen noch explizite Lernangebote, oftmals kostenlos, die von Internetkonzernen bereitgestellt werden: Ein Beispiel ist Google Classroom.
Auswirkung: In Sachen Lernnuggets sind die Angebote der großen Konzerne kaum zu schlagen: Man schlägt einen englischen Begriff nach, man liest mal eben die Geschichte Preußens nach - all das gibt es bereits online, kostenlos. Und auch für das agentengetriebene Lernen und das für den einzelnen Nutzer individualisierte adaptive Learning besitzen Google und Co. beste Voraussetzungen. Damit haben die großen Webgiganten gute Karten, sobald Agenten das Lernen erobern und adaptive Umgebungen Richtung Mainstream wandern.

 (Bild: Alexas Fotos/Pixabay)
Bild: Alexas Fotos/Pixabay

6. Kosten und Ersparnis

  • Kosten sind ein wesentlicher Faktor im Learning: Sowohl innerbetrieblich als auch im öffentlichen Bereich von der Grund- bis zur Hochschule sind Kosten ein relevanter Faktor.
  • Der Kostenersparnis durch günstige oder sogar kostenlose Lernmittel und -Umgebungen steht auf Anbieterseite die Suche nach einem Geschäftsmodell gegenüber: Kostenlose Inhalte - selbst wenn sie von einem Webgiganten wie Google kommen - müssen gegenfinanziert werden.
Auswirkung: Kostenersparnis ist eine Wildcard in der Prognose der ELearning-Zukunft: Es ist nicht vorhersagbar, wann sie gezogen wird oder ob sie jemals sticht. Aber wenn, dann könnte sie eine Art ELearning-Urknall zur Folge haben: Angenommen, ein massives Spardiktat trifft die öffentliche Bildung - der Anbieter, der in diesem Fall ein kostensparendes und funktionierendes digitales Konzept vorlegt, wird sich nicht nur eine goldene Nase verdienen, er wird auch ein Türöffner werden: Fallen erst Vorbehalte, weil man den Entscheidungsträgern die Zuckerrübe der Ersparnis vor die Nase hält, wird das Gesamtsystem schneller in Richtung einer breiten und tiefen Akzeptanz digitaler Methoden traben.

 (Bild: NGi/Pixabay)
Bild: NGi/Pixabay

7. Hochschulbildung

  • Die Hochschulbildung zeigt kein einheitliches Bild, wenn es um Aufgeschlossenheit und Adaption von neuen Technologien zum Lernen geht.
  • Es zeigen sich hier je nach Fach starke Unterschiede, die Hochschulen agieren aber zum Teil sogar als Motoren des Fortschritts - durch ihre große Nähe zur Forschung vor allem in technischen Studiengängen.
Auswirkung: In den Unis haben Lerngruppen an Bedeutung gewonnen gegenüber dem Frontalunterricht und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit - in den Gruppenarbeiten und -projekten gewinnen auch digitale Alltags-Technologien an Bedeutung: Mal eben was im Handy nachgucken oder sich später per Messenger in Lerngruppen verabreden. Je größer der Anteil digitaler Technik am Unterrichtsgeschehen, desto mehr moderatives Geschick des Dozenten/Lehrers ist jedoch notwendig - damit erscheint als wahrscheinliches Szenario des Hochschulbetriebs ein immer stärkerer Anteil digitaler Techniken, der neuartige Kompetenzen auf Lehrerseite erfordert. Je nach Fach sind hier die Fortschritte extrem unterschiedlich.

 (Bild: CollegeDegrees360/Flickr)
Bild: CollegeDegrees360/Flickr
Bild: CollegeDegrees360/Flickr unter Creative Commons Lizenz by-sa

8. Lerncontent

  • Formen und Inhalte sind wesentliche Faktoren für funktionierende Lernumgebungen.
  • Auch hier besitzen große Player - allen voran Google - entscheidende Assets.
Auswirkung: Google arbeitet seit seinem Bestehen daran, eine Durchsuchbarkeit der Welt zu erreichen: Das beginnt beim Crawling von Webtexten und geht hinauf bis zu einer Unterwasserkartografie unserer Ozeane, Indoor-Mapping und Routenplanungen für Fuß- und Fahrradwege. Damit besitzt Google nicht viele eigene Inhalte, jedoch macht es den Zugriff darauf möglich - denn es gibt im Lernen nur wenige, exklusive Inhalte, da weite Areale des benötigten Wissens aus frei verfügbarem lexikalischem Wissen bestehen. Spannend wird die Organisation dieser Inhalte in Agentenform - oder in Apps und Lernplattformen. Felder mit exklusiven Inhalten - etwa der Instruktionen die der Pilot eines Jumbojets braucht - sind vor diesem Zugriff geschützt und können eigene Ökosysteme und Geschäftsmodelle entwickeln. Exklusive Inhalte gewinnen an Bedeutung.

