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OMR: Preisexplosionen, Hotel-Lotterien, Exzess... ach ja, und Trends
06.05.2024 Teuer wie nie und groß wie nie beginnt die OMR in Hamburg. Porträt einer Erfolgsgeschichte und die wichtigsten Trends im Überblick.
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Ebenso ungeplant war wohl der Verbalamoklauf von Influencer Jeremy Fragrance, der sein Sympathie-Punkte-Konto tief in den Dispo ballerte, als er Platitüden ins Publikum drosch, die irgendwo im intellektbefreiten Bermudadreieck zwischen Misogynie und Megalomanie angesiedelt waren. Media-Persönlichkeit Thomas Koch war so beeindruckt, dass er in einem Kommentar in der Wirtschaftswoche das Ende der Influencer herbeisehnte.
So wirds dieses Jahr - also, vielleicht
War die OMR schon letztes Jahr mit 400 Euro fürs beste Tickets und bis zu 1.000 Euro für das (regulär komfortable) Hotelzimmer nicht billig, wirds dieses Jahr nicht günstiger, wie iBusiness berichtete. Wer zur Finance Forward Konferenz möchte, bezahlt nun 900 Euro, der Preis des Basistickets klettert von 99 auf 399 Euro.Die OMR macht es, denn die OMR kann es: Binnen zwei Jahren haben sich die Preise zwar verneunfacht, doch die Besucherzahlen geben es her; die sind seit Messe eins in 2011 von 300 auf 72.000 TeilnehmerInnen im vergangenen Jahr gestiegen - anders und bewusst leseunfreundlich ausgedrückt haben sie sich damit verzweihundertvierzigfacht.
Und die Hotelzimmer zeigen dieses Jahr auch wieder, dass Kapitalismus makellos funktioniert: Erst werden Basisgüter wie etwa das Dach über dem Kopf unbezahlbar, dann gehen sie aus und dann macht man eine Lotterie aus den Resten, die übrigbleiben: Werbeagentur Jung von Matt etwa bekämpft die Zimmerknappheit mit einem Popup-Hotel. Das hat satte drei Plätze, zwei wurden via AirBnB verlost, für den dritten Platz mussten sich Junior Marketeers mit einer selbstgeschriebenen Gute-Nacht-Geschichte bewerben, berichtet Horizont.net . Wer so viel für einen Schlafplatz tut, was tut der dann erst für einen Arbeitsplatz? wird sich Jung von Matt gefragt haben und mit der smarten Aktion gleichermaßen Recruiting und Marketing betreiben.
Stargäste sind dieses Jahr Kim Kardashian , Musikproduzent Rick Rubin , Tech-Journalistin Kara Swisher sowie Bestseller-Autor Tim Ferriss . Außerdem fischen mit Robert Habeck und Christian Lindner erstmals auch zwei Bundesminister um Stimmen zur Europawahl. Man könnte nun über die als Messe getarnte Megaparty lästern und den postmodernen Zynismus anprangern: "Da reden die über Nachhaltigkeit und Ökofußabdrücke, aber lassen eine Frau einfliegen, die ihrem Hinterteil einen Revenue-Stream eingebaut hat!" Der Anbieter für Solarenergie-Produkte 1komma5grad hat errechnet, dass nur 16 der 75.000 erwarteten BesucherInnen eine Wärmepumpe einbauen müssten und schon wäre der Flug CO2-technisch egalisiert. Damit zeigt das Unternehmen ganz unzynisch auf, wo die Verantwortung liegt: Vor allem bei den Besucherinnen und Besuchern, denn 71 Prozent der Emissionen fallen bei der Anreise der Gäste an. Das haben die OMR-VeranstalterInnen selbst ausgerechnet, die sich immerhin auf ihrer Homepage bewusst sind, dass "ein Event in der Größenordnung des OMR Festivals (...) nicht nachhaltig (ist)."
