Jetzt zum Webinar anmelden
Agenturwert berechnen
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Die wahre Stärke von Rakuten liegt im Service-Geschäft
08.07.2014 Es erstaunt mich nicht, dass sich Rakuten mit seinem Marktplatz-Modell in Deutschland schwertut. Denn die Japaner konzentrieren sich bei ihrem Portal viel zu sehr darauf, Händlern etwas Gutes zu tun und verlieren dabei den Verbraucher aus den Augen. Deshalb sollte sich Rakuten von vornherein auf das Service-Geschäft konzentrieren und das ECommerce-Geschäft anderen überlassen. Zumindest teilweise.
Dafür sprechen meiner Meinung nach zwei Gründe. Zum einen halte ich das Sortiment für austauschbar, wenn solche Produkte auch bei Wettbewerbern wie Amazon erhältlich sind . Zum anderen haben die Japaner immer noch nicht verstanden, dass ein Marktplatz-Angebot in erster Linie die Kunden zufrieden stellen muss. Wenn diese nämlich ausbleiben, ist ein Portal auch für Händler uninteressant. Doch was macht Rakuten? Die Japaner zeigen auf der Startseite ihres deutschen Marktplatzes einen Händler, der dank Rakuten seine Produkte "in ganz Deutschland bekannt" machen kann. Relevanz für den Endverbraucher? Null.
Besser machen könnte es Rakuten, wenn man sich mit dem Marktplatz-Geschäft auf eine Nische konzentrieren würde. Das passt aber nicht zu den ehrgeizigen Plänen des Konzerns, in Deutschland nach wie vor eine große Nummer werden zu wollen. Zudem ist die Nische durch spezialisierte Portalbetreiber wie Dawanda - ein Marktplatz für selbstgemachte Produkte - auch schon besetzt. Rakuten bliebe also auch hier nur die Rolle des Nachzüglers, die bereits das aktuelle Marktplatz-Geschäft erschwert.
Sein Geschäft in Schwung bringen könnte Rakuten zwar prinzipiell, indem die Japaner selbst Ware auf dem deutschen Marktplatz anbieten. Das macht der Konzern aber nicht einmal in Japan - und passt auch nicht zur ECommerce-Philosophie, den Handelspartner zu stärken und in den Vordergrund zu rücken. Deshalb sollte Rakuten das auch weiter tun. Und zwar nur das.
Tatsächlich könnte eine große Chance für Rakuten darin liegen, wenn man deutschen Onlinehändlern den Verkauf ins Ausland erleichtern kann. Dienstleister für die Shop-Internationalisierung gibt es zwar auch schon. Rakuten könnte durch sein Netzwerk aber zum einen den Handel in exotische Länder möglicherweise vereinfachen und Service-Leistungen kostengünstiger anbieten als traditionelle Dienstleister. Zum anderen können Handelspartner über die Rakuten-Portale im Ausland von vornherein eine kritische Masse an Endkunden erreichen, ohne selbst in Marketing investieren zu müssen. In dieser Kombination steckt daher gehöriges Potenzial für deutsche Händler. Im Gegensatz zum deutschen Online-Marktplatz, der auch künftig keine Rolle spielen wird.
