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Zahlungsbereitschaft für Retouren ist niedrig. Meistens.
12.06.2024 Die Mehrheit der Online-Kaufenden wünscht sich kostenlose Retouren und ein einfaches Retouren-Handling. Die Kundschaft bevorzugen dabei Retourenaufkleber, die bereits dem Paket beiliegen, so eine aktuelle Retourenstudie.
Trotz der allgemeinen Zufriedenheit gibt es Bereiche, die verbessert werden können. Über ein Viertel der Befragten beklagt lange Wartezeiten bei der Rückerstattung und unzureichende Informationen über den Status ihrer Rücksendungen. Auch mangelnde Erreichbarkeit des Kundenservice führt zu Unzufriedenheit. Die Online-Händler sollten daher an ihrer Transparenz und Kommunikation arbeiten, um die Kundenerfahrung zu optimieren.
Die Mehrheit der Online-Shopper wünscht sich zudem kostenlose Retouren und ein einfaches Retouren-Handling. Kunden bevorzugen dabei Retourenaufkleber, die bereits dem Paket beiliegen. Aus Sicht des Händlers spricht jedoch mehr für die Nutzung eines Retourenportals. Dieses muss es dem Kunden allerdings so einfach wie möglich machen, das Retourenetikett zu generieren. Dabei helfen unter anderem Anleitungen, die dem Paket beiliegen oder per QR-Code abrufbar sind. Wer seine Kunden beim Kundenservice anrufen lässt, um nach dem Retourenlabel zu fragen, riskiert nicht nur, sie dauerhaft an die Konkurrenz zu verlieren ? er generiert auch unnötige Kosten im Kundenservice.
Die Studie zeigt, dass Frauen besonders großen Wert auf kostenlose Retouren und beigelegte Retourenaufkleber legen. Die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen wünscht sich mehr stationäre Rückgabemöglichkeiten und flexiblere Rückgabebedingungen. Männer hingegen fordern eine bessere Kommunikation während des Retourenprozesses. Die jüngere Generation sieht Verbesserungspotenzial bei umweltfreundlichen Rückgabemöglichkeiten.
In Sachen Rücksendekosten gibt es Schlupflöcher
Die deutliche Mehrheit der Online-Kundschaft (67 Prozent), erwartet, dass Rücksendungen grundsätzlich kostenlos sind. Dieser Wunsch ist über alle Zielgruppen hinweg konsistent hoch, zeigt allerdings bei Kunden mit einem Einkommen von über 3.000 Euro die stärkste Ausprägung.Verhandlungsbereit ist zumindest ein kleiner Teil der befragten, wenn die Einkäufe einen Warenwert von unter 20 Euro haben. In diesem Fall würde immerhin fast jeder fünfte Einkäufer die Rücksendekosten selber tragen, vor allem die jüngeren Zielgruppen signalisieren hier Zahlungsbereitschaft. Hingegen ist nur etwa jeder zehnte Online-Shopper bereit, eine pauschale Rücksendegebühr bis maximal fünf Euro zu bezahlen. Diese Zahlungsbereitschaft ist bei den Männern geringfügig höher als bei den Frauen. Mit 1,8 Prozent noch geringer ist der Anteil der Befragten, die für Retouren die vollen Kosten tragen würden.
Um Rücksendungen zu vermeiden, sind klare Produktbeschreibungen und Größentabellen besonders wichtig. Kunden schätzen auch bessere Fotos der Produkte und Passformberatung. Virtuelle Anproben und Kundenbewertungen werden als weniger entscheidend angesehen.
Für die Verbraucherstudie hat das Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß im Auftrag von Parcellab von 23. Februar bis 1. März 2024 1.010 Online-Einkäufer (netto), die mindestens einmal pro Monat online shoppen, im Rahmen eines quantitativen, schriftlichen Online-Panels befragt. Die Sampling-Stichprobe wurde internet-repräsentativ gewichtet, nach Alter und Geschlecht gekreuzt und nach Bundesländern beobachtet.