Es wird auch am Rande vielleicht ein wenig um Künstliche Intelligenz gehen
(Content-Disclaimer: Der folgende Absatz wurde von einem humanoiden Ironie-Bot geschrieben) Das Thema KI wird auf der OMR eine Randexistenz fristen, das zeigt sich bereits auf der Homepage, wo man mühsam nach Content zum Thema suchen muss, es gibt ledglich eigene Bereiche zu KI im Kundenservice , KI im EMail-Marketing , KI und Social Marketing , KI im Online-Shopping , KI in der Herdplatte sowie einen KI-Festival-Guide .Okay, wieder ganz im Ernst: KI wird eines der Megathemen des Events sein. Wer mit schlauen Fragen im Gepäck anreisen möchte, sollte sich vor allem den eigenen Betrieb ansehen: Wo sind hier die Schmerzpunkte, an denen eine KI lindernd eingreifen könnte? Gibt es sie überhaupt? Man muss ja nicht mitmachen beim KI-Hype. Wenn aber doch, sollte man erstmal von der Datenseite und den Prozessen her denken: Hat man überhaupt die knappen Rohstoffe, um den AI-Motor anzuwerfen und zu betreiben?
Empfehlung zum Weiterlesen:
iBusiness-Analyse "So bauen Unternehmen eine KI-Strategie" und
iBusiness-Analyse "KI in Unternehmen: Der weite Weg vom Hype zur Strategie"
Die Social-Media-Trends auf der OMR
Anders als es die OMR-Seite behauptet , befinden wir uns nicht mehr mitten in der Pandemie und sollten daher auch nicht Corona-Content auf unsere Facebook-Seite packen. In Sachen SMM wird es in Hamburg dagegen vor allem um Kürze (wie in Shorts und Kurzvideos) gehen, um Memes (weil lustig) und natürlich darum, Persönlichkeit zu zeigen. Auch Zielgruppen wie die Baby Boomer rutschen aus der Spottzielscheibe in den Marketingfokus sowie das Bestreben, NutzerInnen wieder verstärkt zur Content-Generierung zu animieren.Empfehlung zum Weiterlesen:
iBuiness-Analyse "So bauen Unternehmen eine KI-Strategie"
Die SEO-Trends auf der OMR
Das Festival richtet das Augenmerk vor allem auf Keywordrecherche, UX und Googles EAT-Richtlinie. Das entspricht nicht nur dem SEO-Zeitgeist, der immer stärker den glücklichen Seitenbesucher fokussiert, sondern schlägt auch eine Brücke zu KI und deren Auswirkungen auf SEO, von der nützlichen Entlastung bis zur Vollmüllung des Webs mit uniformem KI-Content.Empfehlung zum Weiterlesen:
Die SEO-Agentur im KI-Zeitalter
Praxischeck ChatGPT im SEO: So nutzen es Suchmaschinenoptimierer richtig
KI im SEO: So managen Agenturen optimal Mitarbeitende, KI und Kundenerwartungen
Die EMail-Marketing-Trends auf der OMR
Die E-Mail sieht die OMR vor allem als ein immer zunehmend spitzes Präzisionsmesser, mit dem vor allem in der Nische operiert wird. Das heißt konkret, dass a) in Nischen und Spezialgebieten möglichst b) personalisierte Botschaften an c) den passenden Stellen des Customer-Life-Cycles oder nach Kunden-Aktionen (etwa 'Warenkorb verlassen') ausgespielt werden - und zwar d) mittels KI optimiert und am besten e) in homöopathischen Dosen, bei denen kleine Info-Stücke über einen längeren Zeitraum verteilt werden (Drip-Kampagnen ).Empfehlung zum Weiterlesen:
Studie EMail-Marketing in Deutschland: Die Akzeptanz steigtZehn Stolpersteine bei der E-Mail-Automation
Die Online-Marketing-Trends auf der OMR
Das Online-Marketing wird einen Dauekrisenmodus erleben, so die Prognose der OMR-Veranstalter - nach Corona kam Putins Angriffskrieg, dann kam die KI-Panik, dann der Gaza-Krieg und aktuell dräut uns allen wieder ein rachsüchtiger Psychopath im Weißen Haus. Für Unternehmen bedeutet das eine unausgesetzte Arbeit an der immer flüchtigeren Kundenbindung. Dabei spielt Markenaufbau eine wichtige Rolle, sowohl gegenüber den KundInnen als auch bestehenden und künftigen MitarbeiterInnen gegenüber. Auch hybride Methoden (Vernetzung von On- und Offline-Werbung, von Shop und Präsenzgeschäft) gewinnen an Bedeutung und das, was Kinobesucher nun schon seit Jahren erleben: Eine Zelebrierung der Nostalgie in immer stärkerem Ausmaß.Empfehlung zum Weiterlesen:
Diese sieben Marketing-Empfehlungen fliegen Ihnen um die Ohren
