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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Forschungsergebnis: ChatGPT ist weniger intelligent als befürchtet oder erhofft
22.08.2024 KI-Modelle wie ChatGPT sind laut einer neuen wissenschaftlichen Studie offenbar weniger selbstständig lernfähig als bisher angenommen.
Im Mittelpunkt der Forschung stehen unvorhergesehene und plötzliche Leistungssprünge der Sprachmodelle, die als "emergente Fähigkeiten" bezeichnet werden. WissenschaftlerInnen hatten nach Einführung der Modelle festgestellt, dass diese mit zunehmender Größe und der Menge an Daten, mit denen sie trainiert wurden (Skalierung), leistungsfähiger wurden. So konnten die Tools mit zunehmender Skalierung eine größere Anzahl sprachbasierter Aufgaben lösen - beispielsweise gefälschte Nachrichten erkennen oder logische Schlussfolgerungen ziehen.
Das weckte zum einen die Hoffnung, dass eine weitere Skalierung die Modelle noch besser machen würde. Zum anderen kam aber auch die Sorge auf, dass diese Fähigkeiten gefährlich werden könnten, da sich die LLMs quasi verselbständigen und der menschlichen Kontrolle womöglich entziehen. Als Reaktion wurden weltweit KI-Gesetze eingeführt, darunter in der Europäischen Union und in den USA.
Die AutorInnen der aktuellen Studie kommen nun allerdings zu dem Schluss, dass es für die mutmaßliche Entwicklung eines differenzierten Denkvermögens der Modelle keine Beweise gebe. Stattdessen erlangten die LLMs die oberflächliche Fertigkeit, relativ einfachen Anweisungen zu folgen, wie die Forschenden zeigten. Von dem, was Menschen können, seien die Systeme noch weit entfernt. Die Studie wurde von TU-Informatikprofessorin Iryna Gurevych und ihrem Kollegen Dr. Harish Tayyar Madabushi geleitet.
"Unsere Ergebnisse bedeuten jedoch nicht, dass KI überhaupt keine Bedrohung darstellt", betonte Gurevych. "Wir zeigen vielmehr, dass die angebliche Entstehung komplexer Denkfähigkeiten, die mit bestimmten Bedrohungen verbunden sind, nicht durch Beweise gestützt wird und dass wir den Lernpozess von LLMs doch gut steuern können. Daher sollte der Fokus künftiger Forschung auf weiteren Risiken liegen, die von den Modellen ausgehen, beispielsweise auf deren Potenzial, zur Generierung von Fake News genutzt zu werden."
