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Sieben von zehn Deutsche sind unzufrieden mit Digitalpolitik der Regierung

30.04.2021 Die Wahlberechtigten in Deutschland geben der Bundesregierung schlechte Noten im Bereich Digitalpolitik und fordern, dass digitale Themen in der kommenden Legislaturperiode einen größeren politischen Stellenwert, beispielsweise in Form eines Digitalministeriums, erhalten sollen.

 (Bild: RichardLey / pixabay.com)
Bild: RichardLey / Pixabay
Das ist das Ergebnis des digitalpolitischen Wahlbarometers, das der Verband der Internetwirtschaft Eco zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser sowie mit Unterstützung des Vodafone Instituts zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser und den Mitgliedsunternehmen Leaseweb zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser und Huawei zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser entwickelt hat. Das Barometer liefert ein Stimmungsbild der Gesamtbevölkerung in Deutschland bzw. der einzelnen Bundesländer zu strategischen digitalpolitischen Themen im Zeitverlauf bis zur anstehenden Bundestagswahl.

Nahezu 100 Prozent unzufrieden mit digitaler Bildung und digitaler Verwaltung

Demnach geben aktuell rund 71,4 Prozent der Befragten an, in keinem digitalpolitischen Bereich zufrieden mit der Politik der Bundesregierung zu sein. Besonders groß ist die Unzufriedenheit bei den Themen digitale Verwaltung (nur 3,4 Prozent zufrieden), digitale Bildung (nur 3,8 Prozent zufrieden) und digitale Infrastruktur (4,9 Prozent zufrieden). Die größte Zustimmung findet demzufolge noch der Bereich Datenschutz mit 14,9 Prozent. Auch im internationalen Vergleich, sehen die Befragten Deutschland schlecht aufgestellt. Über 76 Prozent bewerten den Digitalstandort Deutschland als nicht wettbewerbsfähig.

"Besonders die hinter uns liegenden, von der Corona-Pandemie geprägten 12 Monate haben den Menschen die großen Lösungspotenziale digitaler Technologien und Dienste für ihren Alltag und die Bewältigung der pandemiebedingten Einschränkungen vor Augen geführt", erklärt eco Vorstandsvorsitzender Oliver Süme'Oliver Süme' in Expertenprofilen nachschlagen . Gleichzeitig seien aber eben in vielen Bereichen auch die offensichtlichen Versäumnisse der Politik sichtbar geworden, die verhinderten, dass Digitalisierung ihr ganzes Potenzial entfalten könne. Diese Erfahrung habe Denkanstöße für die Zukunft gegeben. Der Rückstand bei der Digitalisierung in Deutschland müsse aufgeholt werden. Dazu passe, dass inzwischen über 60 Prozent (60,3 Prozent) der Befragten den Einfluss digitaler Technologien und Dienste auf ihren privaten und beruflichen Alltag als groß oder sogar sehr groß einschätzen.

Digitalministerium: BürgerInnen und Unternehmen fordern höheren Stellenwert für Digitalpolitik

Sümes Rat an die Politik lautet, dem Bedeutungszuwachs digitaler Themen Rechnung zu tragen und in der kommenden Legislaturperiode einen größeren Stellenwert einzuräumen, in Form eines eigenen Digitalressorts mit entsprechenden Kompetenzen und Budgets und in Form einer über alle Ressorts hinweg koordinierten und ambitionierten Digitalstrategie.

Besonders augenscheinlich werde die fehlende Koordinierung derzeit beim Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Der Eco sehe "unglaubliche Potenziale" für die Einsparung von Energie und die Reduzierung des CO2-Ausstoßs durch digitale Technologien, gleichzeitig werde dieses Potenzial zur Erreichung der Klimaziele derzeit nicht ausgeschöpft, weil das Thema nicht strategisch in die Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung mit einbezogen werde. "Damit Digitale Technologien und Anwendungen die Klimabilanz in Zukunft weiterhin positiv beeinflussen, ist eine forcierte Digitalisierung unabdingbar. Ein solches Querschnittsthema kann nur von einem Querschnittsministerium gemanagt werden", so Süme.

Diese und weitere digitalpolitische Kernforderungen der Internetwirtschaft formuliert eco auch in seiner Internetpolitischen Agenda zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser und wird dabei unterstützt von 63,2 Prozent der Bevölkerung. Ein Drittel (33,5 Prozent) gibt außerdem an, dass das Thema Digitalpolitik einen großen bis sehr großen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung haben wird. In der Wählergruppe der 18- bis 29-Jährigen sagt dies sogar über die Hälfte (51 Prozent) der Befragten.

Besonders in junger Wählergruppe: Digitalpolitik beeinflusst Wahlentscheidungen

Janina Mütze'Janina Mütze' in Expertenprofilen nachschlagen , Gründerin und Geschäftsführerin von Civey, weist daraufhin, dass gerade in der jungen Wählergruppe der 18- bis 29-Jährigen das Thema Digitalisierung besonders viel Aufmerksamkeit erfährt: "Wir wissen aus unseren eigenen Daten, dass sich 83 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nicht ausreichend von der Politik vertreten fühlen. Das liegt in Teilen daran, dass die Themen dieser Generation noch nicht abgebildet werden. Im digitalpolitischen Wahlbarometer ist der Anteil derer, die Digitalisierung eine große Bedeutung in ihrem Leben zusprechen mit rund 75 Prozent in dieser Altersgruppe am höchsten. Das heißt, besonders in der jungen Wählergruppe könnten die Parteien durch eine ambitionierte Digitalpolitik punkten".

(AutorIn: Christina Rose )

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