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Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
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Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity sichtbar sein will, darf sich nicht auf die eigene Website verlassen. Denn KI-Systeme prüfen, was andere über eine Marke sagen - auf Fachportalen, Bewertungsplattformen, Vergleichsseiten, Reddit oder YouTube. Hier setzt GEO-PR an. Video-Podcast ansehen

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KI in der Praxis

Checkliste: Daran erkennt man kompetente KI-Berater

17.07.2024 Alle sagen: "Holt euch Beratung für euer KI-Projekt!" Und wie unterscheidet man gute Berater und Agenturen von schlechten? So:

KI und KI-Berater - da draußen wimmelt es auf beiden Seiten von Blindgängern (Bild: Sebastian Halm/ Midjourney)
Bild: Sebastian Halm/ Midjourney
KI und KI-Berater - da draußen wimmelt es auf beiden Seiten von Blindgängern

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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
KI wird nicht maßgeschneidert geliefert, man benötigt Fachwissen über individuelle Ziele, Probleme, Fallstricke und Limitationen - falls nicht vorhanden, von außen.
Immer wieder und wieder enden Beiträge zum Thema KI-Projekte mit der Mahnung: Firmen mögen sich doch Expertise ins Haus holen, etwa einen oder eine BeraterIn - auch bei iBusiness.de. Der enorme Bedarf nach Hilfe bei KI-Projekten hat eine Goldgräberstimmung in der Consulting-Branche ausgelöst und jeder behauptet nun, er habe die beste Schaufel. Nach der Studie 'KI im Marketing'    ist etwa die KI-Ausbildung der MitarbeiterInnen eine große Herausforderung. Doch wo genau findet man die passenden ExpertInnen für den Job? Nachdem iBusiness bereits die Checkliste veröffentlicht hat, mit der Unternehmen an den richtigen SEO kommen, folgt hier ein Leitfaden, um den KI-Profi für Ihr Projekt zu finden.

Wie wenig selbst Menschen mit hoher Bildung über KI wissen, hat etwa der Informatiker, KI-Experte und Datenschützer Christian Bennefeld und Betreiber der Seite Datenschutz Zwecklos  , der für ein Gründer-Projekt die Geschäftsideen von StudentInnen beurteilt hat, recherchiert: "Da gibt es die verschiedensten Business-Konzepte, etwa Online-Rechtsberatung, und wenn man nachfragt, wer denn die Expertise stellt, dann sagen 90 Prozent, 'Das machen wir mittels KI'." Aspekte wie Daten, Training, Alignment, Ethik, Rechtssicherheit schubst die alle Einwände verdrängende Kraft des quasi-magischen Tools vom Tisch. "Aber eben nicht jedes Problem kann man mit KI lösen", sagt Bennefeld und rät Firmen, erstmal ihren Case zu definieren und ihre Daten zu sichten. Erstmal sollte ich mir als Firma Gedanken über die Anforderungen machen, die inhouse entstehen, wer kann das lösen?

