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SEO-Trend: Immer mehr setzen auf bezahlte Links
20.08.2007 Immer mehr Website-Betreiber und SEO-Dienstleister versuchen, die Relevanz von Websites bei Google durch bezahlte Textlinks zu erhöhen. Während einige darin eine seriöse SEO-Maßnahme unter vielen sehen, fürchten andere einen Imageschaden für die Branche. Sogar die Leitwährung 'Pagerank' könnte darunter leiden, befürchtet mancher.
Search Lab veröffentlicht regelmäßig einen Preis-Index für bezahlte Links . Wer demnach einen Link auf einer Website mit PageRank zwei platzieren ließ, musste dafür im Juli 2007 rund zehn Euro zahlen. Bei PageRank 5 wurden bereits 36 Euro fällig, bei PageRank neun schon über 1.000 Euro (siehe Charts).
Am meisten kosten bezahlte Links auf Websites wie Universitäten, die einen wissenschaftlichen Background bieten (Durchschnittlicher Preis pro Monat und Link: 59,49 Euro). Deutlich billiger wird es bei Finanz-Sites (18,94 Euro), Lifestyle-Angeboten (18,90 Euro) und Immobilien-Angeboten (18,82 Euro).
Auch Christian Mauer , Geschäftsführer der Kölner SEO-Agentur Sumo , hat bemerkt, dass "mit bezahlten Text-Links in den letzten Monaten ein reger Handel entstanden" ist. Was aber in Köln zunehmend für Aufregung sorgt. Denn, wie der zweite Sumo-Geschäftsführer Mathias Sieg gegenüber iBusiness erklärt, würden zwar manche Publisher bezahlte Textlinks durchaus als Werbung auf ihrer Plattform kennzeichnen. "Das machen aber längst nicht alle", klagt er.
Auch Search-Lab-Chef Hoffmann weiß, dass viele Publisher ihre bezahlten Links nicht als solche kennzeichnen. Deswegen sei das Verfahren, für Links zu bezahlen, aber längst nicht per se unseriös: "Jedes Verfahren lässt sich manipulieren", argumentiert er. Search Lab berät daher durchaus seine Kunden, was bezahlte Textlinks angeht. Die Agentur legt allerdings wert darauf, dass bezahlte Links dann auch in jedem Fall als Werbung gekennzeichnet werden.
Doch selbst in solchen Fällen kann Sumo bezahlten Textlinks nur wenig abgewinnen: Sieg sorgt sich, dass Googles PageRank als unabhängige Messgröße für die Relevanz einer Website immer stärker an Aussagekraft verliert. Schließlich - so die Argumentation - sagt ein PageRank ja nichts mehr aus, wenn sich eine gute Positionierung einfach erkaufen lässt.
Diese Aufregung kann Search-Lab-Chef Hoffmann nicht ganz nachvollziehen: "Der PageRank ist bereits seit langem nur noch ein Aspekt unter vielen, der etwas über die Wichtigkeit einer Seite verrät." Wer seine Website nur über gekaufte Links für Suchmaschinen optimiert, fällt ihm zufolge ohnehin über kurz oder lang auf.
Denn normalerweise stammen die meisten Links auf eine Seite von Angeboten mit niedrigem PageRank. Wer dagegen Links kauft, holt sich Links von Angeboten mit hohem PageRank. Solche Websites wiederum werden ihm zufolge von Google erkannt und dann abgestraft.
Sumo fordert übrigens, dass Google künftig bezahlte Links bei der Berechnung eines Pagerank nicht mehr berücksichtigt. Allerdings dürfte diese Forderung kaum in die Tat umzusetzen sein, denn dazu müsste Google jede Website einzeln von einem Mitarbeiter überprüfen lassen. Um nicht eventuell versteckte bezahlte Links auf einer Website zu übersehen.
