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Realitätscheck

Von der Vision zur Blase: Was KI in zehn Jahren wirklich verändern wird

15.10.2025 Die einen prognostizieren ein Produktivitäts-Utopia, die anderen die Apokalypse. Jetzt mal nüchtern betrachtet: Was wird KI in zehn Jahren wirklich verändert haben?

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Plötzlich war es da, das böse Wort mit 'B' und seine triste Realität ersetzte das erregend-visionäre Wort mit 'R'. Gefühlt war es gestern, als noch die ganze Branche von der Revolution sprach, und noch immer versuchen ein paar KI-Evangelisten selbige rhetorisch am Leben zu halten - wenn es auch zunehmend kraftlos wirkt, wie in der Diagnose eines SEOs, "(Googles) AI-Modus ist revolutionär - aber er wird sich nur langsam durchsetzen."

Dafür springt das in den Schlummermodus versetzte 'B'-Wort nun gut ausgeschlafen aus der Kiste und taucht wie über Nacht plötzlich überall auf: Blase. Neben der namhaften Bank von England und einem Heer namenloser Experten warnen plötzlich alle davor und die Börsianer wechseln von Gier in den anderen der zwei Modi, die sie beherrschen: Panik. Und zwar nicht davor, dass die KI uns alle vernichtet - das wäre die gute, monetarisierbare Panik. Schlicht Panik, dass all die Invests und Aktienhöhenflüge implodieren.

Was stimmt denn nun? Wartet man und trinkt Tee - was wird KI in ein paar Jahren verändert, wie wird sie unsere Welt geprägt haben - und was wird bleiben?

Bisher ein Hype wie alle anderen auch

De facto folgt KI aktuell komplett dem üblichen Verlauf jedweder technischen Sensation, meist nennt man ihn Hypecycle: "Spult man zwanzig Jahre zurück und ersetzt KI durch Internet, sieht man den gleichen überhitzten Markt", befindet Datenspezialist und Mathematiker Christian Bennefeld, der sich seit dem Hype um OpenAI  's ChatGPT auf die Analyse von KI-Anwendungen spezialisiert hat, "Gerade braucht man KI nur buchstabieren zu können und wird eingestellt. Und bald wird man sagen: Wir sind über's Ziel hinausgeschossen und müssen Scherben kehren - das wird nächstes Jahr anfangen."

Auch Informatik-Professor Doktor Knut Linke von der IU - Internationalen Hochschule   empfindet die Wildwest-Manier, mit der KI gerade gegen alle Regeln auf zu neuen Landen marschiert, als typisch für Hypes: "Es gibt gesellschaftliche Konventionen, die werden dann gebrochen und wir starten mit einem Wildwuchs. Dann kommt Kapital in den Markt, alles wird geglättet und die Grenzen zeigen sich."

Aktuell biegt Künstliche Intelligenz auf den Pfad der Erkenntnis und Produktivität ein - was in erstaunlich vielen Fällen bedeutet: Man erkennt, dass man sooo produktiv mit KI nicht wird - zumindest nicht im erhofften Ausmaße. Sei es in Newsartikeln, Whitepapern oder iBusiness-Webinaren, überall lautet das große Fazit der KI-Piloten fast immer: "KI ist schon recht toll, aber ohne einen Menschen, der nochmal drauf guckt, läuft man Gefahr, episch zu scheitern."

Parallel dazu tauchen allerorts Meldungen auf, in denen KI nicht die Erwartungen trifft, nur ein Bruchteil der KI-Projekte einen messbaren ROI abwirft (siehe iBusiness-Analyse) oder in denen ahnungslose Männer behaupten, sie wüssten schon irgendwie mehr über diese KI als es Frauen tun (iBusiness berichtete). Tatsächlich sagt die letzte Meldung über die genuine Überheblichkeit vieler Männer einiges darüber aus, was bisher der stärkste Beitrag der KI zum Status Quo ist.

Für einander geschaffen: Eine faschistoid gefärbtes Tool für die Renaissance der Autokratie

Jobs, Gesundheit, Kompetenz - der Bias in den Algorithmen ist dokumentiert: Wer "KI benachteiligt Frauen" bei Google   eingibt, hat genug Studien zu lesen bis Weihnachten. Tatsächlich scheinen viele Techbros, die hinter den KI-Technologien stehen, ähnlich zu ticken, wie die Manager, die in der zitierten Umfrage maskulines Techverständnis genuin höher ranken als weibliches. Und es trifft nicht nur Frauen - Minderheiten kommen nicht gut weg in den lernenden Algorithmen. Was naturgemäß das Ergebnis ist, wenn man eine KI mit sämtlichen Texten aus den Archiven der Menschheit trainiert: Die meisten davon sind buchstäblich von gestern und echoen Ressentiments wider, die erst in den vergangenen hundert Jahren langsam aufweichten, wenn überhaupt.

