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Bange: BITKOM in Sorge um Venture Capital - Kapitalgeber weisen Vorwürfe zurück

03.07.2008 Nachdem der Branchenverband BITKOM nicht nur die Finanzkrise, sondern auch das hierzulande nur ein sehr spärlich fließende Risikokapital für Probleme der Start Ups verantwortlich gemacht hat, rücken Venture-Capital-Experten die Zahlen des BITKOM gegenüber iBusiness gerade. Nicht sechs, sondern zumindest 20 Prozent der jungen Firmen würden gefördert. iBusiness nennt potenzielle Kapitalgeber.

 (Bild: SXC.hu/Mike Johnson)
Bild: SXC.hu/Mike Johnson
Die Finanzkrise erschwere die Finanzierung vieler Hightech-Unternehmen in Deutschland, ergab eine Umfrage in der ITK-Branche im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM  ). Danach beobachten 42 Prozent der befragten Unternehmen, dass Finanzinstitute restriktiver Kredite an Firmen vergeben als vor dem Beginn der Krise. Die Kapitalversorgung für kleine und mittlere Unternehmen verschlechtere sich, alarmierte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer .

Zudem gaben 18 Prozent der Firmen an, dass sich für sie die Konditionen von Finanzierungen verschlechterten. "Bei 11 Prozent der Unternehmen ist in Folge der Finanzkrise sogar der Umsatz gesunken", so der BITKOM.

Gute Finanzierungsbedingungen für Neugründungen sieht der BITKOM in Gefahr. "Scheitert eine Gründung, ist in zwei Drittel der Fälle fehlendes Kapital die wichtigste Ursache. Das hat eine BITKOM-Umfrage unter 307 Jungunternehmern aus dem Hightech-Sektor ergeben. 87 Prozent der tatsächlich gegründeten Unternehmen starten mit Eigenmitteln der Gründer. Ein Drittel der Start-Ups kann auf öffentliche Mittel zurückgreifen, zum Beispiel von Gründerfonds und Förderbanken. An dritter Stelle der Geldgeber stehen Verwandte und Freunde, auf die 22 Prozent zurückgreifen, gefolgt von Banken mit 17 Prozent", so der Verband. Den Venture Capitalists (VC) gibt man eine Mitschuld. "Risikokapitalgeber spielen nur bei sechs Prozent der Gründer eine Rolle." Es gibt in Deutschland viel zu wenige Wagniskapitalgeber, so Scheer. Wer Geld brauche, müsse sich deshalb oft in angelsächsischen Ländern umsehen.

VC-Experten sehen das anders. "Die BITKOM-Zahlen sind eindeutig zu niedrig", sagt Julian Riedlbauer , Geschäftsführer der M&A-Boutique Corporate Finance Partners (CFP  ). Der VC- und Marktexperte erklärt warum. "Unternehmer, die wirklich ernsthaft ein größeres Unternehmen aufbauen und zum Beispiel sehr schnell fünf bis zehn Mitarbeiter beschäftigen wollen und eine gute Idee vorweisen können, finden sehr wohl Venture Capitalists oder Business Angels, die sie finanzieren. Wir gehen davon aus, dass mindestens 20 Prozent, vielleicht sogar 50 Prozent dieser Neugründungen so finanziert werden", so Riedlbauer. Man dürfe bei solchen Untersuchungen eben keine kleinen Ein-Mann-Firmen befragen, die vielleicht lediglich als IT-Dienstleister arbeiten, sondern Neugründungen, die substanziell neue Geschäftsmodelle aufbauen oder bestehenden Firmen z.B. durch andere Prozesse oder Abrechnungsmodelle Konkurrenz machen möchten, so Riedlbauer.

Allerdings wolle auch nicht jeder Gründer VC oder das Kapital eines Business Angels. Viele Gründer zögen eine hundertprozentige Kontrolle über ihre Firma vor. Andere scheiterten bereits bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen für ein solches Verfahren. "Bei einer zweistelligen Anzahl von Anträgen, die bei den Venture Capitalists jeden Tag auf dem Tisch liegen, gehören gute Business Pläne und eine ordentliche Begleitung durch einen Berater einfach dazu", rät Riedlbauer den Start Ups.

Für iBusiness zählt Riedlbauer einige große potenzielle Kapitalgeber und von ihnen geförderte Start Ups.

  • Der Hightech-Gründerfonds   in Bonn hat über 270 Millionen Euro Kapital für Investments bereitstehen und finanziert schon jetzt über 100 Hightechfirmen, viele aus dem IT- und Softwarebereich.
  • Das bekannte Desktop-Sharing, Webconferencing und Remote Control Unternehmen Netviewer   hat beispielsweise Venture Capital vom Finanzinvestor Invision   erhalten.
  • Am CD-Brennersoftware-Softwareanbieter Nero   ist der Finanzinvestor Alpha beteiligt.
  • Am Security-Softwareanbieter G-Data ist MCV (Tochter der Deutschen Kreditbank  ) beteiligt.
  • Swyx  , ein Hersteller einer innovativen Voice-Over-IP-Software-TK-Anlagenlösung, hat Venture Capital von Wellington   und T-Venture   erhalten.
  • Der ehemalige Gründer von ACG  , Dr. Cornelius Börsch , investiert mit seiner Beteiligungsfirma Mountain Partners   in sehr viele junge wachstumsstarke Firmen.

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