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E-Procurement gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung
17.12.2010 Die Leistungsfähigkeit des E-Procurement wird zunehmend entscheidend für die gesamte Unternehmensstrategie und die -ergebnisse, so das aktuelle Supplier-Relationship-Management (SRM)-Barometer.
Die jüngste Finanzkrise hat die Bedeutung des Beschaffungswesens innerhalb des Unternehmens intensiviert: Einkaufsdirektoren nehmen heute eine Expertenrolle ein und empfehlen Management, Mitarbeitern und Lieferanten adäquate Lösungen für Verbesserungen in Prozess- oder Produktdesign. In dieser komplexen und strategischen Rolle konzentrieren sie sich auf Aufgaben, die dem Unternehmen einen deutlichen Mehrwert bieten. Dazu gehören die Verhandlung von strategischen Verträgen, Ausgabenanalysen, Beschaffungsmarketing und die Interaktion mit Lieferanten.
"Einhergehend mit der Automatisierung der Beschaffungsprozesse liegt der aktuelle Trend in der Fokussierung auf das Kerngeschäft", analysiert CSC-Consultingvize Stéphane Plovier . "Cloud Computing zum Beispiel reagiert auf diese neue Anforderung und bietet eine flexible Lösung, die auch in komplexen Unternehmen einfach einzusetzen ist."
Das SRM-Barometer zeigt, dass im Einkauf zunehmend neuen Technologien im Einsatz sind: So verwendet der Einkauf verstärkt IT-basierte Lösungen, die Arbeitsabläufe optimieren und den Prozess von der Beschaffung bis hin zur Zahlung automatisieren. Dies setzt Ressourcen im Beschaffungswesen frei und richtet den Fokus auf strategische Aufgaben. 58 Prozent der Unternehmen setzen beispielsweise verstärkt Internet und lokale Communities für die interne und externe Kommunikation ein, um so die Zusammenarbeit zu verbessern. Neben automatisierten Transaktionsprozessen nutzen die Verantwortlichen im Einkauf auch Technologien für die bessere strategische Informationsbereitstellung. Ausgaben-Analysen, E-Beschaffung, Lieferanten-Qualitätsüberwachung (Scorecard) und Vertragslaufzeit-Management sind Beispiele für solche Technologien.
Höchste Priorität: Nachhaltige Lieferantenbeziehungen
Die Studie macht deutlich, dass der finanzielle Erfolg und nachhaltige Lieferantenbeziehungen höchste Priorität für Einkaufsabteilungen haben, vor allem in Europa. Dies erfolgt hauptsächlich durch die Stärkung der Partnerschaften mit Hauptlieferanten, wie 59 Prozent der Befragten angaben. Der plötzliche wirtschaftliche Einbruch in Kombination mit der Finanzkrise führte zu einer Rekordanzahl an Bankrotten in den Jahren 2008 und 2009. Ziel ist es jetzt, die identifizierten Risiken zu überwachen und zu verwalten, um Störungen in der Lieferkette durch finanzielle Einbrüche zu verhindern. 60 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass sich dadurch die Beziehung zu ihren Lieferanten stetig weiterentwickelt.Einsparungen bleiben im Fokus
Einsparmaßnahmen und die Verwaltung von bisherigen Einsparungen stehen nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste der Einkaufsabteilungen. Erzielt werden diese vor allem durch geschickte Ressourcenverwaltung- und -aufteilung, Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern oder das Outsourcing von Anwendungen sowie durch ein global agierendes Beschaffungswesen.Nachhaltige Beschaffung, sprich die Integration der sozialen Verantwortung des Unternehmens in den Beschaffungsprozess, spielen hinsichtlich der Prioritäten der Einkaufsabteilungen im Jahr 2009 eine untergeordnete Rolle. Die befragten Unternehmen sehen nachhaltige Beschaffung als eine Notwendigkeit an, die sich nur schwer realisieren lässt: während 90 Prozent der Unternehmen eine nachhaltige Entwicklung zu ihren Prioritäten zählen, glauben nur sieben Prozent ihre Ziele diesbezüglich erreicht zu haben.
TNS-Sofres führte die SRM-Barometer-Studie im Juni und Juli 2010 telefonisch (CATI-Methode) durch. Die Befragung erfolgte mit 162 Einkaufsdirektoren und -managern aus privaten und halböffentlichen Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl von mehr als 100 Mitarbeitern in den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal, Belgien und Luxemburg.