Denn tatsächlich scheint sich die Aufklärung auf dem Rückzug zu befinden und mit ihr die globale Neigung zur Demokratie als bevorzugte Staatsform, wie es unter anderem der Transformationsindex der Bertelsmann-Stiftung   feststellt: "Und Autokratien haben einen Hang zur Beschränkung der Medienfreiheit und dazu, eigene Vorstellungen in den Vordergrund zu rücken. Und an dieser Stelle kommt kI ins Spiel", sagt Professor Ralph Sonntag Digitalexperte, Marketing-Fachmann und Rektor der Hochschule Stralsund  : "In Social Media liefert sie personalisierte, autoritäre Botschaften - für Asylkritiker die entsprechenden Mauerbau-Postings. KI kann solche Botschaften viel effizienter verknüpfen, man kann sie Aussagen formulieren lassen, die kalkuliert an die Grenze des Legal-Sagbaren gehen. Und nichts hält einen Trump davon ab, OpenAI aufzutragen, die Ausgabewahrscheinlichkeiten so zu trainieren, dass wertekonservativ und unkritisch geantwortet wird."

So erhält jeder Bürger, der sich bisher eigene Social-Media-Blasen aufbauen musste, um sein schräges Weltbild bestätigt zu sehen, die Querdenker-Meinungen nun von der KI: die Automatisierung der Echokammern. Besonders gefährlich ist dieses Phänomen am rechten Rand der Gesellschaft: Hier seien die Menschen überdurchschnittlich stark vernetzt, so Sonntag: "Wenn ChatGPT den Klimawandel als menschengemacht, kann man mit einer Gegen-'Studie' antworten, die man selbst erstellt und auf seine Webseite geladen hat. ChatGPT gelobt dann freundlich, dies künftig bei Antworten zu berücksichtigen." Man könne also KI-Maschinen konzertiert verwirren: "Wer kontrolliert die QuellenValidität? Hier ist die starke Vernetzung der Rechten besonders gefährlich: Sie können weltweit diese Fake-Studie variiert publizieren und die KI in einer Weise unterwandern, bei der sich der Ursprung der Falschinformation kaum mehr nachvollziehen lässt."

In diesem Sinne ist es tatsächlich das denkbar günstigste Zeitalter für den Erfolg der KI. Denn sie erfüllt ein unterschwelliges Grund-Bedürfnis der Menschheit, sich täuschen zu lassen - sei es über große Themen wie Klimawandel und Deep State, noch größere wie die anstehende Roboter-Apokalypse - oder vergleichsweise einfaches wie das Ende der Textarbeiter in Agenturen. Auch die Neigung einer von Krise, Krieg und Corona zutiefst verunsicherten Gesellschaft zur Panik wird von ihr bedient: Wenn wir keine Panik mehr vor der KI haben, dann eben vor dem Platzen der KI-Blase.

Wie realistisch ist aber die Furcht, dass ich morgen zur Arbeit komme und eine KI macht meinen Job?

Der Mensch gegen die Maschine - ein unfairer Kampf... für die Maschine

"Seitdem es den Menschen gibt, will er sich selbst arbeitslos machen", befindet Informatiker Linke: "'Ich baue mir jetzt eine Axt, dann geht die Arbeit schneller und ich habe mehr Zeit!' - das hat noch nie funktioniert. Das Kapital findet immer neue Verwendungszwecke für die freigesetzten Kapazitäten. Die Werkzeuge, die wir erfinden, reduzieren vielleicht die bestehende Arbeit - aber immer kommt neue dazu!"

Wo KI nachhaltige Veränderungen schaffen wird, ist die Informationsgesellschaft: Alles, wo Infos verdichtet, zusammengefasst werden. Doch sobald diese Jobs nur leicht in die Nische gehen, wird es schwer für die Algorithmen: "Eine Studie hat die Jobs von Developern im KI-Zeitalter untersucht, die an OPenSource-Software mitgeschrieben haben - da hilft KI wenig, das ist zu speziell", sagt Linke. "Was wir überall verstärkt sehen, ist der Wegfall der Juniorstellen. Da wird eine nicht zuverlässig messbare Zahl an Jobs verloren gehen. Dafür gibt es dann mehr Seniorstellen, wo die KI als persönlicher Assistenz eingeplant ist."

