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Betrugsfälle: "Ebay lässt seine Kunden ins offene Messer laufen"
14.06.2007 Seit geraumer Zeit schon mehren sich Berichte über Nutzer und Powerseller, die dem Online-Marktplatz Ebay verärgert den Rücken kehren. Jetzt bekommen die Ebay-Kritiker neue Nahrung: So hat das Online-Auktionshaus Probleme mit zwei betrügerischen Käufern erst nach einiger Anlaufzeit in den Griff bekommen.
In einem der beiden von Falle-Internet aufgedeckten Fälle hatte etwa ein Händler knapp 900 Artikel zu einem Gesamtwert von 130.000 Euro bei Ebay verkauft, die Ware aber niemals seinen Kunden geliefert. Daraufhin sperrte Ebay zwar kurzfristig das Benutzerkonto des Verkäufers, kurz danach wurde das Konto aber wieder freigeben. Ebay hatte dann aber bereits alle Negativbewertungen der Marke "keine Ware und keine Antwort" gelöscht und den Betrügern wieder eine weiße Weste verschafft. Auch im zweiten Fall hatte Ebay zuerst Negativbewertungen gelöscht.
Gegenüber iBusiness bedauert Ebay-Sprecherin Maike Fuest die Vorfälle: "Wir haben leider zweimal die falsche Diagnose gestellt." So hatte Ebay unter anderem Dokumente zu den Verkäufen wie Lieferscheine von den Betrügern angefordert, die dann auch geliefert wurden. Allerdings handelte es sich dabei um Fälschungen, wie Ebay erst später feststellen konnte. Erst dann wurden auch die Käuferkonten gesperrt.
Das Online-Auktionshaus gerät hierzulande zunehmend in die Kritik. Laut einem Bericht von Spiegel Online (Überschrift: "Misstrauen, Angst, Unsicherheit" wenden sich immer mehr verärgerte Nutzer von Ebay ab.
Die Gründe laut dem Bericht: Ebay lösche kommentarlos Auktionen, biete keinen ausreichenden Kundenservice und Käuferschutz. Dazu würden Händler durch Zweit-Accounts die Preise für ihre Waren hochtreiben und unzufriedenen Kunden "Rache-Bewertungen" androhen.
Auch die Analysten sind nicht mehr so optimistisch. Die Citygroup-Analyse von Mark Mahaney und Matthew Reichek sieht Gefahren, weil Ebay die Kunden davonlaufen, die Märkte gesättigt sind und der USP veschwindet.
