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Markt für Podcast-Werbung kleiner als angenommen

28.02.2007 Der US-Marktforscher Emarketer schätzt, das sich der Markt für Podcast-Werbung (Podvertising) in den kommenden fünf Jahren von derzeit 80 Millionen Dollar auf 400 Millionen Dollar verfünffachen wird. Der deutsche Podcast-Experte Alexander Wunschel hält diese Zahlen jedoch für utopisch.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Zwar zählen Podcasts bislang durchschnittlich maximal 50.000 Downloads, die große Mehrheit sogar weit weniger. Dennoch ist der amerikanische Marktforscher Emarketer   ausgesprochen optimistisch, was die Entwicklung des Podvertising-Marktes betrifft. Laut Emarketer-Studie 'Podcast Advertising Report'   investierten amerikanische Unternehmen im Jahr 2005 3,1 Millionen Dollar in Podcast-Werbung, 2006 seien es bereits 80 Millionen gewesen. Bis 2011 sollen sich die Investitionen auf 400 Millionen Dollar sogar verfünffachen, auch wenn die Nutzerzahlen der Podcasts bislang kein flächendeckendes Marketing zulassen.

Auch Podcast-Experte Alexander Wunschel   erwartet für dieses Jahr eine deutliche Reichweitensteigerung und damit ein Wachstum im Podvertising-Markt. Er hält die Emarketer-Zahlen jedoch für unrealistisch. Die beiden deutschen Podvertising-Dienste ADPlace   und AudioAds  
hätten im vergangenen Jahr zusammen genommen gerade einmal acht bis zehn Kampagnen realisiert, die nach Wunschels Einschätzung einen Umfang von je 10.000 bis 15.000 Euro hatten. "Das ergibt für den deutschen Podcasting-Markt 2006 maximal 150.000 Euro", rechnet Wunschel. Den US-amerikanischen Markt schätzt er auf einen "knapp siebenstelligen Betrag". Die von Emarketer bezifferten 80 Millionen US-Dollar kann er nicht nachvollziehen.

Dass Podvertising in Deutschland noch ein Nischengeschäft ist, begründet Wunschel mit der deutschen Medialandschaft: "Podcasting ist noch unbekannt und erzielt bislang noch zu geringe Reichweiten, um für werbungtreibende Unternehmen wirklich interessant zu sein." Bei gerade mal 50.000 Kontakten für ein Podcasting-Angebot sei der Planungsaufwand für Media-Agenturen zu hoch und die Marge zu gering. Zudem gäbe es bislang auch noch zu wenig bespielbare Kanäle: "Die rund 4.000 Podcasts in Deutschland sind zu einem Großteil privat. Damit ist ein erheblicher Teil nicht vermarktbar", erklärt Wunschel.

Aus diesem Grunde sind nach seiner Einschätzung die vorrangigen Ziele für 2007, für werbetreibende Unternehmen interessante Podcast-Formate zu etablieren.
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