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Honorare der Interaktivbranche: So viel verdienen Geschäftsführer pro Beraterstunde
21.06.2016 Verglichen mit den Honoraren in anderen Wirtschaftszweigen gibt es Beraterstunden in der Interaktivbranche hinterhergeschmissen. Eine iBusiness-Honoraranalyse zeigt: Interaktiv-Consultants dürften mehr verlangen. Firmen freuen sich über den Nachfrager-Markt.
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- Schon 2012 legte Unternehmer.de einen Satz von Minimum 800 Euro pro Tag für selbstständige IT- und Unternehmensberater, Coaches und Managementtrainer nahe. Für Führungskräfte und Wirtschaftsprüfungen müsste man schon 1500 Euro und aufwärts verlangen, um überhaupt ernst genommen zu werden, so das Portal. Präsentationsseminar-Leiter langen schon mal mit über 3000 Euro zu - zuzüglich der halb so hohen Pauschale für Vor- und Nachbereitung landet man also bei fast 5000 Euro.
- Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat bei seinen Mitgliedern in einer Studie von 2014 Tagessätze von 1250 bis 2200 Euro ermittelt.
- Business-Wissen.de legt einem Ingenieur 3000 Euro Tagessatz nahe.
Die Interaktivbranche 2016: Wachsende Verunsicherung der Kunden, wachsender Beratungsbedarf
Nachdem Interaktivprojekte eine immer größere Bedeutung und Komplexität erfahren, ist die Beratung besonders wichtig. Gerade dann, wenn sie medienübergreifend, also crossmedial, umgesetzt werden sollen. Wer bei Beratung, Analyse, Konzeption oder Projektmanagement spart, hat am Ende eventuell eine richtige Anwendung, aber für den falschen Markt. Wer ein erfolgreiches Interaktivprojekt starten möchte, braucht also eine klare Strategie. Professionelle Interaktivdienstleister verkaufen ihren Kunden nicht das, was diese wollen, sondern das, was sie brauchen.Die Realisierung von Interaktivanwendungen beinhaltet eine Vielfalt von Prozessen in verschiedenen Arbeitsbereichen und Gewerken, die sehr genau überdacht, geplant, berechnet und konzipiert werden müssen. Interdisziplinäre Projektteams, bestehend aus Beratern, Kreativen und Entwicklern, liefern ihr Wissen, um aus einer Vision ein reales Interaktivprodukt zu entwickeln und umzusetzen. Vor allem der inhaltlichen und gestalterischen Konzeption sowie der technischen Umsetzung sollte besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Generell wird zwischen einer Basis- oder Grob- und einer Feinkonzeptionierung unterschieden. Erstere bietet einen groben Überblick über die Anwendung. Im zweiten Fall wird das Basiskonzept detailliert ausgearbeitet.
Je nach Status des Beraters steigen oder fallen die Kosten für die Konzeption einer Interaktivanwendung. Wer beim Dienstleister die Beratung übernimmt, entscheidet sich häufig nach der Gewichtung des Projekts und welche Erfahrung dafür nötig ist.
Beratung Geschäftsleitung
Die Geschäftsleitung übernimmt vor allem strategische und komplizierte Aufgabenstellungen.
- Median: Mittelwert aller bei der Befragung angegebenen Honorare für eine Dienstleistung.
- Durchschnitt untere 25 Prozent: Der Durchschnitt der preiswertesten Dienstleister (unterstes Quartil). Richtwert für Billigproduktionen (ohne Ausreißer nach unten).
- Durchschnitt obere 25 Prozent: Der Durchschnitt der teuersten Dienstleister (oberstes Quartil). Richtwert für eine Highend-Produktion (ohne Ausreißer nach oben).
Beratung Junior Consultant
Deutlich günstigere Tarife als bei den Geschäftsleitern gibt es bei den Junior Consultants. Die haben allerdings üblicherweise auch eine Berufserfahrung von unter drei Jahren. Doch mit durchschnittlich 33 Euro weniger pro Stunde als ein Agenturgeschäftsführer lässt sich hier einiges an Honoraren sparen - die Auftraggeber müssen abwägen, was ihnen Erfahrung wert ist.
Auch 2015 gilt, was bereits vorangegangene Analysen in den iBusiness-Honorarleitfäden zutage gefördert hatten: Kunden können viel Geld sparen, wenn sie sich auch nach Agenturen jenseits der eigenen Bundeslandgrenzen umschauen. Ganz besonders in den neuen Bundesländern sind die Honorare deutlich günstiger: So spart etwa ein Kunde aus Bayern in den neuen Bundesländern 34 Euro für die Geschäftsführer-Beraterstunde - das sind rund 25 Prozent weniger.
In Nordrhein-Westfalen und Hessen sind 2015 die Preise gefallen: von 134 Euro in NRW auf 128 Euro und in Hessen von 144 Euro auf 128 Euro. Teurer ist es nun in Niedersachsen (131 statt 119 Euro die Stunde) und in Baden-Württemberg (jetzt 130 statt 111 Euro in 2012/2013).
Teurer als in Bayern ist es nur in der Schweiz - aber immerhin sind die Preise im Vorjahresvergleich gesunken: um 7 Prozent von 220 auf 204 Euro. Kräftig zugelegt haben die Preise auch in den anderen EU-Ländern: Mit nun 114 Euro für die Geschäftsführer-Beraterstunde statt 85 in 2012/2013 steigen die Preise um 34 Prozent - damit sind die EU-Länder jenseits der DACH-Region nun teurer geworden als die neuen Bundesländer.
Deutlich günstiger ist es bei unseren Nachbarn in Österreich geworden: Hier fällt der durchschnittliche Honorarsatz für die Geschäftsführer-Beraterstunde von 140 auf 115 Euro, ein Minus von 18 Prozent.
Analyse des Wachstums: Wie sich die Beraterhonorare in der Interaktivbranche seit 2010 entwickeln
Das Durchschnittshonorar für Agenturdienstleistungen aller Art - von SEO über Programmierung bis App-Entwicklung - stieg 2015 um knapp 3 Prozent im Vergleich zur letzten iBusiness-Honorar-Umfrage 2012/2013. Das ist gerade mal ein halb so großes Plus wie es von 2010 auf 2012/2013 gegeben hatte, also im Vergleichszeitraum davor, der 6 Prozent Steigerung verzeichnete.
Vor diesem Hintergrund schneiden die Beratungsdienstleistungen solide ab: Denn verglichen mit dem Gesamtwachstum von 3 Prozent zeigen die Beratungsdienstleistungen der Agenturen ein Plus von 7,5 Prozent und wachsen stark überdurchschnittlich. Den größten Sprung macht die Design-Konzeption mit 12,5 Prozent mehr in 2015 als 2012/2013.
Diese Dokumentation der in Deutschland verlangten Berater-Honorare ist eine Veröffentlichung aus dem iBusiness Honorarleitfaden 2015, an dem 321 Agenturen und Freelancer aus Deutschland und der EU teilgenommen haben.
Darüber hinaus zeigt der Honorarleitfaden, welche Honorare Kunden bei Freelancern und Agenturen für 87 verschiedene Online-Dienstleistungen bezahlen müssen - die Spanne reicht von Beratung über Grafik, Inhaltsproduktion, Programmierung, Marketing, Administration bis hin zu Service.
Der iBusiness Honorarleitfaden ist für 49,80 Euro (39,84 Euro für iBusiness-Premium-Mitglieder) online bestellbar.
