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Welche Services im mobilen Web gefragt sind
29.10.2008 Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass mobiles Banking und das Nutzen von Blogs noch kein Massenphänomen ist. Wie die Deutschen derzeit das mobile Internet nutzen, zeigt TNS Infratest in einer Marktstudie.
Entgegen landläufiger Vorurteile shoppen die Männer häufiger als Frauen - zumindest im mobilen Web. Denn 35 Prozent der Nutzer aber nur 33 Prozent der Nutzerinnen kaufen über ihr mobiles Endgerät ein. Von den 651 Befragten, die seit Juli Angaben über das Nutzungsverhalten machten, wollten die Infratestler auch wissen, wie wichtig Nachrichten aus Kultur, Politik und Wirtschaft für sie sind. Während 39 Prozent der Frauen auf diese Services zugreifen, sind es fast 60 Prozent bei den Männern. Bei der Nutzung von Informations- und Download-Diensten im mobilen Internet sind Männer und Frauen also deutlich unterschiedlich unterwegs. Dabei werden die klassischen Internetdienste wie Suchmaschinen, E-Mail-Portale oder beispielsweise der Wetterbericht von beiden Geschlechtern gleichermaßen genutzt. Bei den Download-Diensten dominiert das weibliche Geschelcht. 70 Prozent der befragten Frauen geben an, über das mobile Internet bereits mindestens einmal ein Spiel auf ihr Handy geladen zu haben, während dies nur 59 Prozent der männlichen Handy-Nutzer bestätigen. Somit entwickeln sich mobile Datendienste zunehmend zum Wachstumsreiber, was auch Achim Berg , Vizepräsident des IT-Verbandes BITKOM bestätigt: "Datendienste sind der Turbo im mobilen Internet", ist er sich sicher.
Stärker ist der Unterschied bei den Download-Diensten für Klingeltöne (Männer: 45 Prozent, Frauen: 65 Prozent) und Musiktitel (Männer: 37 Prozent, Frauen: 57 Prozent), wo der Nutzungsanteil der Frauen jeweils um 20 Prozentpunkte über dem der Männer liegt. Allerdings stellen Frauen erst rund ein Viertel der derzeitigen Nutzer im mobilen Internet im deutschsprachigen Raum. Mit durchschnittlich 30 Jahren sind sie dabei drei Jahre jünger als die männlichen Nutzer.
Bei beiden Geschlechtern handele es sich um Early Adopters, die tendenziell eher jünger und besser gebildet seien sowie ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen haben und neuen Medien und Technologien gegenüber sehr offen sind. Insbesondere die hohe Affinität der weiblichen Nutzer zu Download-Diensten hatte TNS Infratest im Vorfeld der Analysen in dieser deutlichen Ausprägung nicht erwartet.
Ungeklärt ist bei vielen Anbietern aber immer noch die Frage der Monetarisierung mobiler Webangebote. Die Content-Anbieter haben nach den Beobachtungen der unabhängigen Mobil-Marketing-Expertin Heike Scholz ein aus dem Web bekanntes Problem: "Gerade in Deutschland ist das Paid-Content-Modell schwer bis gar nicht durchsetzbar. Mobile Content-Anbieter müssen sich andere Finanzierungsmodelle überlegen", sagt sie. Carsten Szameitat , Geschäftsführer von 11 Prozent Communication , sieht in werbefinanziertem Content einen Weg, die Nutzung des mobilen Internets zu beschleunigen. Entscheidend sei aber die Qualität des produzierten Contents. "Durch die hohe persönliche Bindung zu mobilen Endgeräten wird der Content durch den Nutzer stark selektiert. Hier gilt es die richtige Mischung zwischen bezahltem und freiem Content anzubieten. Für diese Überlegungen bieten sich auch alternative Abrechnungsmodelle jenseits der Netzbetreiber an", skizziert Szameitat.
Auf welche Trends und Entwicklung Anbieter von mobilen Webangeboten sich künftig einstellen müssen, lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden) exklusiv in Ausgabe 21/2008 des Multimedia-Trendletter iBusiness Executive Summary.
