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Mail-Marketing: Mit Schwung ins vierte Quartal (I)
31.08.2020 Der E-Commerce konnte im Lockdown profitieren - und mit ihm auch das Mail-Marketing. Öffnungsraten haben sich teils verdreifacht. iBusiness zeigt, wie Sie den Schwung ins Weihnachtsgeschäft mitnehmen.
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Eine Verdreifachung der Öffnungs- und Klickraten beim EMail-Marketing war während des Lockdowns keine Seltenheit (iBusiness berichtete), sogar die Anzahl der verschickten E-Mails wurde um 40 Prozent erhöht . Diese neue Normalität bedeutet für Onlinehändler eine einmalige Gelegenheit, den kommerziellen Erfolg weiter auszubauen.
Bei vielen Onlineshops fehlt es allerdings an der richtigen Strategie, um langfristig 40 Prozent oder mehr der gesamten Shop-Umsätze über das EMail-Marketing zu generieren, und um mindestens 10 Prozent des Onlineshop-Traffics in EMail-Abonnenten umzuwandeln.
Drei simple Schritte zur erfolgreichen EMail-Marketing Strategie
EMail-Marketing ohne Strategie ist wie Kuchen backen ohne Rezept. Einfach einen Haufen Zutaten in einer Schüssel miteinander verrühren, führt selten zum Erfolg. Ein weiteres Problem ist, dass Strategie oft mit Taktik verwechselt wird. Sie sind zwar miteinander verwandt, und Taktiken sind ein wesentlicher Bestandteil der Strategie, aber sie sind nicht das Ein und Alles.Die Strategie beschreibt immer das Was, Wo und Warum, die Taktik beschreibt das Wie. Die Essenz jeder Strategie besteht aber darin zu entscheiden, was Sie nicht tun werden. Denn wer seinen Fokus verliert, erzielt nur halbherzige Ergebnisse.
Schritt 1 - Analyse + Audit der bestehenden Situation
Wer künftig richtige Entscheidungen treffen will, muss die Ausgangssituation kennen. Eine Route von A nach B planen wird schwierig, wenn man nicht weiß, wo man sich befindet oder gar wo man hin will.Audits helfen dabei, die Wirksamkeit und Effizienz einer EMail-Marketing Strategie zu überprüfen. Sie erhalten nicht nur mehr Klarheit, sondern kontinuierliche Verbesserungen können so sichergestellt werden.
Nachfolgende Themen dienen als Grundlage für ein EMail-Marketing Audit und können beliebig erweitert werden.
| Audit Themen | Hilfreiche Fragen |
|---|---|
| EMail-Abonnenten |
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| Daten-Qualität und Listen-Hygiene |
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| Workflow und Prozesse |
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| Key Performance Indices (KPI) |
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| Inhalte und Design |
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| Kampagnen und Automatisierungen |
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Bewerten Sie jedes Audit-Thema mithilfe der nachfolgender Skala und definieren Sie anschließend die Prioritäten. Konzentrieren Sie sich nicht auf alle Bereiche gleichzeitig, sondern wählen Sie ein Thema, wo innerhalb der nächsten zwei Wochen die schnellsten Ergebnisse erzielt werden können.
Skala zur Bewertung der Audit-Themen:
| Bewertung | Beschreibung |
|---|---|
| 0 - Schwach | Nicht erfüllt |
| 1 - Unzureichend | Mit erheblichen Mängeln und nur bedingt nützlich |
| 2 - Gut | Wir haben uns damit befasst und arbeiten daran |
| 4 - Sehr gut | Wir sind gut darin, aber wir können optimieren |
| 5 - Ausgezeichnet | Wir sind einer der Besten in diesem Bereich |
Zusätzlich zum Audit kann natürlich auch die altbewährte SWOT-Analyse genutzt werden. Sie gibt nur eine Übersicht über interne und externe Gegebenheiten. Auf Basis dieser Informationen sollten die Matrixfelder immer miteinander kombiniert werden, um daraus die passende Strategie abzuleiten.
| SWOT-Analyse | |
|---|---|
| Stärken + Chancen Welche Stärken können eingesetzt werden, um die Chancen optimal zu nutzen? | Stärken + Risiken Welche Stärken minimieren das Risiko? |
| Schwächen + Chancen Welche Schwächen müssen eliminiert werden, um die Chancen zu nutzen? | Schwächen + Risiken Was müssen wir tun, damit Schwächen nicht zum Risiko werden? |
Generell gilt: Analysetools als Instrument zur Strategieplanung machen wirklich nur dann Sinn, wenn aus den gewonnenen Informationen Rückschlüsse gezogen werden und anschließend auch eine Umsetzung erfolgt. Nur auf Papier ist ein Audit oder die SWOT-Analyse ziemlich wertlos.
