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Wann Onlinehandel mit Lebensmitteln funktioniert
20.05.2009 Die Bestellung von Lebensmitteln im Internet hat sich in Deutschland trotz vielfacher Versuche nicht durchgesetzt. Der Ökosupermarkt Basic glaubt trotzdem an den Erfolg im Netz. iBusiness hat analysiert, unter welchen Voraussetzungen der Handel mit Lebensmitteln im Internet erfolgreich sein kann.
Dies verriet Generalbevollmächtigte von Basic, Jörn Göbert , der Tageszeitung Münchner Merkur . Basic ist nicht die erste Supermarktkette, die versucht mit ihrem Kernsortiment im Internet in Deutschland Fuß zu fassen - darunter Tengelmann und Spar . Geblieben ist keiner. Selbst Versandhandels-Riesen wie der Otto-Versand haben ihre Online-Supermärkte nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Der Versandkonzern hatte den Lebensmittel-Service unter www.otto-supermarkt.de im Mai 2000 gestartet. Zunächst bot Otto nur im Großraum Hamburg ein Lebensmittel-Vollsortiment an. Wenige Monate später expandierte Otto und weitete das Sortiment aus. Bundesweit wurden 2500 Produkten angeboten, in Hamburg kamen noch Frischeprodukte hinzu. Doch schon 2003 war dann Schluss: Es lohnte sich nicht.
Für die Supermarktketten gibt es im Grunde zwei große Herausforderungen, wenn sie ihr Angebot im Netz verkaufen wollen:
- Lieferzeiten: Die Kunden kaufen im Supermarkt vor allem Verbrauchsgüter für den täglichen Bedarf. Kaum ein Nutzer ist bereit zwei oder drei Tage auf Brot, Butter, Käse oder Toilettenpapier zu warten. Hinzu kommt die hohe Infrastrukturdichte mit Supermärkten in Deutschland. Selbst in kleinen Gemeinden finden sich in nahen Gewerbegebieten teilweise gleich mehrere Supermärkte und Lebensmittel-Discounter auf einem Fleck.
- Falsche Logistik: Die Logistik eines Supermarktes ist für das Versandgeschäft nicht geeignet. Sie ist auf die Versorgung von Filialen und dementsprechend große Warenmengen ausgerichtet. Ein Supermarkt, der in den Onlinehandel einsteigt, muss im Grunde eine zweite spezielle Versandhandels-Logistik parallel zu seinem bestehenden System aufbauen. Das sind immense Investitionskosten. Hinzu kommt ein riesiger logistischer Aufwand, um bei Frische- und Tiefkühlprodukten die Kühlkette aufrecht zu erhalten. Dies erfordert teure Spezialkartonagen. Diese Mehrkosten müssen dann an den Kunden im Endpreis der Ware weitergegeben werden.
Eine Ausnahme von der Regel ist der Schweizer Online-Supermarkt LeShop . Die Migros-Tochter erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen Rekordumsatz von 112 Millionen Franken. Damit wuchs der erste Schweizer Online-Supermarkt im zehnten Jahr seines Bestehens weiter um 20 Millionen Franken oder 22 Prozent. Stark gestiegen ist der durchschnittliche Bestellwert: LeShop-Kunden geben im Durchschnitt 224 Franken aus (plus 5 Prozent), in einem herkömmlichen Supermarkt liegt dieser bei rund 38 Franken.
Mitgründer Christian Wanner schätzt das Potential des Online-Lebensmittelhandels in der Schweiz auf 500 Millionen Franken. Daran hat man zwar schon mehr als 20 Prozent Anteil, aber insgesamt würden erst 170 Mio. Franken realisiert. Deshalb geht Wanner von weiterem Wachstum aus. Den fördert LeShop durch Investitionen in neue Verbreitungswege, wie beispielsweise das iPhone. Daneben erweitern die Schweizer ihr Sortiment um Non-Food und jüngst auch individuelle gestaltbare Lebensmittel. Allerdings hat auch der Versand bei LeShop seinen Preis. Abhängig von Warenwert und der letzten Bestellung müssen die Kunden zwischen 7,90 und 15,90 Franken Versandkosten zahlen.
Am: 20.05.2009
Zu: Wann Onlinehandel mit Lebensmitteln funktioniert
Die traditionelle Aufstellung der deutschen Lebensmittelketten unterscheidet sich stark von dem in England, dennoch kann unsere Republik aus einem Blick über den Channel sicher einiges lernen.
Zu: Wann Onlinehandel mit Lebensmitteln funktioniert
phaydon | research+consulting hat sich im November 2008 mit genau diesem Thema beschäftigt. Eine Kooperationsstudie mit der Lebensmittelzeitung finden interessierte Leser hier:
http://www.phaydon.de/marktforschung-publikationen-studien-lebensmittel-ecommerce.html
Viele Grüße aus Köln
Michael Sauer
