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Chinesische Verbraucher sind besonders ECommerce-affin
14.08.2014 Drei Viertel der chinesischen Konsumenten kaufen mindestens einmal in der Woche über das Internet ein - Weltrekord. Im Online-Handel dürfte China damit schon bald die USA überholen.
2012 haben Chinesen Güter im Wert von 190 Milliarden Dollar online eingekauft. Damit liegen sie zwar noch hinter den USA mit einem Umsatz von 225 Milliarden Dollar. Doch schon bald könnte China die Spitze übernehmen. Für 2015 prognostizieren Experten dem Land Umsätze über das Internet im Wert von 541 Milliarden Dollar.
Erfahrene und anspruchsvolle Online-Shopper
In China sind die Konsumenten dem Online-Shopping gegenüber so aufgeschlossen wie in keinem anderen Land der Welt: So geht jeder zweite chinesische Kunde mindestens einmal im Monat per Smartphone einkaufen, während das weltweit nur 21 Prozent tun. Aber auch Tablets sind im Reich der Mitte beliebt: 46 Prozent nutzen diese Geräte, um entweder monatlich oder sogar wöchentlich damit zu shoppen. Weltweit ist dazu sonst nur jeder fünfte Konsument bereit. Vor allem wegen ihrer größeren Touchscreens sind diese Geräte gerade beim Sichten von Angeboten komfortabler. Im globalen Vergleich zählen die chinesischen Verbraucher zu den erfahrensten.69 Prozent der Konsumenten haben ihren ersten Internetkauf bereits vor drei bis neun Jahren getätigt. Weltweit gilt das nur für jeden zweiten. Gefragt nach den Gründen, im Internet auf Einkaufstour zu gehen, nennen 68 Prozent günstige Preise als wichtigstes Motiv, gefolgt von der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit (46 Prozent). Die chinesischen Verbraucher kaufen über das Internet vor allen Dingen Schuhe, Kleidung, Bücher, CDs und Videospiele sowie Produkte für Gesundheit und Kosmetik.
Handelsmarken als nächste Stufe potenzieller Übernahmekandidaten
Dabei legen die Chinesen Wert auf starke Markennamen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Loyalität zu Brands aus. Das macht westliche Unternehmen mit dem entsprechenden Image zum begehrten Ziel für Übernahmen. Mit der wachsenden kaufbereiten Mittelschicht rücken nun auch Handelsunternehmen und Konsumgüterhersteller stärker ins Blickfeld chinesischer Investoren. Unternehmen der chinesischen Einzelhandels- und Konsumgüterindustrie sind auf der Suche nach attraktiven Investments in Europa und den USA. Sie sind ein wichtiger Teil ihrer Wachstumsstrategie. Sie sichern sich auf diesem Weg modernes Know-how, verbessern ihre Produktqualität und ihr Image. Sie erhalten dadurch nicht nur Zugang zu westlichen Märkten, sondern können die hochwertigen Produkte inzwischen auch auf ihrem Heimatmarkt anbieten.Trotz der für Unternehmer verlockenden Marktaussichten muss der chinesische Markt gesondert betrachtet werden, denn die Unternehmenskultur in China unterscheidet sich erheblich beispielsweise von westeuropäischen Gepflogenheiten. So ist der Ausbau der Infrastruktur in vielen Regionen nicht zufriedenstellend und der Zahlungsverkehr häufig nicht transparent genug. Regelungen und Genehmigungen unterscheiden sich in der Volksrepublik je nach Provinz, was es Unternehmen mit begrenzten finanziellen Mitteln erschwert, landesweit Fuß zu fassen. Hinzu kommt die Sorge der Unternehmen, dass ihre Produkte durch chinesische Konkurrenten kopiert und weiterentwickelt werden könnten - Stichwort Produktpiraterie. (iBusiness: E-Commerce: Vier Schritte für den Online-Geschäftserfolg in China
