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Arbeitswelt-Studie: Freelancer arbeiten zu lang und verdienen zu wenig
21.12.2017 Zu lange Arbeitszeiten, unsichere wirtschaftliche Situation und zu wenig Unterstützung bei der Steuer: Das sind die Hauptprobleme von Freelancern in Deutschland, wie jetzt eine Studie herausgefunden hat.
Das komplizierte deutsche Steuerrecht zeigt sich auch in den Ergebnissen dieser Umfrage: Knapp drei Viertel der befragten Freiberufler nehmen die professionelle Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch. Nur ein geringer Anteil braucht keinerlei Hilfe bei seiner Tätigkeit.
Die Mehrheit der befragten Freiberufler sind selbstständig im Wortsinn: Mit 42,1 Prozent übt die Mehrheit der Befragten ihre Tätigkeit hauptsächlich allein aus. In erster Linie im Team arbeitet etwas mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer und knapp jeder Vierte ist in etwa gleichen Anteilen mal im Team und mal allein tätig. Das tun sie, je nach Anforderung, mal nach geregelten Zeiten oder auch vollständig flexibel. Bei den Arbeitstagen orientieren sich die Umfrageteilnehmer dagegen an festangestellten Arbeitnehmern und arbeiten an fünf Tagen die Woche, jeweils nur etwa jeder Zwanzigste entweder an allen sieben Tagen oder an weniger als vier. Das Bild des Freiberuflers mit Notebook im Café gehört dagegen der Vergangenheit an: Nur knapp ein Prozent geht so seiner Tätigkeit nach. Der Großteil nutzt einen Büroraum zu Hause.
Mehr als die Hälfte der befragten Freiberufler hat - wie ein Großteil der festangestellten Arbeitnehmer - eine Fünf-Tage-Woche. 17,4 Prozent arbeiten an sechs Tagen und 5,9 Prozent sogar jeden Tag in der Woche. Eine kurze Arbeitswoche von vier Tagen haben 14,8 Prozent der Umfrageteilnehmer und jeder Zwanzigste arbeitet sogar an weniger als vier Tagen. Flexibilität gilt beim Thema Arbeitszeiten: Knapp jeder dritte der befragten Freiberufler arbeitet zeitlich völlig flexibel. Ein Viertel hingegen hat sich grundsätzlich feste Arbeitszeiten auferlegt. Je nach Anforderung im Projekt arbeitet eine Mehrheit von 45,7 Prozent manchmal fest und manchmal flexibel.
Vier von Zehn und damit die Mehrheit favorisieren ihren festen Büroraum zu Hause. Ein Drittel hingegen arbeitet beim Kunden vor Ort. Jeder Zehnte hat sich extra für seine freiberufliche Tätigkeit externe Büroräume angemietet. Die anderen Räumlichkeiten im Haus werden nur von Wenigen (7,2 Prozent) genutzt. Die neue Form des Coworking-Arbeitsplatzes wird heute laut Umfrageteilnehmern eher selten besucht. Nur etwa einer von Hundert geht in öffentlichen Orten seiner Tätigkeit nach.
Mehr als ein Drittel der Befragten nutzen einen Rechtsanwalt und Unterstützung bei der Akquise. Technische Hilfe nehmen dagegen nur 16,4 Prozent der Teilnehmer in Anspruch. Ebenfalls selten gefragt sind ein Business-Coaching und Unterstützung beim Marketing.
Die Möglichkeit, Freitextantworten zu hinterlegen, wurde lediglich marginal genutzt und wird aus diesem Grund nicht gesondert aufgeführt.
