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Studie: Tourismus verlagert sich stärker ins Web

16.09.2009 Das Internet gewinnt weiter an Bedeutung für die Tourismusbranche: Bis zur Saison 2014/2015 wird sich der Anteil der Online-Buchungen von aktuell 28 Prozent auf 43 Prozent erhöhen.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Immer mehr Urlauber planen und buchen ihre Reise im Internet. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie 'Krise & Beyond: Multichannel-Dynamik in der Touristik 2009-2015' von GfK  , Sempora  , iProspect    und Google  .

Bis 2015 wird für 29 Prozent das Internet die zentrale Informationsquelle im Kaufentscheidungsprozess sein. Zwar bleibt das Reisebüro auch in Zukunft wichtigster Buchungskanal, verliert aber an Bedeutung. Bei 28 Prozent aller Reisen informieren sich die Kunden zunächst im Internet, um dann stationär zu buchen (ROPO: Research Online, Purchase Offline). Bemerkenswert ist, dass dieser Anteil trotz weiterer Verbreitung von Internet-Anschlüssen bis 2014/2015 nur geringfügig steigen wird. Grund: Der kanalübergreifende Entscheidungsprozess ist häufig Katalysator für eine komplette Abwicklung der Buchung im Internet. In einer Analyse von Panelteilnehmern, die über Jahre ihr Reiseverhalten an die GfK berichten, konnte gezeigt werden, dass es Wanderbewegungen von der reinen Reisebürobuchung über die kanalübergreifende ROPO-Buchung hin zur reinen Online-Buchung gibt.

Während der Entscheidungstypus 'ROPO' vor allem von der puren Verfügbarkeit eines Internet-Anschlusses im Haushalt geprägt wird, sorgt die zunehmende Alltäglichkeit der Internet-Nutzung für die deutliche Verschiebung in Richtung reiner Online-Reisebuchungen. Der stetig steigende Anteil an Breitbandverbindungen mit unbegrenztem Zugang sowie die damit einhergehende häufigere und intensivere Online-Nutzung, wirken sich damit unmittelbar auf das Informations- und Buchungsverhalten in der Touristik aus.

Auch die 'Silver Surfer' wickeln die Vorbereitung ihrer Urlaubsreise zunehmend komplett online ab: Das besonders kaufkräftige und damit reiseaffine Segment der Konsumenten über 50 Jahre hat im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich häufiger online gebucht. Der Blick auf die Einzelsegmente zeigt: Das touristische Kernprodukt, der Pauschalurlaub, wird verstärkt online recherchiert und auch im Internet gebucht.

Die Wirtschaftskrise beschleunigt den Wandel


Die Daten des ersten touristischen Halbjahres 2008/2009 (November 2008 bis April 2009) zeigen einen überproportionalen Anstieg von Reisebuchungen, die komplett online abgewickelt wurden. Die prognostizierte Verlagerung des Informations- und Kaufprozesses ins Internet wird damit bereits jetzt übertroffen: Ein Drittel aller Reisen wurden im Winterhalbjahr online gekauft. Die Wirtschafts- und Finanzkrise dürfte Auslöser für die Beschleunigung sein: Konsumenten neigen in ökonomisch schwierigen Zeiten dazu, ihre Kaufentscheidungen besser abzusichern und preissensibler zu sein. Der Rechercheprozess wird daher intensiviert, Preisvergleiche im Internet helfen, die Angebote verschiedener Reiseanbieter zu prüfen.

Investitionen in Online-Konzepte und -Kampagnen werden sich daher zunehmend lohnen. Zwar bleibt das Reisebüro auch in Zukunft wichtigster Buchungskanal, verliert aber an Bedeutung.

Grundlage für die Studie ist eine Auswertung des GfK-Travelscope, in dem 20.000 private deutsche Haushalte regelmäßig zu ihren geplanten sowie gebuchten Urlaubsreisen befragt werden.

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