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Die wahre Stärke von Rakuten liegt im Service-Geschäft

von sr

08.07.2014 Es erstaunt mich nicht, dass sich Rakuten mit seinem Marktplatz-Modell in Deutschland schwertut. Denn die Japaner konzentrieren sich bei ihrem Portal viel zu sehr darauf, Händlern etwas Gutes zu tun und verlieren dabei den Verbraucher aus den Augen. Deshalb sollte sich Rakuten von vornherein auf das Service-Geschäft konzentrieren und das ECommerce-Geschäft anderen überlassen. Zumindest teilweise.

Stephan Randler
Auch wenn das Marktplatz-Geschäft in Deutschland bislang lahmt, will der japanische ECommerce-Riese weiter sein vorhandenes Angebot optimieren. Der Handelskonzern wird es aber dennoch nicht schaffen, den Platzhirschen Amazon   und eBay   die Kunden streitig zu machen. Im Gegenteil. Denn ich bin fest davon überzeugt: Auch auf lange Sicht wird der deutsche Marktplatz für einheimische Händler keine Rolle spielen.

Dafür sprechen meiner Meinung nach zwei Gründe. Zum einen halte ich das Sortiment für austauschbar, wenn solche Produkte   auch bei Wettbewerbern wie Amazon erhältlich sind  . Zum anderen haben die Japaner immer noch nicht verstanden, dass ein Marktplatz-Angebot in erster Linie die Kunden zufrieden stellen muss. Wenn diese nämlich ausbleiben, ist ein Portal auch für Händler uninteressant. Doch was macht Rakuten? Die Japaner zeigen auf der Startseite ihres deutschen Marktplatzes einen Händler, der dank Rakuten seine Produkte "in ganz Deutschland bekannt" machen kann. Relevanz für den Endverbraucher? Null.

Besser machen könnte es Rakuten, wenn man sich mit dem Marktplatz-Geschäft auf eine Nische konzentrieren würde. Das passt aber nicht zu den ehrgeizigen Plänen des Konzerns, in Deutschland nach wie vor eine große Nummer werden zu wollen. Zudem ist die Nische durch spezialisierte Portalbetreiber wie Dawanda   - ein Marktplatz für selbstgemachte Produkte - auch schon besetzt. Rakuten bliebe also auch hier nur die Rolle des Nachzüglers, die bereits das aktuelle Marktplatz-Geschäft erschwert.

Sein Geschäft in Schwung bringen könnte Rakuten zwar prinzipiell, indem die Japaner selbst Ware auf dem deutschen Marktplatz anbieten. Das macht der Konzern aber nicht einmal in Japan - und passt auch nicht zur ECommerce-Philosophie, den Handelspartner zu stärken und in den Vordergrund zu rücken. Deshalb sollte Rakuten das auch weiter tun. Und zwar nur das.

Tatsächlich könnte eine große Chance für Rakuten darin liegen, wenn man deutschen Onlinehändlern den Verkauf ins Ausland erleichtern kann. Dienstleister für die Shop-Internationalisierung gibt es zwar auch schon. Rakuten könnte durch sein Netzwerk aber zum einen den Handel in exotische Länder möglicherweise vereinfachen und Service-Leistungen kostengünstiger anbieten als traditionelle Dienstleister. Zum anderen können Handelspartner über die Rakuten-Portale im Ausland von vornherein eine kritische Masse an Endkunden erreichen, ohne selbst in Marketing investieren zu müssen. In dieser Kombination steckt daher gehöriges Potenzial für deutsche Händler. Im Gegensatz zum deutschen Online-Marktplatz, der auch künftig keine Rolle spielen wird.

Thema:

Kommentar von sr

Wo Rakuten für deutsche Händler in Zukunft wichtig wird

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In Deutschland tritt Rakuten mit seinem Online-Marktplatz auf der Stelle. Und daran wird sich wohl auch künftig wenig ändern. (Bild: espana-elke  / pixelio.de)
Bild: espana-elke / PIXELIO
In Deutschland tritt Rakuten mit seinem Online-Marktplatz auf der Stelle. Und daran wird sich wohl auch künftig wenig ändern.

Kommentar von sr

Die wahre Stärke von Rakuten liegt im Service-Geschäft

Es erstaunt mich nicht, dass sich Rakuten mit seinem Marktplatz-Modell in Deutschland schwertut. Denn die Japaner konzentrieren sich bei ihrem Portal viel zu sehr darauf, Händlern etwas Gutes zu tun und verlieren dabei den Verbraucher aus den Augen. Deshalb sollte sich Rakuten von vornherein auf das Service-Geschäft konzentrieren und das ECommerce-Geschäft anderen überlassen. Zumindest teilweise.

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Stephan Randler (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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