KI ist weit davon entfernt, die unheilvolle Kraft zu werden, die dem Homo Sapiens die Weltherrschaft aus den Fingern windet: Sie sitzt noch tief, tief im Werkzeugstadium, braucht nicht nur den Menschen, der sie trainiert und einsetzt, sondern auch ihre Ergebnisse kontrolliert. "Es gibt die kontrovers diskutierte Idee, dass eine AGI möglich ist - eine Künstliche Intelligenz, die wie der Mensch neue Felder erschließen kann; die sich in einer Intelligenzexplosion, der sogenannten Singularität, vom Werkzeugstadium emanzipieren kann", sagt Thomas Zöller, Professor für Data Science und Artificial Intelligence an der IU. Doch nicht mal darüber, wie man zur AGI kommt, besteht Einigkeit: "Die Mehrheit denkt, dass es die Bildgeneratoren und die großen Sprachmodelle, die LLMs, sind, die dorthin führen."

So strebt die Entwicklung einer tieferen Kluft entgegen, als sie sich Mensch oder KI jemals hätten träumen lassen: Auf der einen Seite das Konzept des Superhumans, einer dem Menschen überlegenen Intelligenz - auf der anderen Seite stehen die Lohnsklaven, die diese KI trainieren und optimieren: Menschen, die in fernen Ländern zu Tiefstlöhnen unter unmenschlichen Bedingungen Tags generieren oder Daten strukturieren - iBusiness berichtete über die Lohnsklaven, die sich in Madagaskar zu 35 Mann eine Toilette teilen oder die Niedriglöhner, die am Ende von Überwachunsgkamera-Streams sitzen und vorgeben, eine KI zu sein, die die Aufnahmen überwacht, weil sich das besser verkauft.

Ist die KI und vor allem die superhumane AGI also ein Hirngespinst oder Wunschtraum? Schwer zu sagen. Thomas Zöller hält es für möglich, dass wir einer AGI näher sind, als je zuvor, aber ob das nun Jahre oder Jahrzehnte bedeutet, mag er nicht abschließend beurteilen. "Manche sagen wir müssen die LLms weiter skalieren, dann kommen wir zu unserer AGI - das scheint aber eine Minderheitenmeinung zu sein und ich teile sie auch nicht." Vielleicht seien die großen Sprachmodelle wie ChatGPT ein Teilbaustein einer künftigen Super-KI, "aber was dann noch fehlt... wenn ich das wüsste!", schmunzelt der Wissenschaftler: "Welches die tragfähige Technologie sein wird, wissen wir noch nicht. Überzeugend finde ich das Argument, dass wir die KI irgendwann in einen Körper gießen müssen, ihr eine Physis verleihen, damit sie sich in unserer Welt bewegen kann."

Und damit wäre man beim dem Thema, dass sich gerade, ganz langsam als der nächste Hpe herauskristallisiert.

Robotik - Der Schlüssel, der die KI-Weltherrschaft entsperrt?


Es war der vielleicht intelligenteste und scharfsinnigste Satz, den jemals jemand über KI in der Post-ChatGPT-Ära geäußert hat. Vor die Füße hat ihn uns die Science-Fiction-Autorin Joanna Maciejewskah geworfen, ausgerechnet auf X  : "Ich möchte, dass die KI meine Wäsche macht, damit ich schreiben kann, nicht, dass die KI schreibt, damit ich meine Wäsche waschen kann."

Dummerweise braucht es dafür aber mehr als einen zusammenprogrammierten Piloten für die Investoren, sondern extrem komplizierte physische Konstruktionen, die das menschliche Handwerk bislang noch nicht herstellen kann - und, wie mein Kollege Christian Gehl in seiner Analyse zum Status der Robotik aufzeigte. Vielleicht werden wir sie sogar nie herstellen können. Ironischerweise hält schon wieder jenes menschliche Körperteil die KI und und die Affen gleichermaßen von der Weltherrschaft ab, den schon die Bildgeneratoren lange nicht hinbekamen: die menschliche Hand. Unter anderem.

