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Preisvergleiche klagen: "Google macht unser Geschäft kaputt"
01.08.2007 Google achtet jetzt zunehmend darauf, dass bei Suchanfragen nicht zu viele kommerzielle Suchtreffer auf den vorderen Plätzen gelistet werden. Was die Google-Suche für herkömmliche Internetnutzer wieder interessanter machen soll, schadet aber den Anbietern von Preisvergleichsdiensten. Denn diese haben bereits jetzt mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, weil immer weniger Internetnutzer über eine Google-Suche ihr Angebot besuchen. Ein Ausweg ist aber in Sicht.
Pangora, das einen White-Label-Dienst für Preisvergleichsdienste anbietet, hat nach iBusiness-Informationen seit Ende Februar 2007 bei den selbst betriebenen Angeboten Lycos Shopping , BuyCentral und Evita mit schwindendem Google-Traffic zu kämpfen. So werden Suchtreffer bei Anfragen zu Produkten wie Digitalkameras von Google immer weiter hinten in den Trefferlisten angezeigt.
Das hat fatale Folgen für Preisvergleichsdienste. Studien zufolge interessieren sich Internetnutzer im Prinzip nur für die ersten drei Suchtreffer bei Google. Alles, was in Trefferlisten auf den hinteren Plätzen gelistet wird, erregt dagegen kaum noch Aufmerksamkeit. Internetnutzer klicken damit laut Pangora immer weniger auf die zunehmend schlechter platzierten Treffer von Preisvergleichsdiensten, wodurch den Anbietern Umsätze flöten gehen. Im zweiten Quartal diesen Jahres hat sich das laut dem Unternehmen erstmals spürbar in der Bilanz von Lycos Europe niedergeschlagen.
Neben Pangora haben auch andere Anbieter von Preisvergleichsdiensten mit diesem Problem zu kämpfen, wie der auf E-Commerce spezialisierte Berater Jochen Krisch beobachtet: "Google verbannt Preisvergleiche und Produktsuchmaschinen zunehmend von den vorderen Suchergebnisplätzen", weiß er von Gesprächen mit Betreiber von Preisvergleichsdiensten. "Das kann so manch einträgliches Geschäftsmodell zunichte machen."
So stimmt auch Billger.de ein Klagelied an: "Unserem Erachten nach, misst Google Nachrichten, Benutzermeinungen und Produktberichten eine größere Bedeutung zu", hat Lorenz Petersen , Leiter Business Development und Vertrieb bei Billger.de-Betreiber Solute bemerkt. "Preisvergleich, die diese zusätzlichen Informationen nicht besitzen werden kritischer bewertet."
Eine generelle Strategie, Suchtreffer von Preisvergleichsdiensten von den vorderen Plätzen zu verbannen, verfolgt Google aber nicht. "Wir arbeiten ständig daran, unsere Suche so zu verbessern, dass unseren Nutzern die aus ihrer Sicht relevantesten Suchergebnisse angezeigt werden", rechtfertigt Stefan Keuchel , Sprecher von Google Deutschland. Kommerzielle Suchergebnisse aus Preisvergleichsdiensten hätten zwar bei einer Suche nach einer Digitalkamera auch ihren Reiz. "Aus unserem Kunden-Feedback wissen wir aber, dass unsere Nutzer bei solchen Suchanfragen auch Produktinformationen der Anbieter oder Testberichte angezeigt bekommen wollen."
Vor diesem Hintergrund arbeitet Tim Stracke , Geschäftsführer von Pangora, bereits an einem neuen Konzept für Internet-Preisvergleichsdienste. Die Idee ist, sich langfristig aus der Abhängigkeit von Google zu befreien. "Langfristig überleben nur die Preisvergleichsdienste, die mehr als den bloßen Preisvergleich bieten", mahnt er.
Preisvergleiche besuchen Internetnutzer in der Regel, wenn sie bereits eine Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt gekauft haben. Stracke zufolge müssen Preisvergleiche aber künftig Internetnutzer schon bei der Kaufvorbereitung beraten können. Preisvergleiche sollen damit zu einem Online-Angebot werden, dass Nutzer direkt aufsuchen: ohne den Umweg über eine Suchanfrage bei Google zu gehen. Pangora hat bereits ein "spannendes Konzept" in der Schublade, Details will Stracke aber noch nicht verraten.
Am: 01.08.2007
Zu: Preisvergleiche klagen: "Google macht unser Geschäft kaputt"
Letztlich profitieren fast alle davon:
die Verbraucher werden immer bessere Content-Angebote vorfinden, die Hersteller und ihre Händler bessere Umfelder, um ihre Waren zu präsentieren und die bisher schon im Online-Verlagsgeschäft tätigen Unternehmen werden nicht mehr durch reine Datenbank-Optimierer unterboten.
Ein Teil der Preisvergleicher wird investieren und sich fortentwickeln, jedoch sehr viele werden das Geschäft einfach aufgeben und sich anderen Themen widmen.
Eigentlich ein positives Szenario.