Zukunftsabschätzung: Vier Szenarien für die Learning-Zukunft

Aus den bisherigen Entwicklungen und der Abschätzung der acht Trendindikatoren ergeben sich für die Zukunft des Entertainments 2041 vier mögliche Szenarien:

Szenario 1: Dauerhafte Digitalresistenz

Wahrscheinlichkeit:
1%
Der Bildungsbetrieb hat eine Struktur, die wie gemacht ist, um Fortschritt - und damit das Eindringen des Digitalen - dauerhaft abzuwehren: Eine in sechzehn Bundesländer und verschiedene Bildungsinstitutionen fragmentierte Landschaft, chronische Kostenknappheit, starke Regulierung und besorgte Elternschaften mit Datenschutz-Bedürfnis in der Hinterhand. Das führt dazu, dass Fortschritte hier langsam vonstatten gehen - selbst wenn großes Einsparpotenzial besteht oder Google eine sensationelle Killer-App vorlegt, überwiegen Ressentiments gegen Datenkraken und Bürokratie. Die Digitalisierung des Lernbetrieb kommt daher so langsam voran, dass wir auch in 25 Jahren noch in ein Klassenzimmer spazieren werden können, ohne verblüffend neuartige Zustände vorzufinden.

Szenario 2: Die GAFA-Herrschaft

Wahrscheinlichkeit:
24%
Sie haben die Inhalte und die technische Infrastruktur, sie haben finanzielle Ressourcen, um zu probieren, zu scheitern und erneut zu probieren - und sie sind einer breiten Masse bereits bekannt: Google, Amazon, Facebook und Apple sind die vier größten Webkonzerne der Welt und ernstzunehmende Konkurrenten für jeden, der mit Lerninhalten und -anwendungen sein Geld verdient. Besonders spannend für Nutzer sind sie, weil sei das Zeug dazu haben, Agentenlösungen anzubieten - solche Lernassistenten könnten Nutzern so viel Stress abnehmen, dass bestehende Vorbehalte wegen Datenschutz oder Einstiegshürden beim E-Learning generell massiv absinken.

Hinzu kommt, dass die großen Vier ohnehin schon auf jedem Handy vertreten sind oder im Falle von Android sogar das Betriebssystem dafür stellen - sie werden also kein Problem damit haben, in Sachen Marketing und Reichweite ihre Mitbewerber auszustechen. Obendrauf kommt noch die Tatsache, dass vielen Menschen basale Lösungen reichen: Sie benötigen kein Learn-Management-System, ihnen reicht ein bisschen Online-Speicher und eine Messenger-App für die Kommunikation in der Lerngruppe. In der Folge erobern sich Google und die anderen nach und nach den Learningmarkt - nur untereinander gibt es noch Verteilungskämpfe.

Szenario 3: Nische

Wahrscheinlichkeit:
15%
E-Learning findet auch längerfristig keinen Platz im Mainstream. Es ist eben kein Gaming und kein Chat mit Freunden - also nichts, dem Leute gerne nachgehen, für das sie gerne Zeit und Geld opfern. Deswegen findet es nur in beruflichen und schulischen Szenarien auf das Nötigste reduziert statt und dort meistens auch in den tradierten, oftmals an analoge Mittel gebundenen Wegen. Diese Learning-Nischen gehören hauptsächlich den etablierten Anbietern, die ihr Revier gegen globale Player wie Google zu verteidigen suchen.

Szenario 4: Langsame Transformation

Wahrscheinlichkeit:
60%
Durch E-Learning findet eine langsame digitale Transformation des Lernbetriebes statt - digitale Lernmittel mit zum Teil dahinterstehenden digitalen Geschäftsmodellen führen ganz allmählich zu einer Auflösung von bislang tradierten Lehrplänen, Vorschriften und Institutionen. Bildung, Wissen und Lernen wird sich aus vorgefertigten Formen lösen und durch die größere Zugänglichkeit, die das Web erlaubt, auch mehr Leute erreichen - ohne allerdings den Fortschritt an sich zu beschleunigen, dafür wäre eine Verbreiterung von tiefgehendem Wissen nötig, das nach wie vor nur von intellektuellen Eliten erreicht wird.

