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Interaktiv-Messen: Internet World lebt auf, Systems blutet aus

von sr

29.10.2007 Der aktuelle Internet World Kongress hat alle Erwartungen der Veranstalter erfüllen können. Anders verhält es sich dagegen bei der Systems. So ist der schleichende Verfall der Messe auch in diesem Jahr nicht zu übersehen. Es geht aber noch schlimmer, wie eine Nischen-Veranstaltung rund um virtuelle Welten und 3D-Web zeigt.

Ein voller Erfolg war für Veranstalter Penton Media   der aktuelle Internet World Kongress  , der vergangene Woche in München statt fand. An beiden Messetagen konnte der Veranstalter zusammen 3.000 Besucher der Fachmesse zählen, wie Penton-Sprecherin Regina Reitzer gegenüber iBusiness verrät. Damit wurden die Erwartungen vollkommen erfüllt. Im Februar hatte Penton das Ziel ausgegeben, die Besucherzahl der Messe zu verzehnfachen und bis zu 3.000 Besucher auf den Internet World Kongress zu locken (iBusiness berichtete).

Um dieses Ziel zu erreichen, war die Messe extra umgezogen: aus einem Tagungshotel in der Münchner Innenstadt raus auf die Messe München  . "Wir sind mit dem Verlauf der Messe sehr zufrieden", freut sich Reitzer. Im vergangenen Jahr konnte der Messeveranstalter erst 40 Aussteller und knapp 450 Teilnehmer am kostenpflichtigen Kongress verbuchen. In diesem Jahr waren rund 150 Aussteller auf der Messe vertreten, am Kongress nahmen knapp 700 Besucher teil.

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Lange Gesichter gibt es dagegen bei der Systems  , die sich nach wie vor als "führende Business-to-Business-Messe für IT, Media und Communications" bezeichnet. Die bereits im Vorfeld von fünf auf vier Messetage geschrumpfte Veranstaltung musste einen erneuten Besucherrückgang vermelden: von etwas über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Messe München berichtet. So besuchten die Systems 2007 besuchten rund 40.000 Messebesucher und rund 2.000 Kongress-Teilnehmer. Bereits im Vorjahr erzielte die Systems das schlechteste Ergebnis seit 1997 (Zahlen 2006: 51.721 Besucher und 1.823 Kongressteilnehmer).

Klaus Dittrich , Geschäftsführer der Messe München, will aber vom schleichenden Zerfall der Systems wenig wissen. "Mit der Laufzeitverkürzung sind wir überzeugt, in Zukunft für ihre Besucher wieder attraktiver zu werden", pfeift er im dunklen Wald. "Die Systems bleibt die führende Fachmesse für die Informations- und Kommunikations-Industrie." So haben unter anderem der Streik der Lokomotivführer der Messe viele Besucher gekostet. Dittrich: "Der Streik ging deutlich zu Lasten unserer Besucherbilanz."
Immerhin leidet Dittrich nicht alleine: Die für Mitte November in München geplante Konferenz Metaverse 07   wird nun "aufgrund aktueller Marktentwicklungen" auf das Frühjahr 2008 verschoben. Bei der Veranstaltung vom Software & Support Verlag   sollen Teilnehmer und Referenten über die Trends und Fortschritte rund um Second Life   und virtuelle Welten im allgemeinen diskutieren.

Da es aus Sicht des Veranstalters aber bei Second Life derzeit eine "unsichere Marktsituation" gibt, wurde die Konferenz erst einmal verschoben. Die Konferenz soll nun zeitgleich zur Enwickler-Konferenz Webinale   stattfinden. "Die webinale 08 widmet sich holistisch allen Themen des Web 2.0 und stellt somit den idealen Counterpart zur Metaverse 08 dar", betont Masoud Kamali , Geschäftsführer des Software & Support Verlags.

Am ursprünglichen Veranstaltungstermin findet die Konferenz jetzt nur virtuell in Second Life statt.

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