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Studie: Warum sich Reiseportale schlechtes Wetter wünschen

06.07.2015 Es sind harte Zeiten für Reiseportale: Denn bei 30 Grad und Sonnenschein hat scheinbar niemand Lust, Urlaubsreisen zu buchen. Dagegen steigt das Suchvolumen nach schönen Urlaubsreisen bei Regenwetter und an grauen Wintertagen signifikant an. Das zeigt eine Analyse vom Reiseanbieter Thomas Cook   und Meteolytix   in Kooperation mit Google  , die das Such- und Buchungsverhalten in Abhängigkeit zum Wetter am Beispiel des Reiseziels Mallorca untersucht hat.

 (Bild: Verena Gründel)
Bild: Verena Gründel
Die aktuelle Studie "The Influence of Weather on Google Search Queries and Thomas Cook Bookings" kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass an Schlechtwettertagen bis zu neun Prozent mehr Google-Suchanfragen rund um das Thema Urlaub gestellt werden. Scheint die Sonne, so sinken die Suchanfragen durchschnittlich um 14 Prozent.

Generell gilt: Je schlechter die Wetterlage, desto höher ist die Anzahl der Suchanfragen. Sobald es draußen ungemütlich wird, steigen auch die Online-Buchungen um bis zu 17 Prozent. Ist es sehr heiß, gehen die Online-Buchungen wiederum um bis zu 21 Prozent zurück. Besonders interessant: Speziell bei den norddeutschen Nutzern zeigte sich, dass starke Hitze die Buchungen aus dem Norden um bis zu 23 Prozent reduzierte. Die Suchanfragen zum Reiseziel Mallorca sanken sogar um bis zu 50 Prozent. Der Hauptgrund hierfür dürfte die geringe Distanz zur Nord- und Ostsee sein.

Die Auswirkungen des Winterblues auf Reisebuchungen

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass deutsche Onliner besonders in den Wintermonaten sehr sensibel auf meteorologische Tiefs reagieren. Das Suchvolumen wurde besonders beeinflusst von Schlechtwettertagen in der Arbeitswoche. Niedrige Temperaturen am Wochenende wirken sich jedoch eher auf die getätigten Buchungen aus.

Die Studie zeigt, dass es für Werbetreibende bei ihrem Kampagnenmanagement im Online-Marketing enorm wichtig ist, auch den Faktor Wetter zu berücksichtigen. Sie sollten ihre Werbemaßnahmen nicht nur an bestimmten Saisonalitäten ausrichten, sondern sie vor allem auch abhängig vom Wetter und dementsprechend lokal gestalten. Und nicht nur das: Wie die Studienergebnisse belegen, macht es für Werbetreibende Sinn ihre Kampagnen nach einzelnen Wochentagen aufzusplitten. Während sie mit Branding-Kampagnen an Regentagen unter der Woche gut die Nutzer erreichen, weil diese sich dann im Rechercheprozess befinden, lohnt sich Produktwerbung am ehesten an Schlechtwetter-Wochenenden - genau dann, wenn Reisewillige ihren Urlaub buchen.

Die Studie führte der Wetteranalysedienst Meteolytix im Auftrag von Thomas Cook und Google Deutschland durch. Untersucht wurden Online-Suchanfragen mit Urlaubsbezug via Google sowie das Buchungsverhalten über die Vertriebskanäle von Thomas Cook in Abhängigkeit zum Wetter im Zeitraum Sommer 2012 bis Sommer 2014. Die Auswertung fand auf Tagesbasis statt und wurde nach Bundesländern kategorisiert.
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