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BVDW und MHKM: Fachkräftemangel hält noch drei Jahre an

06.09.2012 Die Unternehmen der digitalen Wirtschaft suchen händeringend nach erfahrenen Mitarbeitern. Für die kommenden drei Jahre rechnet die Branche mit weiteren Schwierigkeiten beim Anwerben von qualifizierten Arbeitskräften und festangestellten Mitarbeitern. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie vom Bundesverband Digitale Wirtschaft   und der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation MHMK  .

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Die hat den Fachkräftebedarf von 240 Unternehmen analysiert. Den höchsten Bedarf bezeichnen die Unternehmen danach im Projektmanagement, Strategie und Business Development, Marketing und Vertrieb sowie in den IT-Abteilungen. Als eine der wichtigsten Qualifikationen im Online-Bereich geben die Unternehmen den Bereich Mobile Marketing an.

Die Hälfte der befragten Unternehmen (50,0 Prozent) haben bereits heute große Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften. Diese Situation wird sich laut 56,4 Prozent der Unternehmen in den kommenden drei Jahren weiter verschärfen. Die befragten Unternehmen sehen unattraktive Gehälter (50,0 Prozent) und fehlende Kompetenzen (47,2 Prozent) als zentrale Gründe für den Mangel an berufserfahrenen Mitarbeitern. Die Mehrheit der Unternehmen sucht auf Basis einer Festanstellung (85,9 Prozent), hingegen planen nur 14,1 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Projektbasis zu beschäftigen.

Den höchsten Bedarf an Mitarbeitern haben die befragten 240 Unternehmen in den Bereichen Projektmanagement (76,5 Prozent), Strategie/Business Development (70,5 Prozent), Marketing/Vertrieb (69,2 Prozent) sowie in den IT-Abteilungen (67,2 Prozent). Mehr als sechs von zehn der Befragten suchen zudem verstärkt Professionals für den Bereich Beratung / CRM (63,0 Prozent). Über die Hälfte der Unternehmen sucht Mitarbeiter für das Produktmanagement (54,3 Prozent). Der Bedarf in den Bereichen Controlling/Finanzen (27,2 Prozent) und PR/Kommunikation (21,1 Prozent) wird im Vergleich als weniger dringend angesehen. Als Gründe für diese geringe Bedarfssituation kann die traditionell geringe Mitarbeiterfluktuation in diesen beiden Bereichen gewertet werden. Die befragten Unternehmen wünschen sich von den Bewerbern eine durchschnittliche Berufserfahrung von 3,6 Jahren. Laut der Studie sollten qualifizierte Mitarbeiter für den Arbeitsmarkt der digitalen Wirtschaft idealerweise nicht weniger als zwei Jahre und nicht mehr als sechs Jahre Berufserfahrung vorweisen.


Für die Unternehmen am digitalen Arbeitsmarkt sind generell die Qualifikationen im Online-Bereich gefragt. Sieben von zehn Unternehmen (71,7 Prozent) erwarten von den Bewerbern Kenntnisse im Wachstumsmarkt Mobile Marketing. Einen hohen Stellenwert besitzen Qualifikationen in der Online-Vermarktung (62,9 Prozent), E-Commerce (62,8 Prozent) und Social Media (59,2 Prozent). Als weitere Qualifikationsanforderungen folgen Online-Mediaplanung (56,8 Prozent und Kenntnisse in der Suchwortvermarktung (51,2 Prozent). Die Hälfte der befragten Unternehmen hat einen mittleren bis hohen Bedarf an Professionals, die sich mit Zertifizierungen auskennen (47,4 Prozent). Auch Kandidaten mit Qualifikationen in Programmiersprachen (44,4 Prozent) sowie Software-Systemen/Datenbanken (44,3 Prozent) werden vermehrt gesucht.

Soft Skills gelten bei der Suche nach berufserfahrenen Mitarbeitern als bedeutendste Qualifikationen für die Unternehmen. Mentale Kompetenz (97,6 Prozent), soziale Kompetenz (96,9 Prozent), Umsetzungskompetenz (94,6 Prozent) sowie kommunikative Kompetenz (94,5 Prozent) gelten als zentrale Anforderungen. Dahinter folgen personale Kompetenz (87,6 Prozent) und Führungskompetenz (79,8 Prozent). Jedes siebte Unternehmen (71,9 Prozent) sucht Mitarbeiter, die Mobilität und Reisebereitschaft zeigen. Sprachkenntnisse werden von zwei Dritteln (65,1 Prozent) als bedeutsam angesehen. Die bekannte Voraussetzung einer Auslandserfahrung gilt hingegen nur für 35,2 Prozent der Unternehmen als relevant.

In welchen Segmenten die Onlinebranche händeringend Personal sucht


Die BVDW/MHKM-Studie deckt sich weitgehend mit einer Auswertung des größten Stellenmarkts der Branche, des iBusiness-Stellenmarktes. Die Auswertung von mehreren tausend Stellenanzeigen hat ergeben, dass die mit Abstand meisten Stellenangebote im Bereich Programmierung ausgeschrieben werden. Im Durchschnitt werden knapp 1.100 Angebote aus der Branche inseriert.

Das ist mehr als ein Viertel aller Stellenangebote. Mit einem deutlichen Abstand dahinter sind Fachkräfte im Bereich Design gesucht. Dort sind pro Woche knapp 480 (12 Prozent) Anzeigen annonciert. Zum Vergleich: Jobangebote im Segment SEM/SEO machen wöchentlich einen Anteil von lediglich zwei Prozent (100 Anzeigen) und im E-Commerce 0,5 Prozent (22 Anzeigen) aus.

(Grafik: Hightext Verlag)
Doch gerade in diesen Nischenmärkten ist es zum Teil extrem schwierig, geeignete Mitarbeiter zu finden. Das belegt eine Analyse der Standzeit der geschalteten Stellenanzeigen. Von diesem Wert lässt sich rückschließen, wie schnell ein geeigneter Bewerber für die Stelle gefunden wurde: Wenn eine Stelle besetzt ist, verschwindet ja die Stellennazeige von der Agentur-Homepage oder auf Jobportalen wie iBusiness.de/jobs wieder.

Am schwersten zu besetzen sind offenbar freie Stellen im Bereich SEM/SEO. Die Laufzeit der Stellenanzeigen beträgt unserer Auswertung zufolge durchschnittlich 100 Tage - das sind dreieinhalb Monate zwischen Bedarfsermittlung und Besetzung der Stelle.
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