Roboter können Blutklumpen in menschlichen Blutgefäßen entfernen, aber keine Tasse Kaffee aus der Spülmaschine nehmen, auffüllen und servieren. Moravecsches Paradox nennt sich das: Roboter scheitern an Fähigkeiten, die Kleinkinder intuitiv erfüllen. Das ist sowohl physisch bedingt - die Hardware ist schlicht zu grobschlächtig dafür. Es hat aber auch Software-Gründe: Eine KI funktioniert in den artifiziellen, virtuellen Umgebungen, in denen sie geboren wurde, aber nicht in der Realität: "Sagen wir mal, ein Klempnerroboter, der zu drei Leuten gerufen wird, sieht drei verschiedene Räume: Einen Altbau, einen Neubau, eine kernsanierte Baustelle", sagt Zoeller. "Das macht der Klempner-Stift mit Links, Maschinen können es nicht."

Doch einer KI fehlt nicht nur der Impuls, sich auf mögliches Chaos einzulassen: Es ist vor allem die rätselhafte Leistungsfähigkeit des Gehirns, die jede KI in den Schatten stellt. Vielleicht ist der Verstand langsamer als der Algorithmus, aber "Menschen lernen erstens selbstmotiviert. Sie spielen Schach und werden dann neugierig auf Go, sehen sich die Parallelen an", sagt Zoeller. "Und zweitens lernen Menschen aus unfassbar wenig Daten im Vergleich zur Maschine: Ein Mensch liest einen oder zwei Texte eines Schriftstellers und erkennt seinen Stil wieder. Das vermag keine Maschine."

Was kommt also auf uns zu? Also wirklich?

Es mag der Eindruck entstehen, dass mit der KI-Blase auch bald die KI zerplatzen wird, doch das ist denkbar falsch. KI wird die Welt prägen, Arbeit verändern und ein ähnlicher Bestandteil des Alltags werden wie Buchdruck, Telefonie und Internet. Indes werden die Verwerfungen, die sie auslösen wird, keineswegs so heftig ausfallen wie es Apokalyptiker und KI-Stakeholder gerne hätten. In den kommenden Jahren kommen vielmehr eine Reihe Probleme und Chancen auf uns zu, die vergleichsweise banal, kleinteilig und unsexy anmuten.

Christian Bennefeld geht davon aus, dass klassische Callcenter nur noch eine Haltbarkeitszeit von etwa zwei Jahren haben, "theoretisch ist es heute schon möglich, sie mit KI zu ersetzen: Spracherkennung ist kein Problem mehr, die Sprachausgabe auch nicht - bald wird dann noch die Kopplung mit Agenten kommen, die Emotionen erkennen." Auf einem anderen Sektor sieht Bennefeld dagegen einen neuen Markt entstehen: Security. "Viele Agenturen haben bei KI rein auf Funktionalität gesetzt, ohne Rücksicht auf Sicherheitsbedenken. Da steht ein großer Dämpfer an: Ich denke, was früher Firewall-Anbieter waren, könnten im Agenten-Zeitalter solche Firmen werden, die auf KI und Agentenlösungen spezialisierte Sicherheitslösungen anbieten."

Grenzenloses Wachstum? Wahre Hemmschuhe für Künstliche Intelligenzen

Securityprobleme werden zwar Bedenken hervorrufen - aber aufhalten werden sie den KI-Erfolg nicht. Gibt es ernstzunehmende strategische Limitationen für den KI-Erfolg? Manchmal wird hier der Datenmangel genannt, der in einen Kollaps der großen Modelle münden könnte, auch bei iBusness. De facto gehen Experten aber davon aus, dass die Anbieter darauf reagieren und den Betrieb der KI erhalten können werden - so wie Autos in Anbetracht des fossilen Ressourcenmangels sparsamer wurden oder alternative Antriebe entdeckten. Auch am Energie-Bedarf wird geforscht: Manche Modelle kommen mit minimalen Rechenleistungen aus, Microsoft-Boss Bill Gates plant in Firmen vorgefertigte Miniatomkraftwerk   in die Landschaften zu stellen (ein Kernkraftwerk, das auf Windows läuft? Was kann da schon schiefgehen!).

Nein, wenn es wirkliche Hindernisse für KI gibt, dann liegen sie in den wirtschaftlich, politischen Rahmenbedingungen einzelner Länder - wie vor allem Deutschland. Politikwissenschaftler Oliver Suchy leitet die Abteilung 'Grundsatz und Gute Arbeit' im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und leitet die Abteilung "Digitale Arbeitswelten" - und er sieht nicht ohne Sorge auf die Geschwindigkeit, mit der wir auf die Transformationen reagieren, die KI mit sich bringt: "Die Bundesrepublik ist aktuell noch zu langsam, um KI in die Breite der Arbeitswelt zu bringen. Dazu kommt, dass wir unter großem ökonomischem Druck stehen, weil sich die Bedingungen weltweit verschärft haben. Dieser Kontext lässt befürchten, dass Firmen KI nicht als Innovation, sondern als Rationalisierungsinstrument benutzen. Und tatsächlich wollen laut Ifo-Umfrage 27 Prozent der Unternehmen die Technologie in den kommenden Jahren für Personalabbau nutzen."

