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Und bewahre uns vor der KI-Brühe
18.06.2024 KI-"Slop" droht das Internet, so wie wir es kennen, zuzumüllen. Darauf weisen Suchergebnisse von Google in den USA hin, wo der Konzern seine neuen KI-Funktionen schon ausgerollt hat.
Die Industrie selbst heizt die positiven Erwartungen derweil weiter an. Aidan Gomez , CEO und Mitgründer des kanadischen KI-Startups Cohere , wählt die größtmögliche Fallhöhe für seine Prognose : "Ich denke, es wird deutlich, dass eine neue Industrielle Revolution begonnen hat. Nicht mehr körperliche Arbeit wird den Menschen abgenommen, sondern geistige." Gomez spricht natürlich in eigener Sache, weil er ein Unternehmen führt, dass KI-Lösungen im B2B-Bereich entwickelt. Aber das haben die zahlreichen Erfinder im 19. Jahrhundert auch getan und am Ende hat ihr Eifer die Menschheit entscheidend weiter gebracht.
Ausgemacht ist es aber deshalb dennoch nicht, wie viel Wohl all die KI-Entwicklungen uns letztlich bringen werden. Social Media wurde anfangs belächelt, dann haben es alle genutzt und jetzt bekommen wir die Büchse der Pandora nicht mehr zu. KI zeigt jetzt schon schlimme Tendenzen: Fake Videos, siehe oben, und, in den USA, eine Flut an ekelerregenden KI-Bildern als Resultate auf Suchanfragen in Google. 404 Media ist darauf gestoßen, dass Google jetzt tonnenweise KI-generierte Bilder von berühmten Menschen auswirft, ohne auf diese Herkunft hinzuweisen.
Der spezielle Fall: Die Abfrage nach "celebrities swimsuit" brachte fast ausschließlich KI-Bilder zutage, einige davon zeigten Stars stark verjüngt, bis hin zu Kindern. Sind das noch unbewältigte Probleme der neuen KI-Suche von Google? Oder steht uns eine Monsterwelle an KI-Müll bevor, den man durch immer präzisere Suchbegriffe erst einmal abschütteln muss, bevor man zu den relevanten Suchergebnissen kommt? Einen Begriff für diesen Abfall gibt es auch schon: Slop . Nach dem Spam jetzt also die KI-Brühe.
Aber es gibt auch weiterhin Auguren, die voller Zuversicht in eine KI-bestimmte Zukunft sehen. Richard Gutjahr zum Beispiel. Der Journalist entwarf kürzlich als Speaker der Stuttgarter Veranstaltung Media Tasting die Vorstellung von "digitalen Zwillingen" der Menschen. Tokio ist zu teuer und zu weit weg, das Meeting aber wichtig? Macht nichts, ich bin als mein digitaler Zwilling dort präsent. Und gleichzeitig auch in Sao Paulo, was ich anders sowieso nicht geschafft hätte. KI und Metaverse werden solche Projektionen, glaubt Gutjahr, schon bald umsetzbar machen. Die Phantasie dreht durch.
Doch bleiben wir erst einmal auf dem Boden der Tatsachen: Der Dortmunder IT-Dienstleister Adesso hat eine sofort umsetzbare Handlungsanweisung parat. In der Werbung lässt sich die Vorstufe von digitalen Zwillingen bereits heute mit Hilfe von KI besser umsetzen denn je: Gemeint sind Personas.
Detaillierte Kundenprofile auf Basis von Produktwebsites, Landingpages und Vertriebsdokumenten können zu Kundenprofilen für eine personalisierte Aussteuerung von Werbemaßnahmen verdichtet werden. "Traditionell erfordert die Erstellung von Personas eine gründliche Analyse von Marktforschungsdaten und umfassende Interviews. Künstliche Intelligenz beschleunigt diesen Prozess erheblich, indem sie große Datenmengen in kurzer Zeit analysiert und Muster erkennt, die typische Kundenverhalten und -Vorlieben abbilden, um diese anschließend in einem Persona-Template auszugeben", schreibt Michael Welp , Digital Strategy Consultant bei Adesso. "Unternehmen können so schnell auf fundierte Kundenprofile zugreifen, die als Basis für die Entwicklung gezielter Marketingmaßnahmen dienen."
Christian Gehl, iBusiness-Analyst
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