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Marketing-Zukunft: Wie der Markt für SEO, Mobile und Social Marketing schrumpft
16.03.2017 Nach dem Zeitalter des Online-Marketings und dem Zeitalter des Daten-Marketings zieht nun das Zeitalter des Maschinen-Marketings auf. Die Folge: Dem Marketing brechen die Kommunikationsräume weg: Nutzer ziehen sich in geschlossene Systeme zurück, digitale Türsteher werden mächtiger. Was das für die sieben wichtigsten digitalen Marketingdisziplinen von Affiliate bis SEM bedeutet - und welche Auswege es gibt.
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Marketing verändert sich erneut: Marketer versuchten auszurechnen, welche Botschaft optimal wann an wen geschickt werden sollte. Dummerweise versteckten sich die eingeborenen Nutzer von Digitalien zunehmend hinter den Mauern von versiegelten Ökosystemen: Social Media, Messenger, Apple.
Wenn also das nächste Zeitalter des Marketings anbricht - und die Dämmerung hat bereits begonnen - so wird sein großer Kreuzzug darin bestehen, die Burgen der Nutzer zu stürmen: Wie überredet man Nutzer in geschlossenen Systemen dazu, Werbung einzulassen, wenn sie klopft?
iBusiness hat diese Entwicklung des digitalen Marketings in drei Zeitaltern zusammengefasst:
- das Zeitalter des Online-Marketings
- das Zeitalter des Daten-Marketings
- und das Zeitalter des Maschinen-Marketings.
| Die drei Zeitalter des Marketings | |||
|---|---|---|---|
| Online-Marketing | Daten-Marketing
Bild: Pixabay / CC0
| Maschinen-Marketing | |
| Zeit | ab 2007 | um 2017 | um 2027ff |
| Tatort | Web | Web/Mobile; Ökosysteme | Ökosysteme/virtuelle Assistenten |
| Motiv (anvisierte KPI) | Reichweite (Impressions) | Performance (Klicks) | Kunden-Bindung/-Zugang (Permissions) |
| Komplizen/Partner | Menschen | Algorithmen | Künstliche Intelligenz |
Es handelt sich hier also um eine Analyse von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der wichtigsten Marketingkanäle, die wir heute kennen: SEO, SEA, Social, Newsletter, Banner, Affiliate und Mobile. Und die Analyse hat gezeigt, dass sich die Zeitalter vor allem in drei Dimensionen unterscheiden.
- Kommunikation: Auf dieser Achse untersuchen wir, inwiefern der Adressat des Marketings der Konsument selbst ist - ein Mensch aus Fleisch und Blut. Oder ob die Marketer mit Maschinen und anderen artifiziellen Instanzen, etwa wie Algorithmen, eine stellvertretende Konversation führen. Während man also beim Newsletter-Marketing in 2007 explizit für Menschen schrieb, tüftelte zeitgleich der SEO daran, die Algorithmen von Google möglichst effektiv auszutricksen - menschliche Faktoren wie Mehrwert der Ergebnisse oder Usability der optimierten Seite waren egal.
- Ökosystem: Wo findet die Optimierung der Werbebotschaft statt? Hier unterscheiden sich die drei Zeitalter in der Offenheit des Spielplatzes, auf dem sich die Marketer tummeln, zur Verfügung steht alles vom komplett offenen Web bis zum hermetisch geschlossenen Ökosystem (etwa einem Apple iTunes ).
- Targeting: Diese Dimension spannt sich zwischen ungezieltem Marketing, etwa einem Newsletterversand an alle Bestandskunden, und präzise getargtetem Marketing auf - beispielsweise einer Banner-Ad, die nur in Social Media an katholische Busfahrer ausgeliefert wird, die in den letzten drei Tagen Katzenstreu im Web angesehen haben.
Wir haben diesen Marktraum für jede Disziplin und die jeweils drei Marketing-Zeitalter festgelegt. Je kleiner die aufgespannte farbige Fläche wird, umso mehr ist die Marketingdisziplin maschinell gesteuert, desto präziser ist sie getargetet und desto hermetischer ist das Ökosystem, in dem sie sich bewegt.
| Die Transformation der Disziplin SEO |
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Heute, 2017, ist SEO eine deutlich hermetischere Angelegenheit geworden: Sie muss die Gesetze geschlossener Marketing-Kosmen wie Shops (Produkt-SEO)Appstores oder Social Media beherrschen, Fragen von Zielgruppen dürfen ihr alleine schon deswegen nicht egal sein, weil Sichtbarkeit in Marken-affinen Foren und Blogs gewonnen wird.
