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Banken setzen im Überlebenskampf auf Digital
28.06.2017 Sieben von zehn Banken und Sparkassen in Deutschland halten ihr Geschäftsmodell in der aktuellen Form nicht mehr für tragfähig. Die Institute steuern vor allem digital gegen. 70 Prozent investieren strategisch in die Verzahnung der Vertriebskanäle, in konkurrenzfähige digitale Produkte sowie in automatisierte Prozesse, um Kosten einzusparen.
Kooperationswelle mit Fintechs
82 Prozent der Institute verfolgen mittlerweile eine Digitalisierungsstrategie. Den Rundumschlag im gesamten Unternehmen wagt allerdings nicht jedes Institut. Jedes zweite beginnt mit Teilprojekten. Großbanken treiben die Digitalisierung beispielsweise verstärkt über so genannte Digi-Labs voran.Die Banken haben zudem die Herausforderung der Fintechs und Neobanken angenommen. Der Kurs lautet bei der Mehrheit Kooperation statt Konfrontation. 61 Prozent der Institute befinden sich in Partnerschaften mit Fintechs oder haben selbst ein Start-up gegründet. Dieser Trend wird sich fortsetzen, so die Studie: Es dominieren die eigene Gründung (34 Prozent) und Kooperation (26 Prozent) mit Fintechs. 13 Prozent der Banken streben eine Übernahme an.
Digitalen Boden gut machen
Das Gewinnen neuer Kunden wollen nur wenige Banken über ein Angebot auf fremden Internetseiten erreichen. Knapp die Hälfte der befragten Institute verfolgt die Strategie, sich in den nächsten drei Jahren auf den weiteren Ausbau der eigenen Plattformen zu konzentrieren, um von dort aus auch bankferne Produkte anzubieten. Fast ein Viertel bestätigt, sich auf Plattformen anderer Anbieter zu konzentrieren, beispielsweise Vergleichsportale.Mit Technologien wie Blockchain und Beratung durch Roboter beschäftigen sich Banken frühzeitig, um diese Felder nicht an Wettbewerber zu verlieren. Robo-Advisory- und Blockchain-Lösungen gibt es derzeit bei 14 Prozent der befragten Banken. Rund jedes fünfte Institut arbeitet an einer konkreten Anwendung.
55 Prozent der Institute wollen durch mehr Automatisierung in der IT effizienter arbeiten. Für die Mehrheit der Entscheider arbeiten zu viele Menschen im eigenen Haus an Routinetätigkeiten anstatt die Bank mit ihrem Know-how voranzubringen.
62 Prozent der Institute, die ihr Geschäftsmodell verändern, wollen sich auf bestimmte Zielgruppen konzentrieren. Zugleich plant jedes zweite Institut mit großem Veränderungsbedarf eine Konsolidierung des Produktportfolios. Dabei befinden sie sich auf einer Gratwanderung zwischen zu kostenintensiver Breite und Tiefe der Produktpalette und einem zu kleinen Angebot, das individuelle Lösungen für die Kunden nicht ausreichend unterstützen würde.

