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Klickbetrüger auch in Europa auf dem Vormarsch
11.04.2006 (iBusiness) Der Zweck heiligt die Mittel: Um sich zu bereichern wenden betrügerische Webmaster oder deren Beauftragte zunehmend auch hierzulande schmutzige Tricks an, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse. Der Vorsprung der USA schrumpft.
Ebenso wachse die Zahl der Affiliate-Hopper: Bei großen Unternehmen, die ihre Online-Marketing-Aktionen über mehrere Affiliate-Partner gleichzeitig laufen lassen, lassen sich laut den Analysten schon jetzt rund zehn Prozent der Provisionen auf betrügerische Maßnahmen zurückführen.
"Der US-Markt ist uns leider immer einige Schritte voraus und zeigt häufig ein recht genaues Bild von den zukünftigen Entwicklungen in Deutschland mit einer Verschiebung von sechs bis 18 Monaten", erklärt Etracker-Geschäftsführer Christian Bennefeld gegenüber iBusiness. Offenbar gelte diese Regel aber im Bereich Klickbetrug nicht mehr ganz. "Hier haben die Betrüger dank im Internet frei verfügbarer Programme schneller aufgeholt", ereifert sich Bennefeld. Eine Professionalisierung und Organisation der Kriminellen sei jedoch aktuell in Deutschland bislang nicht zu beobachten.
Der Klickbetrug auf Suchmaschinen betreffe in Deutschland bei Klickpreisen von einem Euro vor allem den Versandhandel mit durchschnittlich 11,6 Prozent, gefolgt von der Branche 'Reise & Touristik'. Geht es um den Klickbetrug auf Partner-Sites in Deutschland führt Anzeigen in der Rubrik 'Banken & Versicherungen' ab Klickpreisen von 50 Euro-Cent mit 24,7 Prozent.
Das wirksamste Mittel gegen Klickbetrug ist laut Tracking-Anbieter Etracker ein durchgängiges Tracking des Besucherverhaltens. Kennt ein Online-Verantwortlicher das natürliche Verhalten auf seiner Website, kanner Abweichungen, die auf Klickbetrug hinweisen, schnell erkennen. Um eine Website und ihr natürliches Verhalten zu messen, empfiehlt es sich laut den Analysten, zunächst nur jene Nutzer zu beobachten, die nicht über Afffiliate-Maßnahmen oder Sponsored Links auf die Website gelangen.
Indizien für einen Klickbetrug:
- Abrechnungsschwankungen
- Schlechte Konversionraten
- Außergewöhnliche geografische Besucherverhalten
- Geringe Anzahl an Seitenaufrufen
- Ungewöhnliche Klickpfade
- Traffic-Spitzen an abnormen Uhrzeiten und Tagen
- Abweichungen der technischen Besucherumgebung, wie zum Beispiel Browser, Cookies, Flash
- Hohe Retourenquote
Abwehrmaßnahmen:
- Web-Controlling-Systeme erkennen verdächtige Klicks automatisch. Algorithmen sollen das Verhaltensmuster menschlicher Besucher analysieren und diese beispielsweise mit einem Kampagnentraffic vergleichen.
- Vom Klickbetrug durch Affiliate-Hopper sind laut Etracker besonders große Unternehmen betroffen, die Marketing-Maßnahmen auf mehreren Affiliate-Plattformen parallel betreiben. Unternehmen, deren Marketing- Erfolg nicht zwingend davon abhängt, dass sie auf mehrere Plattformen zurückgreifen, sollten sich laut den Analysten ausschließlich auf ein einziges Affiliate-Programm beschränken. Diese Maßnahme sei die einzige 100-prozentige Sicherheit gegen Klickbetrug durch Affiliate-Hopper.
- Bei Verdacht auf Klickbetrug empfehlen die Analysten unter anderem die Traffic-Qualität - insbesondere aus Partnerprogrammen - zu prüfen und bei schlechten Konversions-Raten testweise die Teilnahme an Partnerprogrammen abzuschalten. Zudem sollen Betroffene mit ihrem Werbepartner bei Betrugsverdacht das Gespräch suchen und die Argumente für den Verdacht beispielsweise in Form von Logfiles vorlegen.
