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Resilenz-Report zeigt die Risiken bei Logistik und Supply Chain

26.03.2019 Das Risikoszenario in der Lieferkette ändert sich rasch. Erfolgreiche Risikobewertungen sind daher eine große Herausforderung für Unternehmen. Ein Report hat zehn Hauptrisiken identifiziert.

 (Bild: Post.at)
Bild: Post.at
DHL Resilience360 hat seinen ersten Jahresrisikobericht veröffentlicht. Die drei größten Risiken weltweit im abgelaufenen Jahr 2018 waren auf drei Faktoren zurückzuführen: Unsicherheiten in Bezug auf Handelsströme, Cyber-Sicherheitsvorfälle und der Klimawandel in Verbindung mit extremen Wetterbedingungen.

  • Im Handel verstärkte sich die Unsicherheit aufgrund von Streitigkeiten zwischen den USA und anderen Ländern - insbesondere China - über neue unilaterale Einfuhrzölle. Ein weiterer Faktor für die steigende Unsicherheit sind die Unklarheiten im Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU: Im Falle eines ungeordneten Brexits befürchten Unternehmen Staus an der Grenze und Verzögerungen an den Häfen.
  • Im Bereich der Cybersicherheit haben zunehmend mehr Störfälle in der Lieferkette und Verkehrsinfrastruktur gezeigt, wie stark kriminelle Akteure darauf bedacht sind, Geschäftsgeheimnisse zu erlangen, Unternehmen zu erpressen oder wirtschaftliche Störungen zu verursachen.
  • Schließlich kam es 2018, dem viertwärmsten Jahr seit Aufzeichnung der Klimadaten, infolge des Klimawandels zu einer Vielzahl wetterbedingter Störungen. Am stärksten haben sich Waldbrände, Dürren, Niedrigwasserstände und schmelzendes Eis auf die Lieferketten ausgewirkt.

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Die zehn wichtigsten Risiken in der Supply Chain 2019
(chart: DHL Resilence360)


In Europa verzeichnete Resilience360 die meisten Vorfälle in Deutschland und Großbritannien. Zwei Drittel der schwerwiegenden Ereignisse wurden durch Ladungsdiebstahl, Industriebrände und Explosionen sowie Zugunfälle verursacht. Die Verteilung der Vorfälle in Europa war jedoch gleichmäßiger als in anderen Regionen. Luftverkehrs- und Landtransportunfälle stellten mit 44,7% die Mehrheit der Vorfälle dar. Solche Ereignisse sind besonders relevant für die Lieferketten, wie die mehr als zweiwöchige Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs auf wichtigen Eisenbahnkorridoren infolge von zwei Zugunfällen zeigt. Der zweithöchste Anteil der Ereignisse entfiel mit 12,9% auf zivile Unruhen. Proteste im Zusammenhang mit dem Tag der Arbeit (1. Mai) und den Gelbwesten in Frankreich und Belgien unterbrachen Autobahnen, Häfen, Grenzübergänge und Zugangsstraßen zu Industriegebieten. Wetterereignisse stellten auch für die Lieferketten ein Problem dar.

Eine einmonatige Dürre im Sommer und Herbst führte zu Rekord-Niedrigwasserständen am Rhein. Die Wasserstände behinderten den Schiffsverkehr. Chemie- und Stahlhersteller in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sahen sich gezwungen, höhere Gewalt bei Lieferungen zu erklären. Naturkatastrophen betrafen auch Länder in ganz Europa. Im Oktober wurde Griechenland bei Zakynthos von einem Erdbeben heimgesucht, während Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien schwere Überschwemmungen erlitten.

Prognostizierte Lieferkettenrisiken im Jahr 2019

Der Bericht hebt auch eine Reihe von Risiken hervor, die für Unternehmen im Jahr 2019 und darüber hinaus besonders bedeutsam werden können. Neben den anhaltenden weltweiten Risiken durch internationale Spannungen, die den Handel im Jahr 2018 prägten, müssen Unternehmen auch mit zusätzlichen Kosten und Unsicherheiten aufgrund von Rohstoffmangel, Rückrufaktionen und Sicherheitsrisiken oder strengeren Umweltauflagen rechnen.

Zum einen kann die steigende Nachfrage nach Rohstoffen in Verbindung mit einem fragilen Angebot aufgrund politischer Instabilitäten und Stillständen bei Lieferanten zu Rohstoffengpässen bei wichtigen Materialien wie Lithium, Kobalt und Adiponitril führen. Zum anderen können Rückrufaktionen und Sicherheitsrisiken aufgrund des breiteren öffentlichen Bewusstseins für Qualitätsfragen und der strengeren Durchsetzung durch Regulierungsbehörden in stark regulierten und strikt kontrollierten Bereichen wie Arzneimitteln und Medizinprodukten zunehmen.

Hinzu kommt, dass Maßnahmen zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung im Jahr 2019 auf weitere Branchen in ganz Asien ausgedehnt werden. Ebenso wird erwartet, dass die US-Umweltschutzbehörde neue Anforderungen veröffentlichen wird. In der Folge ziehen strengere Umweltauflagen steigende Kosten für Unternehmen in zahlreichen Branchen nach sich. Alle diese Entwicklungen können Anbieter in Gefahr bringen und signifikante Veränderungen in der gesamten Lieferkette zur Folge haben.

Der Bericht baut auf Risiko- und Störfalldaten des Cloud-basierten Risikomanagement-Providers Resilience360 von DHL zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser auf und basiert auf den Erfahrungen und Erkenntnissen interner Analysten, die Tag für Tag Hunderte von Risikoereignissen verfolgen.

(Autor: Joachim Graf )

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