Schritt 2 - Ziele definieren
Bei vielen Onlinehändlern ist oft das einzige Ziel im EMail-Marketing die Generierung von Verkäufen. Umsatz über E-Mails generieren ist absolut keine Kunst und das schafft wirklich jeder Händler.Doch Kunden langfristig mithilfe von EMail-Marketing an das eigene Unternehmen zu binden, zu faszinieren und zu begeistern, damit sie zu echten Fans werden, ist ein völlig anderes Konzept und braucht auch andere Denkansätze. Bitte bedenken Sie, es geht nicht nur darum, irgendwelche Verkaufskampagnen aufzusetzen. Die Conversion sollte auch nie das Endziel sein, sondern ist oft der Anfang einer Kundenbeziehung. Es geht darum, mithilfe einer Strategie - für ein definiertes Kundensegment - eine personalisierte Erfahrung zu schaffen.
EMail-Marketingziele sind immer an den Unternehmenszielen gekoppelt und sollten nicht davon los betrachtet werden, denn von der gesamt Strategie werden die EMail-Marketingziele abgeleitet.
Welches Ziel sollte mit EMail-Marketing erreicht werden?
Wo können Sie den größten Wert schaffen und die besten Ergebnisse erzielen?
Im Großen und Ganzen lassen sich die Ziele des EMail-Marketings in folgende Bereiche unterteilen:
- Branding und Markenbekanntheit steigern
- Neukundengewinnung und Listbuilding
- Lifetime Value (LTV) erhöhen
- Kaufabbrüche reduzieren
- Feedback von Kunden einholen
- Bewertungen und Rezensionen
- Bestandskunden gewinnen
- Unternehmensprozesse unterstützen
- weniger Support-Anfragen
EMail-Marketing kann in wirklich jeder Phase der Customer Journey seinen Beitrag leisten. Wer zum Beispiel den Fokus auf die Post-Purchase Phase legt, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten, das vorhandene Potenzial auszuschöpfen.
Einige Beispiele (einzeln oder kombiniert) für triggerbasierte E-Mails, welche innerhalb einer Automation für diese Phase erstellt werden können:
- Cross-Sell oder Up-Selling-Angebote für Produkte, die der Kunde sich bereits im Onlineshop angesehen hat
- Freunde empfehlen
- ein Abo-Modell
- eine VIP-Mitgliedschaft, wenn Kunden ab einem bestimmten Bestellwert Produkte kaufen
- eine Bewertung für ein Produkt oder Produktkategorie
- eine Social Media Einladung
- ein Bonusprogramm für Kunden, die noch kein Kundenkonto angelegt haben, sprich
- den Gast-Checkout genutzt haben
- den NPS (Net Promoter Score) abfragen, um die Kundenzufriedenheit zu messen
- ...
Egal welches Ziel Sie wählen, es muss immer einem Zweck dienen und Ihrem Unternehmen als Ganzes zugutekommen.
Schritt 3 - KPI festlegen
Im EMail-Marketing werden zu oft Kennzahlen betrachtet, die einfach zu messen sind. Wie zum Beispiel Öffnungsraten, Klickraten oder Bounce Rates. Wenn Sie aber den Erfolg Ihres Geschäfts messen wollen, benötigen Sie völlig andere Kennzahlen.Die wichtigsten Metriken zur Kundenbindung sowie ein simples Framework, um KPI Leistungsmetriken auf sinnvolle Weise mit konkreten Zielen zu verbinden und zu beeinflussen, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt: https://www.ibusiness.de/aktuell/db/530358grollmann.html
In Teil zwei (erscheint am morgigen Dienstag, 1.9.2020) zeigen wir Ihnen die wichtigsten Schritte für die Umsetzung der EMail-Marketing Strategie und wie Sie sich auf das Weihnachtsgeschäft vorbereiten.