Dabei könnte KI wunderbar der demografischen Entwicklung entgegenwirken, die aktuell gegen die deutsche Wirtschaft arbeitet: "Heute haben wir einen Fachkräftemangel, der nichts gegen das ist, was in den nächsten zehn Jahren auf uns zukommt. KI könnte diese Lücken füllen und Produktivität fördern, doch dies ist kein Selbstläufer. Dafür müssen wir einen neuen, erweiterten Mitbestimmungsmodus schaffen, die Kompetenzen erhöhen, ein neues Mindset etablieren. Viele Betriebe fahren jedoch auf Sicht und haben immer noch immer die alte Politik der 80er." Stattdessen müsse man "in den Betrieben die Prozesse verbessern, Kräfte bündeln, Bildungsangebote evaluieren. Wir sind da auf dem richtigen Weg, aber wir müssen schneller besser werden."

Vier Zukunftsszenarien wie KI die Welt langfristig verändert

Best-Case-Szenarien
Worst-Case-Szenarien
Aktiv
10%
Best-Case-Szenario

Das Zeitalter der reflektierten Kooperation

Künstliche Intelligenz wird nicht zur Bedrohung, sondern zum Werkzeug einer neuen Ära der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Die Gesellschaft hat aus der KI-Blase gelernt und schafft verlässliche ethische, rechtliche und bildungspolitische Rahmenbedingungen. Bias-Probleme werden dank diverser Entwicklerteams und neuer Prüfmechanismen reduziert. Die Gesellschaft entwickelt eine neue Medienkompetenz, die algorithmische Manipulationen erkennt und hinterfragt.

Aktiv
20%
Worst-Case-Szenario

Das Zeitalter der strukturellen Verschiebung

Die KI-Blase platzt, doch anstatt einer Katastrophe folgt ein zäher Anpassungsprozess. Fortschritte finden statt, aber viele Chancen bleiben ungenutzt, vor allem in Ländern mit schwerfälligen Strukturen wie Deutschland. Nach dem Hype kommt Ernüchterung: KI bringt zwar Automatisierung, aber kaum revolutionäre Produktivität. Viele Arbeitsplätze im mittleren Qualifikationsbereich verschwinden, neue entstehen nur langsam. Unternehmen nutzen KI primär zur Kostensenkung - weniger als Innovationsmotor, mehr als Rationalisierungswerkzeug.

Passiv
30%
Best-Case-Szenario

Die Ära der algorithmischen Autokratie

Die Menschheit verliert die Kontrolle über ihre Informationsräume. KI wird zum Machtinstrument autoritärer Systeme und Konzerne. Während Demokratien sich in ethisch-juristischen Fragen verzetteln, nutzen Autokratien die KI zur Manipulation. Die Automatisierung der Echokammern schafft eine fragmentierte Gesellschaft, in der jeder seine eigene, KI-verstärkte Realität bewohnt. Wertschöpfungsketten wandern in Richtung weniger Konzerne, die Trainingsdaten, Rechenzentren und Agenten kontrollieren. Die Arbeit machen Datenproletarier in Billiglohnländern.

Passiv
40%
Worst-Case-Szenario

Die pragmatische KI-Welt

Nach den ersten Enttäuschungen stabilisiert sich der Markt: Viele Anwendungen verschwinden, einige etablieren sich (Automatisierung von Routineaufgaben, Textproduktion, Sprachassistenz, medizinische Diagnosen). Arbeit verändert sich, aber der Mensch bleibt unverzichtbar: KI schreibt erste Entwürfe, Menschen prüfen, kuratieren, interpretieren. Politisch wird KI reguliert, aber oft zu spät. Fehlentwicklungen (Datenmonopole, Fehlinformation) werden teilweise korrigiert, teils akzeptiert. Insgesamt wird das Leben bequemer - aber nicht besser oder schlechter.

Thema: Von der Vision zur Blase: Was KI in zehn Jahren wirklich verändern wird

Kommentar von Sebastian Halm

La Grande Peur

Jede Revolution bringt auch eine große Furcht mit sich. Die spannende Frage ist, ob sie darüber hinauskommt.

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Kommentator S. Halm und Kumpel (ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
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