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Web 2.0: Xing öffnet sich Werbetreibenden
05.11.2007 Kehrtwende beim führenden Business Network in Deutschland: Künftig will sich Xing auch über Online-Werbung finanzieren. Obwohl aktuelle Zahlen von Facebook zeigen, dass Online-Werbung in Social Networks im Prinzip nicht funktioniert.
Warum sich Xing auf einmal Werbetreibenden öffnet, will Hinrichs nicht verraten. Auf Nachfrage von iBusiness heißt es lediglich, dass man auf solche Fragen "zum derzeitigen Zeitpunkt gar nicht eingehen könne". Bislang ist Xing frei von Online-Werbung. Das Portal finanziert sich ausschließlich über Abo-Gebühren, die Premium-Mitglieder für die Nutzung von kostenpflichtigen Zusatzdiensten des Portals bezahlen.
Branchen-Insider vermuten, dass Xing über Einnahmen aus Online-Werbung die bröckelnden Erlöse aus Premium-Mitgliedschaften kompensieren will. Bereits im August 2007 zeigten die offiziellen Zahlen des Social Networks, dass der Anteil an zahlenden Premium-Mitgliedern leicht rückläufig ist.
Xing ist nicht das erste große deutsche Online-Portal, das auf einmal zusätzliche Umsätze über Online-Werbung generieren will. Mitte Oktober hatte bereits überraschend Shop-Betreiber Amazon angekündigt, dass Werbetreibenden künftig kontextsensitive Werbung auf der Shopping-Plattform schalten können (iBusiness berichtete).
Dass diese Vorhaben Erfolg haben, scheint wenig realistisch. Zumindest im Social-Networking-Umfeld funktioniert Online-Werbung nur bedingt. Laut einem Bericht der US-amerikanischen Business Week etwa erreicht klassische Display-Werbung auf dem Vorzeige-Netzwerk Facebook gerade einmal Klickraten von 0,04 Prozent.
Zum Vergleich: Laut einer Studie des AdServer-Dienstleisters AdTech liegt die durchschnittliche Klickrate in Europa bei 0,33 Prozent. Damit liegen die Klickraten in Social Networks sogar noch deutlich unter dem ohnehin bereits miesen Durchschnitt. Kein Wunder, sind doch Nutzer von solchen Portalen viel zu sehr damit beschäftigt, Profile zu pflegen und Nachrichten zu schreiben als auf Werbe-Banner zu klicken.
Bereits in iBusiness Executive Summary 20/2007 kam die iBusiness-Redaktion zu der Analyse, dass Page Impressions und Stickiness keine Garanten für funktionierende Online-Werbung in Social Networks sind.
Interessant: Laut einer US-Studie von CoreMetrics sind aber immer noch 78 Prozent der befragten Werbetreibenden davon überzeugt, dass Online-Werbung in Social Networks sinnvoll ist. Allerdings investieren gerade einmal rund acht Prozent der Befragten auch in Online-Werbung auf Social Networks.
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