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Checkliste: 55 Methoden, ein erfolgreiches Web-2.0-Produkt zu entwickeln

28.01.2009 Je mehr Social Networks, Communities und Web-2.0-Anwendungen man sich ansieht, um so mehr Erfahrungen für den Erfolg bei der Software-Architektur und dem Produkt-Design lassen sich allgemein herauskristallisieren. Dion Hinchcliff hat das für den US-amerikanischen Markt gemacht. Hier ist nun die iBusiness-Version für das deutschsprachige Web 2.0.

 (Bild: Dion Hinchcliffe)
Bild: Dion Hinchcliffe
Bild: Dion Hinchcliffe unter Creative Commons Lizenz by
Fragt man Web-2.0-Unternehmen, wohin ihr Geld geht, dann bekommt man zur Antwort: Ins Marketing. Die durchschnittlichen Marketingsausgaben zur Gewinnung von 1.000 Unique Visitors beziffern Web-2.0-Unternehmen mit durchschnittlich 145 Euro. 83 Prozent investieren bis zu fünf Euro pro neu registriertem Nutzer, Die durchschnittlichen Ausgaben pro Neukunde betragen 3,10 Euro, so eine Studie der FH Bonn-Rhein-Sieg  . Doch der eigentlich Gewinn oder Erfolg macht sich in der Regel schon viel früher fest: Bei der Software-Architektur und dem Produkt-Design. Die zahlreichen Regeln und Erkenntnisse, die das Web inzwischen hervorgebracht hat, sind hier zusammengefasst:

  1. Beginnen Sie Ihre Anwendung mit einem einfachen Problem, dass Sie lösen wollen
  2. Entwickeln Sie einen Prototyp so früh wie möglich
  3. Lassen Sie die Menschen Ihres Netzwerks so früh wie möglich und so oft wie möglich mit ihrem Prototyp arbeiten
  4. Neue Versionen müssen schnell erscheinen und oft erscheinen
  5. Steuern Sie Ihre Software-Entwicklung anhand der Zahlen, die wirklich zählen (Häufigste Nutzerbeschwerden? Meistgenutzte Features? Nutzerzahl? Nutzerverhalten?)
  6. Besorgen Sie sich Webanalyse-Zahlen und arbeiten Sie diese in Ihre Software-Entwicklung ein
  7. Entscheiden Sie sich bei 'Points of no return' so spät wie möglich. Lassen Sie sich Alternativen so lange wie möglich offen
  8. Erst kommt die Produktidee. Dann kommt die Technik.
  9. Bei der Wahl der Technik: Überlegen Sie sich, welche Fertigkeiten und Fähigkeiten dazu nötig sind - und welche Ihre Mitarbeiter haben.
  10. Balancieren Sie Programmier-Produktivität und Betriebskosten aus (Ruby on Rails beispielsweise ist schnell zu entwickeln, aber teuer beim Betrieb mit Millionen Nutzern)

  11. Steuern Sie Programmierer-Produktivität und Entwicklungsumgebung gegeneinander aus
  12. Das Testing nimmt in Web-Anwendungen ein deutlich größeres Zeitbudget ein, als in normaler Software
  13. Um Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit zu erreichen, müssen sie statt klassischem Anwendungs-Hosting eher auf Lösungen setzen wie 3Tera  , Amazons Elastic Compute Cloud   oder Googles App Engine  .
  14. Nutzen Sie eine Open-Source-Strategie
  15. Nutzer von Mobilen Browsern sind genauso wichtig wie die von klassischen Browsern
  16. Suche ist die neue Navigation - sie muss in Ihrer Anwendung besonders einfach zu nutzen sein
  17. Aktivieren Sie das AAL-Prinzip: Wann immer Nutzer Daten in ihr System stellen können: Erleichtern Sie dies.
  18. Bieten Sie ein API an, um sich Partnern und der Welt zu öffnen
  19. Stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt Widget-fähig ist
  20. Bauen Sie Funktionen ein, die Ihr Produkt viral machen

  21. Der Link ist der Kern des Webs. Ihre Website muss linkreich sein
  22. Bauen Sie eine Community rund um Ihr Produkt und pflegen Sie sie
  23. Entwickeln sie ein Design, das up-to-date ist, zwingend und sauber
  24. Ladezeit zählt. Optimieren Sie sie regelmäßig.
  25. Die Nutzererfahrung sollte dem Komplexitäts-Gradienten folgen (Anfänger brauchen weniger Funktionen als Experten)
  26. Monetarisieren Sie jede Page-Impression
  27. Die Daten der Nutzer gehören ihnen, nicht Ihnen
  28. Gehen Sie zu den Nutzern. Zwingen Sie sie nicht, zu Ihnen zu kommen
  29. SEO ist wichtig wie nie, also designen Sie dafür
  30. Kennen sie die polulären Web-Standards und nutzen sie sie (CSS, Javascript, XHTML, HTTP, ATOM, RSS, XML, JSON...)

