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Google will offene Standards für Social Networks
31.10.2007 Der immense Erfolg des Web-2.0-Betriebssystems Facebook zwingt Google zum Handeln. Um sich gegen das Studenten-Portal zu behaupten, will der Suchmaschinen-Betreiber nun offene Standards für Social Networks etablieren. In den USA hat die "Google-Gang" mit LinkedIn und Friendster schon prominente Verbündete an Bord. Und auch in Deutschland hat Google bereits einen der führenden deutschen Community-Anbieter für sein Projekt gewinnen können.
Ziel von Google ist, für die großen Social Networks einen offenen Standard zu entwickeln. Entwickler sollen künftig Anwendungen programmieren, die dann in alle Netzwerke integriert werden können. Auf diese Weise soll den Medienberichten zufolge ein "großer Rivale" zu Facebook entstehen. Nach Insider-Informationen erreichen die an der "Google-Gang" (New York Times) beteiligten US-Netzwerke bereits zusammen rund 100 Millionen Internetnutzer: bereits mehr als doppelt so viele wie Facebook derzeit. Das Blog von Marc Adreessen schildert die technischen Einzelheiten. Einen Screencast zu Open Social gibts auch schon.
Auch in Deutschland will sich Google mit den führenden Anbietern von Social Networks verbünden, wie Unternehmenssprecher Kay Oberbeck auf Nachfrage von iBusiness verrät. "Offiziell" werde eine Network-Allianz ist Deutschland zwar noch nicht kommuniziert. Laut Oberbeck ist ein Schulterschluss von Google mit deutschen Community-Betreibern aber definitiv "ein Thema".
Zumindest hinter den Kulissen akuqiriert Google derzeit bereits fieberhaft Partner für sein OpenSocial-Projekt. So gehört das Business Network Xing bereits zur Google-Allianz, wie Unternehmenssprecherin Daniela Hinrichs gegenüber iBusiness bestätigt. Was durchaus zu erwarten war: Bereits im vergangenen Juli hatte Xing-Chef Lars Hinrichs angekündigt, seine Plattform externen Entwicklern zu öffnen (iBusiness berichtete). Xing will durch die Öffnung seinen Nutzern vor allem mehr Zusatzfunktionen anbieten.
Facebook hat sich als Vorreiter im Web 2.0 entwickelt. Das US-amerikanische Studenten-Portal öffnete seinen Quellcode in diesem Frühjahr für externe Programmierer. Laut New York Times wurden seitdem bereits über 5.000 Mini-Programme für Facebook.com entwickelt auf Basis von FBML (Facebook Markup Language) und FQL (Facebook Query Language) . Durch die Einbindung zusätzliche Web-Dienste will Facebook die Verweildauer seiner Nutzer auf dem Portal erhöhen und im besten Fall erreichen, dass diese die Plattform erst gar nicht mehr verlassen: um sich beispielsweise über das Wetter zu informieren oder Internet-Suchen durchzuführen. Damit werden so genannte Web-2.0-Betriebssysteme wie Facebook natürlich auch für Werbetreibende interessanter, da sich dort immer mehr mehr Nutzer länger aufhalten.
Erst vergangene Woche hatte sich Googles Rivale Mircosoft für 240 Millionen US-Dollar eine 1,6-prozentige Beteiligung an Facebook gesichert.
