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Deutsche Tourismusbranche setzte 2002 online drei Milliarden Euro um
05.05.2003 (iBusiness) Während offline die Tourismusbranche Einbußen zu beklagen hat, geht es online mit den Umsätzen weiter bergauf: Im letzten Jahr stiegen die Online-Umsätze der Reisebranche um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr, hat die Unternehmensberatung Ulysses in einer aktuellen Studie herausgefunden. Und auch in den kommenden Jahren können sich die Online-Reiseveranstalter über wachsende Umsätze freuen.
Demnach entwickelte sich der Online-Tourismus im vergangenen Jahr "ausgesprochen positiv". Im Verhältnis der sonst eher tristen Zahlen, die die Branche seit geraumer Zeit veröffentlicht, kommt der Online-Sektor mit Siebenmeilenschritten voran. Dabei würden Online-Anbieter vor allem von ihrer Fähigkeit profitieren, schnell und flexibel auf Markt- und Präferenzänderungen reagieren zu können, fassen die Studienautoren zusammen.
So setzte die Tourismusindustrie in Deutschland im Jahr 2002 im Internet drei Milliarden Euro um. Und im laufenden Jahr wird es laut Ulysses-Prognosen noch besser: Allein die Branchengruppe der Reiseveranstalter könne für 2003 mit einer Online-Umsatzsteigerung von rund 100 Prozent gegenüber 2002 rechnen. Diese Branchengruppe habe sich auch 2002 schon "am besten und dynamischsten von allen Tourismusbranchen" entwickelt.
Die derzeit größte Online-Umsatzquote erzielen die Transportbranche und hier vornehmlich die Fluglinien mit rund 17 Prozent aller getätigten Erlöse. Der Online-Umsatz der Billigflieger stellt erwartungsgemäß den zweitgrößten Anteil aller Online-Transport-Umsätze.
Als "bemerkenswert" bezeichnen die Studienautoren, dass offenbar mit der Größe eines Veranstalters auch seine Online-Buchungsquote sinkt. So ist die Online-Buchungsquote der Top elf bis 20 Veranstalter mehr als doppelt, die der Top 21 bis 50 sogar dreimal so groß wie die der Topten. Eine Tatsache die laut Ulysses schon seit mehreren Jahren unverändert geblieben ist, obwohl die zehn größten Reiseveranstalter über zwei Drittel der gesamten Online-Umsätze in der Touristik auf sich vereinigen.
Auch in der Tourismusbranche ist es ein Muss, online zu sein: Nur noch zwei Prozent aller Befragten sind nicht im Internet mit einer eigenen Webseite vertreten. 73,7 Prozent sind sich sicher, dass eine ordentliche Tourismus-Site auch einer regelmäßigen Aktualisierung bedarf.
In Sachen Werbung für die Website setzen drei Viertel der Branchenakteure auf die Kernelemente 'Links auf fremden Webseiten', ein stimmiges Corporate-Design sowie optimierte Eintragungen in Suchmaschinen.
Als die im Internet am profitabelsten zu vertreibende Reiseleistungen bezeichnen knapp ein Viertel der Experten die Last-Minute- sowie die Individualreise. Angesichts der vielen Krisen der vergangenen Monate boomt die Last-Minute-Reise auch entsprechend, da viele Urlauber einen immer kürzeren Planungshorizont haben, begründen die Studienautoren. In der Individualreise, die vor allem aus Bausteinen wie Transport und Übernachtung besteht, sehen einige eine neue Chance aber auch Gefahr. Das massive Auftreten der Billigflieger im Jahr 2002 hat diesen neuen Markt erst richtig interessant werden lassen.
Selbst sieht sich die Branche nur im besten Licht: Fast 90 Prozent der Tourismusindustrie sind der Überzeugung, dass die Online-Kunden mit den Webseiten der Unternehmen zufrieden sind. Lediglich zwei Prozent können sich vorstellen, dass dies nicht der Fall sein könnte. Sage und schreibe 96 Prozent der Manager schätzen ihre eigenen Webseiten als "nützlich" ein.
Bei schwächelnden Umsätzen der Gesamtbranche konnte der Online-Tourismus ein zweistelliges - in manchen Branchen sogar dreistelliges - Wachstum hinlegen. Der klassische Reisevertrieb musste Umsatzeinbußen um rund 14 Prozent hinnehmen. Die Online-Buchungszahlen sollen auch in diesem Jahr im zweistelligen Bereich steigen und somit zumindest auf Seiten der Leistungsträger und Veranstalter für einigermaßen positive Aussichten sorgen.
Ulysses befragte 267 nationale touristische Organisationen (NTOs), Fremdenverkehrsämter (FVAs), Reiseveranstalter (RV), Transportunternehmen (TU), Reisebüros (RB), Beherbergungsunternehmen sowie touristische Ausbildungsstätten. Die Befragung erfolgte über persönlichen Interviews auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin sowie über einen Online-Fragebogen.