Die Zukunft des SEOs dagegen ist eine hermetische, getargetete und wieder stärker maschinenorientierte - SEO wird, sobald Agentenoptimierung zum Tagesgeschäft wird, zurückkehren zu seinen maschinelleren Wurzeln - jedoch lautet die Frage, wie groß die Handlungsspielräume de facto sind, die sich in den Ökosystemen der virtuellen Assistenten auftun werden (siehe dazu die iBusiness-Analysen So geht Optimierung für Siri & Co. und Wie SEO-resistente Agenten das Web erobern).
| Die Transformation der Disziplin Newsletter |
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Heute ist das Newsletter-Marketing bei jedem namhaften Shop größtenteils oder komplett automatisiert und wird zunehmend auch personalisiert. Auch hier wird jedoch das Problem hermetischer Ökosysteme immer akuter: Nutzer ziehen sich in Messenger zurück - ein Trend der sich 2027 noch verstärkt bemerkbar machen wird. Dann wird der andauernde Rückzug der Nutzer in geschützte Räume innerhalb des Webs oder ihrer mobilen Geräte den Handlungsspielraum weiter verknappen - die Botschaften gehen zunehmend an als Gatekeeper fungierende Maschinen und Algorithmen statt an Nutzer.
| Die Transformation der Disziplin Social Advertising |
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Soziale Medien werden Betriebssysteme des Webs werden, eng verzahnt mit den hermetischen Kommunikationstools der Messenger (siehe Analyse Facebook und die Abschaffung der App: Das Messenger-Projekt) - damit wird auch hier der Zugang schwerer. Die Zukunft des Zugangs zu den sozialen Nutzersphären liegt verstärkt im Bezahlbereich: Wer gesehen werden will, muss bezahlen.
| Die Transformation der Disziplin Affiliate-Marketing |
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Künftig wird Affiliate Marketing in die hermetischen Kosmen der M2M-Kommunikation wandern: Agenten verhandlen mit Agenten, smarte Systeme verhandeln mit anderen. Tools des Affiliate-Marketings, wie Coupons, werden zu virtuellen Währungen, die eine Maschine der anderen anbietet, um einen Zuschlag zu bekommen: Mein Stromanbieter versucht mein intelligentes Smart-Home-System mit einem Rabatt zu konvertieren: Affiliate-Marketing ist im Hermetischen daheim, es ist hochgetargetet (maximale Individualisierung) und nimmt die Maschine als Agenten des Nutzers wieder stärker ins Visier als den Nutzer selbst.
| Die Transformation der Disziplin Mobile-Marketing |
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Wearables und neue Generationen mobiler Devices - wie Datenbrillen - oder das teilweise Aufgehen des Mobilgerätes in smarten Umgebungen, werden den Zugang für Marketer weiter erschweren. Mobil wird auch zunehmend von künstlichen Intelligenzen und Agenten beherrscht.
| Die Transformation der Disziplin Suchmaschinenwerbung |
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SEA ist ein zukunftsstarkes Werbetool: Ein Weg schließt fast immer die Tür zum Nutzerradar auf - und das ist Geld: Die Gatekeeper der Nutzer-Privatsphäre, von den sozialen Netzen bis zu Premium-Bereichen von Shops und Content-Portalen, werden auch künftig nicht ganz ohne bezahltes Advertisement auskommen.
| Die Transformation der Disziplin Display/Banner |
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Im Vergleich zu früher kämpft das Banner nun einen Kampf gegen Maschinen (Adblocker), ringt mit Maschinen (programmatische Handelsplattformen) und hat immer weniger Zugriff zu den Gefilden, in denen sich Nutzer immer häufiger aufhalten - sozialen Medien und Messengern. Targeting und Maschinen-Optimierung lassen sich eventuell noch hochfahren - es ist aber nicht erkennbar, welche Richtung Banner einschlagen wollen. Besonders fraglich erscheint dies, wenn Nutzer weiter den Weg der Verknappung von Aufmerksamkeit bei Verschärfung der Privacy gehen werden - und wenn das Internet der Dinge sich weiter etabliert: Auf Kühlschrankdisplays im Smart Home wird genauso wenig Platz für Banner-Ads sein, wie in den Smart-Home-Steuerungsapps auf Tablet und Handy oder in Agenten und Smartwatches (Nein, wirklich niemand will Ads auf Smartwatches)..
Damit schrumpft der Marktraum Banner drastisch zusammen.
