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Trend-Watch: Selbstzerstörende Fotos

03.05.2013 Lieber ein Foto kurz und intensiv genießen als tausende auf der Festplatte speichern und nie ansehen? Mit Snapchat wird eine Rückkehr zum Zauber der alten Fotografie möglich: das Foto wird wieder exklusiv und einzigartig. Für die Online-Hipster ist es der Trend des Jahres - der durch Echtzeit und Social Media voran getrieben wird. Und aus noch einem Grund.

Das US-Startup Snapchat lädt ein zur Echtzeit-Betrachtung der Fotos (Bild: Snapchat)
Bild: Snapchat
Das US-Startup Snapchat lädt ein zur Echtzeit-Betrachtung der Fotos

Denn die Real-Time Picture Chatting App   für Android gibt Fotos nur eine bestimmte Haltbarkeitsdauer. Nach dem Ansehen werden sie automatisch gelöscht. Wann genau, das bestimmt der Versender - die Einstellung reicht von einer bis zu zehn Sekunden.

Damit bietet Snapchat eine Echtzeit-Foto-Betrachtung an, bei der es um die Impression geht, nicht um die Haltbarkeit. Instant-Messaging-Fotografie statt Festplatten-Archivierung. Und die lebt vor allem vom Sexting  , dem mobilen Versenden erotischer Bilder. Weil die sexy Posings praktischerweise in kurzer Zeit selbst auflösen, dient die App zusätzlich als (zumindest vermeintlicher) Datenschutz, was die Reichweite deutlich erhöht:

Allein im Dezember 2012 wurden täglich 50 Millionen Fotos ausgetauscht (Instagram hingegen kommt gerade mal auf fünf Millionen hochgeladener Bilder). Ein Erfolg, der selbst Facebook aufhorchen ließ. Das soziale Netzwerk sah sich veranlasst eine eigene Foto-App zu entwickeln. Herausgekommen ist der Klon "Poke", der bis ins Detail dem Snapchat-Original ähnelt, ebenfalls kostenlos und unabhängig vom sozialen Netzwerk nutzbar.

Vielleicht ist ja eine Zukunftsvision in Kombination mit der Datenbrille Google Glass denkbar, bei der der Nutzer gerade Gesehenes mit seinen Freunden teilt und hierzu nur noch an seine Brille tippt, um das Foto zu schießen und zu verschicken. Snapchat als Service, der Googles Datenbrille mit Content füllt. Auf jeden Fall dient die App als Vorreiter für zukünftige Anwendungen, die dem nicht nur von der Politik geforderten 'Verfallsdatum für Online-Daten' entsprechen.

iBusiness Trendanalyse
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