Deutschland in 25 Jahren

 (Bild: ibusiness/Dtamarack/iStock)
Bild: ibusiness/Dtamarack/iStock

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie, mit der iBusiness Szenarien für die Entwicklung Deutschlands in den kommenden 25 Jahren (und dem Weg dorthin) entwickelt. Sie werden auf der Zukunftskonferenz 'Zukunftthing 2041' am 10. November 2016 (im Vorfeld der 25-Jahre-Geburtstagsparty von iBusiness) mit interessierten Branchenexperten diskutiert und vertieft.
Details und Anmeldung Zukunfthing 2041

Das adaptive Learning erobert Schule und Hochschule: Die geschlossene Institution Hochschule, die nur eingetragene Mitglieder adressiert, wird sich zunehmend öffnen und ihre Inhalte digital - in Form von Webinaren und MOOCs - auch Außenstehenden anbieten: Man lernt Grundlagen mit Hilfe eines Harvard-Videokurses, nutzt diese Grundlagen dann an seiner eigentlichen Alma Mater als Basis und reichert das Studium an der Hauptuni durch ergänzende Videovorlesungen auf Unis aller Welt an: Das Studium an mehr als einer Universität wird Regelfall werden. "Die Universitäten werden künftig nicht mehr den großen Test am Ende machen - vielmehr wird am Anfang eine Abfrage der Basisqualifikationen stehen", sagt Ricardo Büttner: "Aus dem Abschneiden dort ergibt sich dann eine Zusammenstellung der Kurse und Vorlesungen für den einzelnen Studenten, je nach individuellem Wissensstand."
Das bedeutet auch einen Machtverlust der Institutionen, die sich einem regionalen wie internationalen Wettbewerb stellen werden - indem das E-Learning die Institutionen öffnet, nimmt es ihnen auch die hermetische Selbstbehauptungskraft: "Es wird Onlineplattformen geben, die Lehrinstitutionen bewerten, alle Kurse listen und mir daraus den Weg zu einem Abschluss individuell zusammenstellen", sagt Ricardo Büttner: "Eine Art Jameda   für Bildung." Zu Ende gedacht würde ein solches Szenario auch Professoren unter Druck setzen: Angenommen, der Student hat die freie Auswahl unter sämtlichen 'Grundlagen der Mathematik I'-Vorlesungen, die es zwischen Los Angeles und Peking gibt. Werden diese alle gleichermaßen anerkannt, so muss ein schlechter Didakt, dessen Kurse keiner belegt, künftig seine Existenz stärker rechtfertigen: Er kann nicht mehr als der Professor überdauern, der seit Jahrzehnten als Schreck seiner Studenten unbehelligt narkotisierende Vorlesungen hält, weil sowieso keiner an ihm vorbei kommt.

Die GAFA-Konzerne werden die Bildung massiv beeinflussen: Google und Co. besitzen alles was man für einen Lehrbetrieb benötigt: Plattformen, soziale Netze, Dokumentenmanagement, Anwendungen - Bildung und auch Forschung werden mit jedem Nutzer schleichend privatisiert, der eine kostenlose Lernumgebung der großen Webkonzerne nutzt.
Damit benötigt die Zukunft des Lernens nicht wirklich weniger Staat und weniger Regulierung im Zuge ihrer Liberalisierung, sondern viel mehr als je zuvor - sonst besteht die Gefahr, dass Adwords die Bildung finanziert und das Eigeninteresse der großen Konzerne sie diktiert und formt.


In der Privatwirtschaft setzen sich langsam digitale Personalakten durch, in die online abgelegte Weiterbildungen Eingang finden und bei Beförderungen und Beurteilungen zurate gezogen werden - Scorings und automatische Einschätzungen sind technisch zunehmend machbar, stoßen aber auf Widerstand in den Betriebsräten und scheitern oftmals auch an den fehlenden Brücken zwischen Systemen.

Die Gesellschaft erlaubt mit der Mainstream-Bewegung des E-Learnings immer mehr Menschen den Zugang zu Bildung, weil elektronisches Lernen finanzielle, räumlich-zeitliche und Hürden des Zugriffs aus dem Weg räumt, die bisher Menschen von (Weiter)Bildung abgehalten haben. Doch auch wenn die Gesellschaft insgesamt betrachtet schlauer wird, wird es keine übermäßige Anhebung der kollektiven Intelligenz geben, wie man sie aus den Positiv-Utopien eines 'Star Trek' kennt: Die Herrschaft neuer Lernformen ändert nicht, dass Bildung und Wissen zu einem großen Teil auch Charakterfragen sind (Offenheit, Ehrgeiz, Neugier etc) - mehr Zugang zu Wissen allein macht den Menschen nicht automatisch gut. Damit sind auch in der Zukunft sinnstiftende Vorbilder vonnöten - im Grunde gewinnen sie an Bedeutung in der komplexen, vernetzten Welt.
Thema: Learning 2041: Wenn Google und Facebook die Bildung übernehmen

Kommentar von Sebastian Halm

Die zwei Seiten der Lernzukunft

Bestenfalls bricht die Digitalisierung des Lernens einige verkrustete Institutionen ein Stück weit auf. Schlimmstenfalls diktieren künftig große Webkonzerne die Lehrpläne. Ohne Regulierung wird es also auch künftig nicht gehen.

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