  31. Verwenden Sie Web Oriented Architecture WOA
  32. Enterprise-Anwendungen sollten eine serviceorientierte Architektur (SOA  ) besitzen
  33. Verwenden Sie Feeds, Aggregatoren und Syndication, um ihre Inhalte im Web zu streuen
  34. Baue Deine Anwendung auf den Schultern von Giganten (nutze APIs. Entwickle nichts, was es schon gibt)
  35. Lassen Sie Ihre Nutzer sich so früh wie möglich registrieren
  36. User Generated Software: Lassen Sie Ihre Nutzer Ihr Produkt mitentwickeln
  37. Stellen Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen her, dass andere auf ihren Daten und ihrer Plattform Services anbieten können
  38. stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt einen starken Netzwerkaspekt hat
  39. Verstehen Sie Web 2.0 Design- und Geschäftsmodelle
  40. Integrieren Sie kohärente soziale Erfahrungen in Ihr Produkt (Reeds Gesetz  ).

  41. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Businessmodell fliegt. Optimieren Sie Entwicklungs- und Designprozess darauf. Nicht auf Masse, Traffic oder Schönheit
  42. Nutzen Sie neue Entwicklungsmethoden wie Crowdsourcing
  43. Es geht um erstens Usability, zweitens Usability, drittens Usability
  44. Sicherheit ist kein Nice-to-have_, sondern ein must-have
  45. Belastungstests sollten regelmäßig stattfinden. Nicht nur beim Produktstart. Da aber in jedem Fall.
  46. Backup- und Desaster Recovery: Sie sollten einen Plan haben. Und sich daran halten.
  47. Gute Web-Anwendungen wissen, dass es mehr gibt als das Web. (Desktop-Widgets? RFID- und GPS-Sensoren? Kioskterminals?)
  48. Sehen Sie sich dort um wo das Web wächst: An seinen Rändern. (Semantisches Web? Web 3.0? Mobile Web?)
  49. Planen Sie damit, ständig weiterzuentwickeln. Denn das Web steht niemals still
  50. Entwickeln Sie sich selbst weiter. Und Ihre Web-2.0-Strategie (Eine iBusiness-Premium-Mitgliedschaft ist ein guter Aspekt dabei)

  51. Kalkulieren Sie bei der Zeitplanung mit Pannen und Verzögerungen
  52. Planen Sie bei der Berechnung der Manpower Krankheitstage ein
  53. Rechnen Sie mit unvorhersagbaren Kosten.
  54. Denken Sie an Steuern, Sozialabgaben und Kosten für die Künstlersozialkasse.
  55. Geben Sie Geld für einen Anwalt aus, um Ihr Produkt nach Medien-, ECommerce- und Wettbewerbsrechten sicher zu machen.

Die englischsprachige Version   von Dion Hichcliffe ist natürlich viel ausführlicher und schöner.

Weitere Tipps bitte in die Kommentare.
Thema: Checkliste: 55 Methoden, ein erfolgreiches Web-2.0-Produkt zu entwickeln

Kommentar von Joachim Graf

Weiter gefaßt

55 Erkenntnisse für ein erfolgreiches Web-2.0-Unternehmen. Eigentlich ist diese Überschrift missverständlich. Denn diese Checkliste geht weit über das Web 2.0 hinaus. Was in der Natur der Sache - in diesem Fall: des Internets - liegt.

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 (jg)
Bild: jg
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Susanne Philipp
Von: Susanne Philipp ,  UEBERBIT GmbH ,  Verbindungen
Am: 28.01.2009

Zu: Checkliste: 55 Methoden, ein erfolgreiches Web-2.0-Produkt zu entwickeln

Kurze Anmerkung, Dion Hinchcliffe wird mit n geschrieben.

Zu: Checkliste: 55 Methoden, ein erfolgreiches Web-2.0-Produkt zu entwickeln

Nanke nür nen Ninweis. Nich nabe nas "N" neingefügt...
Noachim Nraf
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