Checkliste Intern: So erkennen Sie, ob Ihr Unternehmen KI-ready ist

Bevor man also überhaupt mit einer Ausschreibung rausgehen oder sich auf eine gezielte Suche begeben kann, muss man in die Selbstanalyse. Die notwendige interne Betrachtung lässt sich in acht Punkte runterbrechen.
1. Datengesteuerte Entscheidungsfindung: Nutzen Sie bereits Big Data und fortschrittliche Analysetools für tiefere Einblicke in Ihre Geschäftsprozesse? Natürlich müssen Sie nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Soll heißen: Wenn Ihr Marktpotenzial hundert KundInnen weltweit ist, brauchen Sie dazu keine großen Analysetools? Diese hundert werden Sie noch selbst recherchieren und ansprechen können. Aber sobald Sie mit größeren Datenmengen zu tun haben, lohnt sich, diese mit den besten Werkzeugen vorzubereiten und zu analysieren.
2. Technologie-Innovation: Investieren Sie kontinuierlich in neueste Technologien und die Entwicklung eigener KI-Plattformen? Dahinter steht die Idee, ob Ihnen KI und neue Technik eher 'passieren', also zufällig, oder ob Sie diese disruptive Entwicklung für die Wirtschaft systematisch beobachten.
3. Talentförderung: Bilden Sie Ihre Mitarbeitenden regelmäßig in den neuesten KI-Technologien und -Methoden aus? Auch hier ist das Wort 'regelmäßig' wichtig. Also im Gegensatz zu 'zufällig', weil ein Mitarbeiter gerne zu einem bestimmten Training möchte oder weil noch Budget für Trainings übrig ist.
4. Strategische Integration von KI: Haben Sie eine klare Vorstellung davon, wie KI-Lösungen Ihre Geschäftsstrategie unterstützen können? "Hier gibt es unter anderem klassische Mustererkennung, Anomaly Detection - also alles, was nicht generative KI ist. Habe ich dagegen eine Flaschenfabrik, in der ich Formen und Öffnungsgrößen optimieren will und ich hole mir jemanden, der auf generative KI spezialisiert ist", erklärt Christian Bennefeld, "dann fragt der vielleicht nur, wie er denn bitte ChatGPT Flaschen fotografieren soll?"
5. Change Management: Sind Sie darauf vorbereitet, Ihre Belegschaft bei der Anpassung an neue KI-gestützte Prozesse zu unterstützen?
6. Ethische Überlegungen: Haben Sie Richtlinien für den ethischen Einsatz von KI und den Datenschutz in Ihrem Unternehmen etabliert?
7. Branchenspezifisches Fachwissen: Verfügen Sie über das nötige Verständnis, wie KI in Ihrer spezifischen Branche eingesetzt werden kann?
8. Umsetzungskompetenz: Haben Sie die Ressourcen und Fähigkeiten, um KI-Strategien effektiv in die Praxis umzusetzen?

Hat man hier Klarheit über die eigenen Ziele, Ressourcen und Expertise erzielt, kann man nach außen gehen und gezielt nach dem richtigen Berater oder der richtigen Beraterin für sein KI-Projekt suchen.

Checkliste Extern: So erkennen Sie den richtigen Berater

1. Technische Expertise: Verfügen die Beratenden über fundiertes Wissen in relevanten KI-Technologien? Hier laute die Frage: "Welche Erfahrung bringen die BeraterInnen mit, haben sie etwa schon mal ein Foundation Modell (die Basis einer generativen KI) in die Praxis gebracht? Eine Demo eines ChatBots kann man in zehn Minuten bauen", gibt Bennefeld zu bedenken. "Dann bekommt der Berater Applaus, obwohl es noch ein weiter Weg vom Prototyp bis in die Praxis ist." Bei generativer KI ist es übrigens sehr üblich, dass einem KI-ExpertInnen ein Foundation Modell anbieten, auf dem aufgesetzt und das dann mit den eigenen Daten trainiert wird. Daher sei er "eher skeptisch, wenn mir jemand sagen sollte, er will ein eigenes Modell herstellen: Sofort nachhaken, ob das wirklich stimmt, oder ob man eher ein allgemeines Foundation Modell, bei dem nur das Frontend individualisiert wurde." Wenn beispielsweise ChatGPT im Backend arbeitet und nur vorne ein Interface einer Rechtsberatung übergestülpt wird, kann das regelrecht gefährlich oder zumindest teuer werden, wenn die überhaupt nicht speziell trainierte KI inhaltliche Fehlzündungen absondert.
2. Branchenerfahrung: Kann die Beratung Referenzprojekte in Ihrer oder einer ähnlichen Branche vorweisen? Hier stellt sich auch die Frage, wie weit der Service reicht: "Kann der das bei mir ins Rechenzentrum stellen? Und dann meine IT-Abteilung schulen? Hat er Entwicklungserfahrung in meiner Branche, eine Flaschenfabrik in Sachen KI zu beraten, ist etwas ganz anderes als eine Versicherung", sagt Bennefeld.
3. Strategische Kompetenz: Sind die BeraterInnen in der Lage, KI-Lösungen mit Ihren Unternehmenszielen in Einklang zu bringen? Oft hilft es schon, zu fragen, was die Berater von der eigenen Strategie halten. Schaut man dann in fragende Gesichter, ist klar, dass man sich noch nicht mit Ihnen als Klienten beschäftigt hat. Dann ist das Gegenüber KEIN Berater.
4. Kommunikationsfähigkeit: Können die Beratenden komplexe KI-Konzepte verständlich erklären?
5. Projektmanagement: Wie plant und setzt die Beratung KI-Projekte um? Hier wird es teuflisch beim Blick auf die Details, mit denen sich der Laie ungern herumschlägt: "Wo die KI betrieben wird, ist die nächste Frage", sagt Bennefeld: "Im Haus? In einer Private Cloud in Europa? Kann man sich an einen Public Inferenece Endpoint hängen? Das ist OpenAIs Angebot mit seiner API, Mistral etwa nutzt das. Was ist, wenn die Rechnerkapazität in den USA läuft, hat der Dienstleister Erfahrung damit?" Solange Prototypen auf einem Rechner mit ein paar GPUs laufen, sei noch alles leicht - doch dann stelle sich die Frage nach der Produktionsumgebung, sagt Bennefeld: "Wenn man alles inhouse will - kann der Berater das? Kann er mein Rechenzentrum und meine KI-Abteilung so ausrüsten, dass da meine KI läuft?" Denn die Bedürfnisse von KI sind nicht mit alten Serverarchitekturen zu vergleichen - hier wird es schnell teuer.
6. Change Management: Wie unterstützen die BeraterInnen Ihre Mitarbeitenden bei der Einführung von KI-Lösungen? Denn Strategie ist gut und schön, aber von Powerpointseiten alleine, so richtig sie auch sind, kommt noch nicht automatisch eine Umsetzung.
7. Ethische Aspekte: Berücksichtigt die Beratung ethische Fragen und Datenschutz bei KI-Implementierungen?
8. Referenzen: Können Sie frühere KundInnen kontaktieren, um Erfahrungsberichte einzuholen? Und Achtung: Eine Verschwiegenheitsklausel darf keine Ausrede sein. Bitten Sie die Beratungsfirma einfach, ihren Klienten zu fragen, ob er oder sie für ein Hintergrundgespräch zur Verfügung steht. Wenn die Zusammenarbeit wirklich gut war, sollte so ein Hintergrundgespräch ohne Angabe von Projektinformationen eigentlich möglich sein. Falls nicht, würde ich skeptisch werden.
9. Anpassungsfähigkeit: Wie gehen die Beratenden mit unerwarteten Herausforderungen um? "Was macht man wenn der Bot einer Zeitung auf einmal Abos für einen Euro verhökert - wie verhindert man das?", sagt Bennefeld. Die ganze Alignment-Problematik, also die Ausrichtung der KI im Sinne der Firma, sei nochmal ein Thema für sich. "Man muss nach außen schauen, wer die Audience ist, nach innen, wie die Mitarbeiter ticken und daraus erwachsen die Anforderungen an den Dienstleister: Meinen Mitarbeitern kann ich verbieten, dem Bot böse Fragen zu stellen, aber nicht den Kunden!"
10. Preisstruktur: Ist das Preismodell transparent und frei von versteckten Kosten?
Als Tipp gibt KI-Expertin Claudia Bünte: "Priorisieren Sie, was für Sie wichtig ist. Recherchieren Sie ein paar Beratungen/BeraterInnen, die in Frage kommen und erstellen Sie mit Ihren Kriterien eine Übersicht, was sie können und was nicht. Wenn Sie dann noch mit einer Ampellogik hinterlegen, wie diese Kompetenz oder Lücke in der Kompetenz zu Ihren Prioritäten gehört, sehen Sie und Ihre KollegInnen nach diesem Assessment gleich mit Farben, welche PartnerIn für Sie am besten passt."

Und liefert zusätzlich noch eine Kurzfassung der Erkennungsmerkmale eines guten KI-Beraters: "Er verkauft mir KI nicht als Wunderwaffe gegen und für alles, sein Hauptaugenmerk liegt auf dem zielgerichteten Einsatz von KI zur Unterstützung der Erfüllung von Zielen und: Er sieht KI-Strategie als integrativen Bestandteil einer Marketing- oder Vertriebsstrategie und nicht als Stand Alone Lösung."


Die Checklisten, die diesem Beitrag zugrunde liegen, hat KI-Expertin Professor Doktor Claudia Bünte exklusiv für iBusiness erstellt, sie ist die Geschäftsführerin der Kaiserscholle GmbH - Center of Marketing Excellence in Berlin.
Thema: Checkliste: Daran erkennt man kompetente KI-Berater

Kommentar von Sebastian Halm

Ein Berater sollte anders sein als eine KI

... er sollte verstehen, was er von sich gibt.

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Sein Motto: 'Lieber leeres Hirn und volles Konto als umgekehrt' - iBusiness-Kommentator Sebastian Halm kurz nach der Umschulung zum KI-Berater (Sebastian Halm/ Midjourney)
Bild: Sebastian Halm/ Midjourney
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